WELCOME

Dresden Frankfurt Dance Company

2023/24 Dresden Frankfurt Dance Company Tanz Kulturpass
Foto: Eike Walkenhorst

Mit WELCOME präsentiert die Dresden Frankfurt Dance Company zwei neue Werke der jungen Gastchoreograf:innen Kristin Ryg Helgebostad und Sergiu Matis.

In „Wesenwelt“ beschäftigen sich die Choreografin Kristin Ryg Helgebostad und die Komponistin und Glockenspielerin Laura Marie Rueslåtten mit der Frage, wie jede:r Einzelne ein unverzichtbarer Teil eines komplexen Ganzen ist, das sich in ständigem Wandel befindet. Das Ensemble schafft ein choreografisches Gruppeninstrument mit einer unvorstellbar großen Anzahl möglicher Welten, die sich entwickeln und in immer wieder neue, unbekannte Orte verwandeln können. Um das Miteinander funktionieren zu lassen, entstehen dabei sowohl verletzliche, absurde als auch humorvolle Situationen. Es geht um die Zerbrechlichkeit in der Gemeinsamkeit, um das Kümmern füreinander und darum, was es bedeutet, etwas anderes zu tun als das, was erwartet wird. „Wesenwelt“ ist ein choreografisches Gruppenkonzert, das die Musik auch visuell erfahrbar macht. Inspiriert ist es vom Wechselläuten, einer alten Tradition des Glockenspiels, das an einen Chor mit verschiedenen Stimmen erinnert. Visualisiert werden die Töne von einer Gruppe unterschiedlicher, sich wandelnder Körper.

„Warpscapes“ wird von der visionären Kraft des utopischen Denkens getragen und betont die große Bedeutung der Hoffnung für künstlerische Antworten auf dringende aktuelle Fragestellungen wie Klimanotstand und Verlust der Biodiversität. Fotokamera und Malerei haben die Natur immer wieder als idealisierte und unbewegliche Landschaft eingefangen. Die Umwelt befindet sich in dauerhafter Bewegung, und Tanz bietet gegenüber Fotos und Gemälden die Möglichkeit, diese ästhetisierten Darstellungen mit Bewegung und Affekt zu beleben – nicht, um die Natur zu vermenschlichen, sondern vielmehr um Menschliches naturbezogener zu denken. 

Die Dresden Frankfurt Dance Company ist ein zeitgenössisches Tanzensemble unter der künstlerischen Leitung von Ioannis Mandafounis. Sie entwickelt, präsentiert und vermittelt Tanz mit dem Wunsch, Menschen zusammenzubringen, zu inspirieren und für Tanz zu begeistern. Die Dresden Frankfurt Dance Company vereint zeitgenössisches Denken und Tanztradition, indem sie experimentiert und traditionelle Vorstellungen von Choreografie überdenkt und weiterentwickelt. Unverkennbar ist dabei das Tanzverständnis von Ioannis Mandafounis: Die Anwendung der von ihm entwickelten Methodologie bringt ein tänzerisches und choreografisches Ergebnis auf die Bühne, das improvisiert ist, aber wie geplant erscheint. Dadurch werden die Künstler:innen gestärkt, und es entsteht ein gemeinsamer Prozess zwischen den Tänzer:innen und dem Publikum.

dfdc.de

Kristin Ryg Helgebostad ist Tänzerin und Choreografin, die eine große Bandbreite an performativen und choreografischen Strategien in ihrer Praxis vereint. Sie hat zeitgenössischen Tanz und Choreografie an der National Academy of the Arts in Oslo studiert und arbeitet in unterschiedlichen Konstellationen. Ihre Stücke wurden zu Festivals eingeladen und tourten in Europa. Mit dem Trio Berstad/Helgebostad/Wigdel schuf sie „Soil Girl“ und „Spoiler“. Laura Marie Rueslåtten ist eine der sehr wenigen professionellen Glockenspieler*innen in Norwegen. Gemeinsam gründeten die beiden Künstlerinnen das Handglocken-Ensemble „Ula Metall“ und schufen die Stücke „Me Too/Thee Too“ und „Cheers“.

Sergiu Matis ist ein rumänischer Choreograf, der seit 2008 in Berlin lebt. Er schuf Tanzperformances wie „Neverendings“ (2017), „Hopeless.“ (2019), „Extinction Room“ (2019), „Unrest“ (2021), „Drang“ (2022) und „Blazing Worlds“ (2023). Seine Arbeiten wurden auf Festivals in ganz Europa präsentiert. Seine Tanzpraxis kann als eine unermüdliche Suche in körperlichen und digitalisierten Archiven verstanden werden. Seine Performances erzeugen intensive Erlebnisse, die mit Erwartungshaltungen brechen, auf ein neues Verständnis von Tanz verweisen und die Komplexität unserer Zeit widerspiegeln.