Wir treiben die Liebe auf die Weide

Carsten „Erobique“ Meyer, Paul Pötsch und Lea Connert

Benannt nach einer Songzeile von Nina Hagen, entwickeln Meyer, Pötsch und Connert ein dokumentarisches Theaterstück, das in Form eines Konzerts die spezifische Gefühlswelt in der Populärmusik der DDR dieser Zeit erfahrbar macht. Zehn ausgewählte Songs werden dafür von einer jungen Generation von Musiker*innen gemeinsam mit originalen Akteur*innen aus der DDR-Musikszene re-interpretiert und mit dokumentarischem Material wie Interviews, Protokollen der staatlichen Prüf-Kommission des Bezirkskomitees für Unterhaltungskunst und Zeitzeug*innen-Berichten in einen geschichtlichen Kontext gestellt.  Der Abend zielt darauf ab, einem heutigen Publikum die besondere Bedeutung der Populärmusik für die Alltagskultur der Menschen in der DDR und ihre versteckte Widerständigkeit, softe Subversivität und zeitüberdauernde Qualität jenseits von geschichtsvergessener Ostalgie zu vermitteln.

Wir treiben die Liebe auf die Weide ist kein Nostalgie-Abend, sondern eher ein Happening mit euphorischem Massentanz, das auf die Zeitlosigkeit der Stücke setzt.

Lea Connert (Regie und Choreographie)

Lea Connert studierte von 2001-2007 Theaterwissenschaft an der FU Berlin und von 2008-2012 Theaterregie an der HfMT Hamburg, Schwerpunkt Stückentwicklung und performative Installationen. 2012 war sie Stipendiatin ZEIT Stiftung Lincoln Center Directors Lab in New York City, 2013 Artist in Residence im Fleetstreet Theater Hamburg. Seit 2013 ist sie freiberufliche Regisseurin und Produktionsleitung u.a. für Hajusom, das Dockville Kunstcamp, Lichthof Theater, Barner 16.

Carsten „Erobique“ Meyer (Musikalische Leitung)

Seit 1997 tritt Carsten Meyer unter dem Namen EROBIQUE alleine auf Parties und in Clubs auf, um die jungen Leute mit seiner improvisierten und unkonventionellen Discomusik zu ausufernden Tanzfeten animieren. Er veröffentlichte Musik mit seiner Band International Pony (gemeinsam mit DJ KOZE und Cosmic DJ) und arbeitete parallel an vielen deutschen Bühnen als Theaterkomponist und -musiker, unter anderem für Studio Braun, Stefan Pucher oder Herbert Fritsch. Im Jahr 2005 erstellte Meyer für das Münchner ‚Haus der Kunst‘ die ‚Suite for Gilbert & George‘, die die große Retrospektive des britischen Künstlerpaares musikalisch begleitete. Neben vielen musikalischen Kollaborationen (unter anderem dem musikalischen Projekt ‚Songs for Joy‘ mit Jacques Palminger am Maxim Gorki Theater Berlin), Hörspiel-Arbeiten für WDR und SWR und Einladungen zu musikalischem Austausch nach Israel, Brasilien und die Elfenbeinküste, komponierte er Musik für Film und Fernsehen (u.a. „Fraktus“, „Der Tatortreiniger“)

Paul Pötsch (Musikalische Leitung und Dramaturgie)

Paul Pötsch ist Sänger und Texter der Band „Trümmer“. 2014 erhielt er den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Er schrieb Theatermusik für Stefan Pucher am Thalia Theater, erhielt eine Auftragsarbeit am Haus der Kulturen der Welt, Berlin 2015. Als Schauspieler war er an Theater-, Fernseh- und Filmarbeiten u.a. mit Schorsch Kamerun, René Pollesch, Edward Berger beteiligt.

Isabelle Kaiser (Bühne & Kostüm)

Isabelle Kaiser ist freiberufliche Bühnen- und Kostümbildnerin. Sie studierte zwischen 2009 und 2014 Szenografie an der Zürcher Hochschule der Künste und der Universität der Künste Berlin mit Schwerpunkt Bühnenbild. 2015/16 war sie am Opernhaus Zürich als Bühnenbildassistentin engagiert. In der aktuellen Spielzeit assistiert sie Herbert Fritsch und Hartmut Meyer am Opernhaus und Schauspielhaus Zürich. Als Kulturstipendiatin des Schweizer Kantons Thurgau 2016/17 entwickelt Isabelle Kaiser eigene theatrale und freie künstlerische Projekte im In- und Ausland.

Festival
Do 24.10.2019 Do 24.10.
2019
20:00
Großer Saal
Musik/ Theater
17/8 €

Wir treiben die Liebe auf die Weide

Carsten „Erobique“ Meyer, Paul Pötsch und Lea Connert

20:00
Großer Saal
Musik/ Theater
17/8 €
Festival