Katja Erfurth (D) TANZPAKT Dresden 2020

Tanz und Gebärdensprache

TANZPAKT Dresden Recherche-Residenz in Kooperation mit vigevo – Das Netzwerk für Gebärdensprachdienstleistungen

Die Auseinandersetzung mit der natürlichen Körpersprache, die ihre Fortsetzung im Tanz findet, begleitet Katja Erfurth als Tänzerin, Choreografin, wie auch als Pädagogin schon seit Beginn ihrer künstlerischen Arbeit. In Workshops, die sie für gehörlose oder schwerhörige Menschen anleitete, die von Dolmetscher*innen begleitet wurden, hatte sie erste Berührungspunkte mit Gebärdensprache.

In der Begegnung mit dieser visuellen Sprache, faszinierte sie die vollkommen nonverbale Kommunikationsebene, ihre Komplexität im Einbeziehen von Händen, Armen, Mimik und Körper und ihre Mehrdimensionalität und Grammatik im Raum.

Ihre Recherche-Residenz hatte zum Ziel, die Gebärdensprache zu erforschen, in Grundsätzen zu erlernen und sie in ihre Bewegungssprache des Tanzes zu assimilieren. In Zusammenarbeit mit vigevo beschäftigte Katja Erfurth sich mit der Herkunft, Entwicklung und dem gesellschaftlichen Wandel der Gebärdensprache und untersuchte, inwiefern unwillkürliche Gesten der Hörenden mit Gebärden verwandt sind bzw. sie eine eigenständige Entwicklung erfuhren.

Im Anschluss an die Residenz soll das Verweben von Tanz und Gebärde, neben Klang und Musik in einem inhaltlichen Kontext erforscht und entwickelt werden. In einer gemeinsamen Arbeit mit dem Komponisten Helmut Oehring und dem Ensemble AUDITIVVOKAL Dresden wird Katja Erfurth das Stück „CASSANDRA“ in Koproduktion mit TANZPAKT Dresden zur Uraufführung bringen.

Katja Erfurth erhielt an der Palucca Schule Dresden eine neunjährige Tanzausbildung, vorrangig in den Fächern Klassischer Tanz, Moderner Tanz und Neuer Künstlerischer Tanz bei Gret Palucca. 1990 folgte ein Engagement im Ballettensemble der Sächsischen Staatsoper Dresden, welches sie 1997 beendete, um freiberuflich tätig zu sein. Seit 1995 arbeitet sie zunehmend choreografisch in verschiedenen Gemeinschafts- und Soloprojekten. Daneben choreografiert sie für zahlreiche Musik- und Sprechtheaterinszenierungen und hat Lehraufträge in den Fächern Bewegung-Tanz-Improvisation inne.

Sie ist Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und weiter in verschiedenen Fach- und Kulturbeiräten und Jurys tätig.

Als Vorstandsvorsitzende des Vereins Villa Wigman für TANZ engagierte sie sich in den letzten Jahren maßgeblich um den Erhalt der ehemaligen Wigman-Schule, Bautzner Str. 107 in Dresden. Gemeinsam mit Johanna Roggan ist sie im Leitungsteam der VILLA WIGMAN, dem Produktionshaus für Tanz und weitere darstellende Künste, tätig.