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28.01.2019

Europäischer Kulturmai 2019, #1 – 2019

Der 9. Mai ist offizieller Europatag und am 26. Mai findet die Europawahl statt. Die drei Dresdner Kultureinrichtungen Staatsschauspiel Dresden, Zentralwerk, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste sowie das Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025 nehmen dies zum Anlass, dem Monat ebenfalls einen europäischen Fokus zu geben: Über 700 Kunst- und Kulturschaffende aus ganz Europa werden die Stadt mit vielfältigen Veranstaltungen bereichern. Kulturelle Teilhabe im Bereich Kunst, Theater und Performance wird dabei das Schwerpunkthema sein, um auf europäischer Ebene künstlerische Experimente und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

Am 10. und 11. Mai lädt HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künsteunter dem Motto „Arbeitstitel: Europa“ zu einem interdisziplinären Parkour ein. Zwei Tage wird das gesamte Festspielhaus von sächsischen Künstler*innen und Kunststudierenden aller Sparten belebt. Unterschiedliche Werke, Skizzen und Showings aus den Bereichen Tanz, Performance, Installation, Video, Musik und Sound werden gezeigt. Die Zuschauer*innen haben die Möglichkeit, den ganzen Abend auf Entdeckungsreise durch die Vielfalt der regionalen Kunstszene zu gehen. Der Parkour widmet sich folgenden Fragen: Welche Rolle spielt Europa für eine jüngere Generation? Wie nehmen Künstler*innen Europa als politisches, gesellschaftliches und kulturelles Projekt wahr? Nach einer offenen Ausschreibung wählt eine Jury im Februar 2019 aus den Einsendungen 15 bis 20 Arbeiten aus.

Vom 16. – 18. Mai richtet das Zentralwerk in Kooperation mit TransEuropeHalles sowie mit dem Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025 die Konferenz europäischer Kulturzentren unter dem Titel „pARTizipation“aus. Akteur*innen aus ganz Europa geben Einblick in ihre Praxis, tauschen sich über ihre Methoden aus und zeigen, wie Kunst und Kreativwirtschaft das Miteinander stärken. Das Rahmenprogramm ist für alle Dresdner Bürger*innen offen: Mit „The Exchange“ laden Dana Caspersen und Michael Douglas im Rahmen eines Workshops zum choreografierten Dialog ein, bei Kick-O DISCE! diskutieren die Projektpartner*innen mit Vertreter*innen der lokalen Kreativwirtschaft und der Politik und mit BALLA BALLA lädt das Zentralwerk schließlich zum Abschlussball mit Künstler*innen aus den eigenen Reihen, vom TanzNetzDresden und aus dem TEH-Netzwerk. Das Zentralwerk Dresden ist ein genossenschaftlich organisierter Ort, an dem die elementaren Lebensbereiche Wohnen, Arbeit und Kultur generationenübergreifend verwirklicht werden. Seit 2017 ist das Zentralwerk Mitglied von TransEuropeHalles (TEH), einem Netzwerk von kulturellen Zentren in freier Trägerschaft mit über 90 Mitgliedern in 20 Ländern.

HELLERAU greift das Thema der Konferenz „Kunst und Partizipation“ auf, und bietet vom 15. – 17. Mai als begleitendes Programm für die Konferenzteilnehmer*innen und alle interessierten Dresdner*innen drei künstlerische Positionen an, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit der Teilhabe in künstlerischen Projekten beschäftigen: Kate McIntoshs „In Many Hands“, „Just in Time – Letters to Dance“des Berliner Künstlerduos Deufert&Plischke, sowie „Copy & Dance“unter der Anleitung von MC Tinaund VJ Anna.

Vom 18. – 25. Mai schließlich richtet das Staatsschauspiel Dresden „OUR STAGE – 4. Europäisches Bürgerbühnenfestival“ aus. Wie in Deutschland, wo in den vergangenen Jahren zahlreiche Bürgerbühnen und ähnliche Modelle entstanden sind, ist auch in anderen europäischen Ländern die Entwicklung des partizipativen Theaters vorangeschritten. Auf allen Bühnen des Staatsschauspiels, in HELLERAU sowie im Societaetstheater werden eine Woche lang elf herausragende europäische Theaterproduktionen gezeigt. Ein umfassendes Rahmenprogramm mit zahlreichen europäischen Künstler*innen eröffnet außerdem Einblicke in die Entwicklung partizipativer Theaterformen im internationalen Kontext. Das Festival wird durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert. Kooperationspartner ist die European Theatre Convention (ETC), ein Zusammenschluss von über 40 europäischen Theatern aus 25 Ländern. Während des Festivals richtet die ETC ihre Jahreskonferenz in Dresden aus. Die Auswahl der Festivalproduktionen und die Gestaltung des Rahmenprogramms erfolgt durch Miriam Tscholl, der Leiterin der Bürgerbühne des Staatsschauspiels Dresden, mit Unterstützung eines europäischen künstlerischen Beirats. Das finale Programm wird im Januar 2019 veröffentlicht.

Dresden will Kulturhauptstadt Europas 2025 werden und ein Jahr lang Zentrum des europäischen Kulturlebens sein. Ziel ist es, ein unvergessliches Kulturjahr für alle zu gestalten, welches sich nachhaltig auf die Stadt auswirkt. Als Kulturstadt ist Dresden einzigartig, sie ist Schmelztiegel zwischen Ost und West. Gleichzeitig steht Dresden für aktuelle Herausforderungen, die auch Europa betreffen und nur durch eine Kultur des Miteinanders zu lösen sind. Kunst und Kultur stehen für Toleranz und Diversität – sie regen Auseinandersetzung und Mitsprache an. Genau das, was Dresden und Europa brauchen. Gestalten Sie mit uns die Zukunft für ein Dresden in Europa und für Europa in Dresden.