Mikro Teatr – Eine polnisch-deutsche Ausgabe

Mit Kurzperformances von F. Wiesel, She She Pop, Caroline Beach, Romuald Krężel, Ania Nowak und Wojtek Ziemilski

Mit dem Format „Mikro Teatr“ produzierte Komuna Warszawa in den letzten Jahren ein Highlight für die polnische Theaterszene. Alle Künstler*innen arbeiten unter denselben Bedingungen: Die Vorstellung darf nicht länger als 16 Minuten dauern, die Besetzung kann bis zu vier Performer*innen umfassen, die über zwei Mikrofone, vier Lampen, einen Videoprojektor, einen kleinen Koffer mit Requisiten und ein kleines Budget verfügen.

Programm

La dolce vita | Performance von Romuald Krężel und Monica Duncan
„La dolce vita” ist eine kurze partizipative Performance, die sich mit der Ökonomie der Kunst beschäftigt und ihre direkte Auswirkung auf den kreativen Prozess. Inspiriert von „10 000 PLN“, „Budget-Geschichten“ und „Home Shopping“ des polnischen Künstlers Oskar Dawicki sowie die Performance „Incasso“ der slowenischen Gruppe Via Negativa, machen Duncan und Krężel als Teil  ihrer Performance sichtbar, was normalerweise dem Publikum verborgen bleibt.

Konzept und Regie: Romuald Krezel, Monica Duncan | Text: Romuald Krezel | Video: Monica Duncan | Performance in English

„La dolce vita“ wurde vom Komuna//Warszawa Theater (Warschau, Polen) mit Unterstützung des produziert Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft (Gießen, Deutschland) und das Goethe-Institut in Warschau. Auszug aus dem Musikthema „La dolce vita“ von Nino Rota aus dem Film von Federico Fellini.

Romuald Krężel ist ein freischaffender Theater- und Performance-Macher. Er kreiert verschiedene zeitgenössische Theaterformen, darunter klassische Theaterstücke, verschiedene Formen von Performances und Choreografien.

Suspicious Minds
F. Wiesel sind Jost von Harleßem und Hanke Wilsmann. Sie studierten Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und arbeiten freischaffend in den Bereichen Licht- und Videodesign, Bühnenbild und Fotografie.

Im Sommer 2018 forschten F. Wiesel mit Unterstützung des Goethe Instituts in Fort Lauderdale, Florida, zum Mythos und den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Bermudadreiecks. Seit zwei Wochen setzen sie ihre Arbeit am Marinehistorischen Institut in Dresden fort – im Fokus stehen aus dem Atlantik geborgene Artefakte. Im Rahmen von Mikro Teatr sucht F. Wiesel für 16 Minuten nach dem Unerklärlichen.

Cast: Jost von Harlessem, Hanke Wilsmann

Representation
Wie empfängt man sich in einen so radikalen anderen? Wie funktioniert das überhaupt? Ist es gerichtet? Dies ist eine transhumanistische Geschichte, ein Märchen oder ein Symbol des Alter Ego. Eine formale Choreographie, eine abstrakte Performance, eine menschliche Verhandlung, eine schwebende Frage. Eine Repräsentation.

Idee / Regie: Wojtek Ziemilski | Entwickelt von: Wojtek Ziemilski und Wojciech Pustoła | Performed by: Magda Ptasznik

Wojtek Ziemilski studierte Philosophie in Warschau, Toulouse und Grenoble und anschließend Regie in Lissabon. Nachdem er sich zunächst mit performativen Installationen einen Namen machte, beschäftigt er sich heute vorwiegend mit dokumentarischen Theaterformen. 2017 gewann er mit seinem Stück „Jeden Gest“ (Eine Geste) beim Fast Forward – Europäisches Festival für junge Regie den ersten Preis am Staatsschauspiel Dresden.

She She Pop ist ein Performance-Kollektiv, das in den 1990er Jahren am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft gegründet wurde. Mitglieder sind Sebastian Bark, Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Ilia Papatheodorou und Berit Stumpf. She She Pop feierte im September 2018 sein 25-jähriges Jubiläum im HAU Berlin.

Ohne Titel
Ein choreographisches Objekt, das Theorien über verblasstes Mitteleuropa, Geschichten über begehrende Körper und Spekulationen über eine bessere Zukunft liefert.

Text, performance: Ania Nowak
Styling and costume: Dusty Whistles, Ania Nowak

Produced by Komuna Warszawa, in the frame of “Mikro Teatr”

Ania Nowak hat ihr Studium „Dance/Context/Choreography“ an der HZT Berlin abgeschlossen. Ihre choreografische Praxis nähert sich der Verletzlichkeit und dem Begehren als Möglichkeiten, um neu zu definieren, was Körper und Sprache leisten können.

your triumphs and your charms | Performance von Caroline Beach
„your triumphs and your charms” ist ein Dialog zwischen Sailor, ihrem Körper, dem Publikum und niemand anderem. Sailor teilt ihre Methoden zur Heilung von Wunden, die durch kartesische Spaltungen durch Körper, mit denen wir im Krieg waren, verursacht wurden. Verbündet mit subversiven Popsongs versucht Sailor, Akzeptanz in Verzweiflung, Liebe in der Leere und Leben in ihren eigenen beiden Armen zu finden.

Performance/Konzept: Caroline Beach in Zusammenarbeit mit u n | Song: ‚“I Know It’s Over“ The Smiths

Caroline Beach ist Choreografin und Performerin mit Sitz in Dresden und hat einen Master in Choreographie von der Palucca Hochschule für Tanz. Sie arbeitet für verschiedene Medien und Räume in Dresden und im Ausland.

 

 

16-minütige Kurzperformances

Dauer: 2 Std., 20 Min.

Konzept: Tomasz Plata
Mit: Romuald Krężel, Ania Nowak, Wojtek Ziemilski,
F. Wiesel, She She Pop und Caroline Beach

Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung, das Adam-Mickiewicz-Institut und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.