© Christian Jankowski

Heavy Weight History

Christian Jankowski

Für seine Retrospektive im Warschauer Museum für zeitgenössische Kunst 2013 beschäftigte sich Christian Jankowski (geb. 1968) mit der Geschichte Polens – ein Thema von großer Tragik und Tragweite. Die zahlreichen nationalen Denkmäler in Warschau geben Zeugnis davon ab und lieferten Jankowski gleichzeitig die Idee für eine Videoarbeit voller hintergründigem Humor.
Er engagierte die polnische Nationalmannschaft der Gewichtheber und einen bekannten Sportmoderator des polnischen Fernsehens. Sportler, Trainer, Reporter und Künstler suchten fünf Denkmäler auf, die per Muskelkraft angehoben werden sollten. Darunter auch Willy Brandts Kniefall-Denkmal, bei dem die Sportler allerdings versagten. „Manchmal ist Geschichte eben zu schwer, um getragen zu werden“.

Jankowskis Werk besteht aus performativen Interaktionen zwischen ihm und Laien, zwischen zeitgenössischer Kunst und der sogenannten „Welt außerhalb der Kunst“. Er dokumentiert diese performativen Kollaborationen mit Formaten der Massenmedien, die mit den Kontexten seiner Werke – Film, Fotografie, Fernsehen, Printmedien – verwandt sind.