HELLERAU – Accessible

HELLERAU accessible versammelt Maßnahmen zur Erhöhung der Zugänglichkeit der denkmalgeschützten Architektur sowie des künstlerischen Programms in HELLERAU für Communities mit und ohne Behinderung.

Motiviert sind diese Formate durch einen abteilungsübergreifenden Prozess zur Abschaffung von Barrieren in HELLERAU, in dem versucht wird, überfällige Barrieren auf allen Ebenen (Kommunikation, Architektur/Technik, Programm) abzubauen. Es besteht der Anspruch die verschiedenen Anwendungsbereiche gut zu verzahnen und durch innovative Lösungen zukunftsträchtig und nachhaltig zu gestalten.

Im Folgenden werden Maßnahmen aufgeführt, die von Januar bis Juli 2022 im Rahmen von HELLERAU accessible realisiert werden.

1. KOMMUNIKATION: Website (Einfache Sprache, DGS, Audio, Bewegtbild)

In Ergänzung zur Website mit Informationen zur Barrierefreiheit wurden grundlegende Informationsblöcke in Einfache Sprache übersetzt. Parallel erklärt ein vertontes Video in Einfacher Sprache sowie Deutscher Gebärdensprache die Nutzung der Website. Darüber hinaus veranschaulicht ein Strukturtrailer mit DGS, Lautsprache und Untertitelung in Einfacher Sprache den Ort des Festspielhauses sowie Wege, Barrieren und Abläufe (Ticketing, Garderobe etc). Diese Realisierungen waren mithilfe von Förderungen durch die Kommunikationsoffensive Dresden und die Kulturstiftung des Bundes möglich sowie durch die Zusammenarbeit mit VERSO, die sich auf entsprechende Maßnahmen in Rückkopplung mit adressierten Community-Vertreter:innen spezialisiert haben.

2. ARCHITEKTUR, TECHNIK: Taktiler Grundriss, Akustisches Leitsystem, VISOR Boxen + App

Um die Orientierung innerhalb des Festspielhauses zu erhöhen und physische Barrieren zu reduzieren, wurde eine taktiler Grundriss entwickelt, der im Foyer und in den Seitenflügeln nicht nur für blinde Menschen Wege und Raumaufbau erfahrbar macht, sondern auch einer breiteren Publikumsgruppe nützliche Anhaltspunkte zum architektonischen Aufbau und programmatischen Raumzuweisung gibt.

Ausgehend von diesen taktilen Stationen kommt ein akustisches Leitsystem zum Einsatz, welches von Dr. Blüher (Dt. Blinden- und Sehbehindertenverband) entwickelt wurde und nun erstmals in einer Kulturinstitution verwendet wird. Über eine App werden Weginformationen für Personen gegeben, die wiederum an über 30 Bluetooth-Boxen im Haus akustische Signale auslösen können und blinden Personen eine eigenstände Bewegung im Haus ermöglichen. Die Boxen sind flexibel einsetzbar unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes. Zudem kann auf diverse künstlerische Konzepte und Raumanordnungen reagiert werden.

3.1. PROGRAMM: Tastführung und Live-Audiodeskription (AD)

Durch das Angebot von Veranstaltungen mit AD können möglichst viele Personen gemeinsam zeitgenössische Entwicklungen innerhalb der Performing Arts zu aktuellen Fragen der Zeit wahrnehmen. In HELLERAU werden die Audiodeskriptionen derzeit zusammen mit Gravity Access Services realisiert, einem Programm des Choreografen Jess Curtis. Mit speziell weitergebildeten Choreograf:innen bietet er Dienstleistungen an, um Live-Performances mit unterschiedlichen sensorischen Modalitäten und körperlichen Voraussetzungen zugänglicher zu machen. Dazu gehören Live- und aufgezeichnete AD oder haptische Führungen vor der Aufführung. Seit Januar 2022 wurden sechs Aufführungen mit AD angeboten.

3.2. PROGRAMM: Relaxed Performance

Für HELLERAU erfordert der Anspruch an Inklusivität eine Förderung von Künstler:innen mit Behinderung mit Fokus auf ihre künstlerische Qualität. So zeigte HELLERAU im Juli 2022 in Kooperation mit den Landesbühnen Sachsen die erste Relaxed Performance in Sachsen „Difference“ von Wagner Moreira. Dank der Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes konnte das Ensemble mixed-abled zusammengesetzt und das Projekt unter Einbeziehung unterschiedlicher Communities möglichst barrierearm gestaltet werden.

Alle Infos unter: www.hellerau.org/hellerau-accessible