PORTRAITS – HELLERAU Photography Award 2022 – "COUNTERPARTS"

Ausstellung Residenzpreis 2021 und 2022
ab 8. April – 11. Juni 2022 in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste
Die Ausstellung ist jeweils eine Stunde vor bis eine Stunde nach den Veranstaltungen in HELLERAU geöffnet.

Das aktuelle Thema „COUNTERPARTS“ hat die neu zusammengestellte Jury, zu der dieses Jahr neben der Bologneser Fotografin Francesca Cesari auch der Fotograf und Kurator Daniel Blochwitz zählt, bewusst gewählt: geht es doch nach den anderthalb pandemisch geprägten Jahren momentan in fotografischen Introspektionen oft um Selbstbilder, Ebenbilder, Selbstporträts, Gegenentwürfe im Bild – aber auch um das Gegenüber, um die Anderen, das Gegensätzliche.

Die Preisträger der PORTRAITS Awards 2022 werden auf der Vernissage am 7. April 2022 bekannt gegeben (1. Preis: 5.000 EUR, 2. Preis: 2.000 EUR, 3. Preis: 1.000 EUR, Residenzpreis: ein Arbeitsaufenthalt in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste mit anschließender Einzelausstellung). In der großen Jahresausstellung in den Technischen Sammlungen Dresden werden alle Werke der Finalrunde präsentiert. Und in HELLERAU zeigt die aktuelle Residenzpreisträgerin Natalia Kepesz (Polen) ihre Arbeiten Tür an Tür mit ihrer/m Nachfolger:in.

Eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen und eine Anzahl von kuratierten Einzelausstellungen, den so genannten „Satelliten“, runden das Wettbewerbsprogramm ab. Der neue, insgesamt siebte PORTRAITS Ausstellungskatalog erscheint im Verlag der Kunstagentur Dresden.

Weitere Informationen: www.portraits-hellerau.com
Vernissage der Großen Jahresausstellung: 7. April 2022 in den Technischen Sammlungen Dresden

Mit freundlicher Unterstützung von Tiefenbacher Rechtsanwälte | Steuerberater, mazars, OBERÜBER KARGER Kommunikationsagentur GmbH, Kunstagentur Dresden, PIGMENTPOL Sachsen GmbH, Fotokabinett Dresden, ILFORD und Union Druckerei Dresden GmbH

Studio Ost
Residenzpreisträgerin –
PORTRAITS HELLERAU Photography Award 2021

Das Projekt „Bitwa“ befasst sich mit den historischen Rekonstruktionen und dem Nachspielen der wichtigsten Schlachten auf den polnischen Gebieten. Zugleich werden auch postapokalyptische LARP-Spiele im Projekt berücksichtigt. Live Action Role Playing (LARP) oder Live-Rollenspiel ist eine Form von Rollenspielen, bei denen die Teilnehmer ihre Spielfigur physisch selbst darstellen. Das Vorgehen des Projektes besteht in der Aufnahme analoger schwarz-weiß Fotografien, von denen nur die Portraits im nächsten Schritt nachkoloriert werden. Damit wird die Erschaffung neuer Realitäten in den LARP-Spielen visuell erfahrbar gemacht, ebenso wie die von den vielen Spielern ersehnte Erfahrung, die alten schwarz-weiß Kriegsfotos „zum Leben zu erwecken“ und die Realität des Krieges dem heutigen Betrachter näher zu bringen. Die eigene, neu erschaffene Welt der LARP-Spiele legt durch das Nachkolorieren parallele Realitäten offen, die dank der Technik, die sich heute mit historischen Fotos beschäftigt, dem Betrachter nähergebracht werden können. 

Die polnische Fotografin Natalia Kepesz lebt und arbeitet in Berlin. Nach dem Studium der Kulturwissenschaften und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin studierte sie Fotografie an der Ostkreuzschule Berlin. Sie nutzt die Fotografie als Mittel der Selbstdarstellung, um sich mit verborgenen Qualitäten ihres Charakters zu identifizieren, ihre Realität besser zu verstehen und ihre Interpretation der Welt um sie herum auszudrücken.

Ecksalon Ost
Residenzpreisträger –
PORTRAITS HELLERAU Photography Award 2022

„Hanging on“ ist eine offene Geschichte der Selbstfindung, des Zusammenbruchs der psychischen Gesundheit durch schwere Zwangsstörungen und ihrer Rekonstruktion. Die Arbeiten sind Selbstporträts, die Gullichsen zwischen 2016-2020 aufgenommen hat. Sie vermitteln komplexe Zusammenhänge durch Naturbilder. Graue Moose fressen den Menschen auf, geben ihm Sicherheit vor der Welt, kapseln ihn aber gleichzeitig ab. Eine weiße Winterlandschaft wird –symbolisch für einen psychischen Vorgang – plötzlich von pechschwarzem Rauch erfüllt. Die dargestellten Situationen vereinen Geheimnis, Naturgewalten und den Kampf von Licht und Schatten in einer allen Finnen vertrauten Waldlandschaft. 

Svante Gullichsen, geb. 1994, ist ein in Helsinki ansässiger Fotograf, dessen Arbeit durch nordische Mystik inspiriert ist. Im Mittelpunkt von Gullichsens Werk steht die Beziehung zwischen Mensch und Natur sowie die grundlegende Beziehung zwischen Dunkelheit und Licht. „Hanging on“, Gullichsens Debüt-Ausstellung, wurde zunächst in Nykyaika in Finnland gezeigt und machte den Fotografen in Finnland und darüber hinaus bekannt.