HYBRID Box – Modular Gallery for Digital Arts

24.06. – 24.07.2022
Kara Güt
Hurt/Comfort

Kara Güt ist eine multidisziplinäre Künstlerin, deren Fokus auf bildbasierten, digitalen Medien liegt. Ihre Arbeit untersucht neue Formen menschlicher Intimität, die durch den Lebensstil im Internet, die konstruierte Loslösung von der Realität und die Machtdynamik des Virtuellen entstehen. 

„Hurt/Comfort“ ist eine Serie von bekenntnisorientierten Versatzstücken: The Character, The Camera, Fandom und Two Trade Places. Das Video imaginiert den Live-Stream als zeitgenössische Beichtkabine. Die Protagonistin – eine Streamerin – versucht, während sie Elden Ring spielt, zu einem unsichtbaren Publikum zu sprechen, doch irgendetwas ist schief gelaufen; das Bild der Streamerin ist verzerrt. Gefangen hinter einer Gaußschen Unschärfe führt die Protagonistin ihren indirekten Dialog mit den Zuschauern fort, welche ihr Mitgefühl über die missliche Lage durch den Live-Chat ausdrücken und so Trost spenden. Schließlich manifestiert sich der Chat-Dialog als ein zweiter Avatar im Spiel, und die beiden „tauschen die Plätze“. Auf dem gegenüberliegenden Bildschirm ist ein schriftlicher Bericht über die Ereignisse zu sehen, synchronzur Handlung.

Ursprünglich ist „Hurt/Comfort“ ein Genre der Fanfiction, in dem einer Figur Schmerz zugefügt wird, damit sie rehabilitiert werden kann, in der Regel durch ihr Gegenüber oder ihren Liebespartner. Im Interesse der Dekonstruktion des Selbst stellt die Beziehung zwischen Chat und Livestreamer eine Art Hybrid aus sokratischem Dialog und hurt/comfort-Fanfiction dar.

Kara Güt erhielt 2016 ihren Master of Fine Arts an der Cranbrook Academy of Art in Bloomfield Hills, Michigan, und lebt und arbeitet derzeit in Cleveland, Ohio.  Sie ist Absolventin der Pioneer Works Tech Residency (2021) und ihre Arbeiten wurden international sowohl in Gruppen- als auch Einzelausstellungen präsentiert, wie kürzlich im SPACES, Cleveland und in der Galerie Éphémère, Montreal.

Next exhibition: 
11.09. – 16.10.2022
Most Dismal Swamp

Die aktuelle Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

HYBRID Box präsentiert als neue modulare Galerie experimentelle und interdisziplinäre Kunst von lokalen und internationalen Künstler:innen und begleitet gleichzeitig den beginnenden Umbau des ursprünglichen Kasernen-Ostflügels auf dem Festspielgelände Hellerau.

Mit HYBRID wird eine neue internationale Plattform der Künste im digitalen Zeitalter und kritischen Phasen globaler Transformationsprozesse etabliert, gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

HYBRID Box ist ein Projekt in Kooperation mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste und PYLON. Das HYBRID Box Programm 2021 wird unterstützt von MUTEK, Goethe Institut, Canada Council for the Arts und der Regierung von Kanada.

Technische Leitung: Tobias Blasberg

Produktionsleitung: Michael Lotz

Powered by GRAFT Architects

 

Daniela Weiss and Jascha Ehrenreich (TheSystemCollective) go #tothemoon. On the basis of their digital artwork, which they will place in front of the Festspielhaus, they will give an introduction to the idea and the community around the Artificial Museum [ARM].

The cultural mission of the Artificial Museum is to create, communicate, research, archive and present (digital) art in public space. The ARM has a special focus on the digitisation of analogue art from all genres, from performance and painting to video and audio installations.

The ARM uses the space between analogue and digital worlds as a permanent and experimental playground – through a web-based AR app, the gps-anchored artworks are made accessible worldwide.

In this way, the ARM redefines the concept of “museum”: the “building” of the Artificial Museum is expanded through public participation, it is everywhere and borderless and open 24/7.

Visit the Artifical Musem.

The ARM is run by TheSystemCollective, an alliance of independent artists, makers, programmers, engineers, philosophers, activists and scientists, with the aim of collectively transforming our world through art and technology and creating a record of what could be and what might have been. So that the future can look back and see the circles that humanity has drawn in search of its meaning and purpose.