To See Climate (Change)

Romuald Krężel, René Alejandro Huari Mateus

HYBRID Biennale Performance 2021/22

„To See Climate (Change)“ ist das Ergebnis eines künstlerischen Forschungsprojekts, das Romuald Krężel und René Alejandro Huari Mateus 2020 im Frankfurt LAB initiierten und seither in Zusammenarbeit mit Monica Duncan, Clara Reiner und Patrick Faurot durch Residenzen in HELLERAU in Dresden, der Biennale Warszawa und dem ZAMEK Cultural Center in Poznań, Polen, weiterentwickelten. Die Premiere der Performance fand in der Kaserne Basel während des Treibstoff Theatertage Festivals im September 2021 statt.

Ausgehend von Fragen zur Nachhaltigkeit inmitten einer Umweltkrise und deren Auswirkungen auf den heimischen Wohnraum, widmet sich die Performance den Ambivalenzen und Ambiguitäten der Beziehung zwischen dem Menschen und der kleinen Dosis Natur, die man zu Hause finden kann: Zimmerpflanzen. Indem die Künstler:innen die Pflanzen einladen, ihre Arbeit spekulativ mitzugestalten, suchen sie nach Möglichkeiten, das Unsichtbare – das Klima und seine Veränderungen – mit performativen Mitteln sichtbar zu machen.

In der Erkenntnis, dass es für die Schaffung eines ökologischen Bewusstseins mit greifbaren und dauerhaften Auswirkungen notwendig ist, den fehlenden Dialog zwischen Menschen und Mehr-als- Menschen anzuerkennen, erforscht die Performance, inwieweit die Überwindung dieses kommunikativen Bruchs den Weg zu einer egalitäreren Koexistenz zwischen den verschiedenen Lebensformen auf der Erde bereiten kann.

Sprache: Englisch

Dauer: 1 Std.

+ Die Vorstellung am am 06.07. 11:00 Uhr wird auch als Vormittagsveranstaltung angeboten. Rückfragen an Christopher Utpadel, utpadel@hellerau.org, T +49 351 264 62 37

René Alejandro Huari Mateus und Romuald Krężel arbeiten im Bereich der Performance und der zeitgenössischen Choreografie. Zusammen mit Monica Duncan, Patrick Faurot, Clara Reiner und Zuzana Žabková lernten sie sich vor sieben Jahren am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen kennen. Die gemeinsame Arbeit der Gruppe basiert auf choreografischen Praktiken, die visuelle und performative Elemente einbeziehen. Die daraus resultierenden Performances, ortsspezifischen Installationen, partizipatorischen Projekte und andere hybride Formate haben sich unter anderem mit Themen wie Arbeit, Geschlecht und Umweltkatastrophen auseinandergesetzt.

René Alejandro Huari Mateus hat in Deutschland als Tänzer:in, Performer:in und Choreograf:in studiert und gearbeitet. Die intersektionalen Diskriminierungen von Klasse, Geschlecht und Herkunft, die den Institutionen, in denen diese Disziplinen entwickelt werden, innewohnen, haben ihre:seine Identität und künstlerische Positionierung geformt. René ist interessiert auf kritische dekoloniale Zukunftsvorstellungen und darauf diese mit anderen kreativ zu erkunden.

Romuald Krężel lebt in Berlin. In seiner Arbeit verbindet er erweiterte choreografische Praktiken mit performativen Elementen und visuellem Denken, indem er verschiedene experimentelle Formen schafft, darunter bewegungsbasierte Performances, ortsspezifische Installationen, Videos, partizipative Performances und andere hybride Formate. Sie erforschen Themen wie Umweltkatastrophen, den möglichen Austausch zwischen Mensch und Nicht-Mensch, Arbeit und Gender.

Monica Duncan ist eine Video- und Performance- Künstlerin. In ihrer Arbeit untersucht sie die Natur der visuellen Perzeption, die Beziehungen zwischen Publikum und Performer:in und die queere Potenzialität durch Camouflage, Stille und kollektive Bildgestaltung.

Zuzana Žabková macht Kunst, Tanz, Magie, Choreografie durch Performance, Video und Installationen. Sie stößt auf scheiternde Utopien und bewegt sich am liebsten als Reptil. Sie arbeitet allein und mit Freunden zusammen, um die Wertschätzung von Arbeit und Pflege zu überdenken. Sie ist Mitbegründerin der Plattform björnsonova – eine fiktive Figur, eine Gemeinschaft und ein tanzender Mehrkörper mit Wurzeln und Verbindungen, die sich über Zeit, Raum und Kunstformen erstrecken. Gemeinsam mit Tamara Antonijević, Tanja Šljivar, Lucia Kvočáková, Lucie Mičíková, Nik Timková und anderen praktiziert sie Anti-Strategien, Schicksalsarbeit und Scheinheilung.

Patrick Faurot ist ein multidisziplinär arbeitender Performancekünstler und Theatertechniker. Außerdem würde er gerne einige Berge besteigen.

Clara Reiner lebt in Offenbach. Sie performt, macht Stücke und Keramiken, schätzt Humor und arbeitet meist mit anderen. Mit Max Brands und Christopher Weickenmeier bildet sie ein ruhendes, schwaches Kollektiv das um choreographische Systeme, Sci-Fi Narrative, queere Theorie, Theaterdispositive und Freundschaft kreist.

PREMIERE: September 2021, Kaserne Basel (Treibstoff Theatertage Basel)
KONZEPT, KÜNSTLERISCHE LEITUNG: René Alejandro Huari Mateus, Romuald Krężel
DRAMATURGIE, CHOREOGRAFIE: Monica Duncan, René Alejandro Huari Mateus, Romuald Krężel, Clara Reiner
PERFORMANCE: Monica Duncan / Antonia Beeskow, René Alejandro Huari Mateus, Romuald Krężel, Clara Reiner / Zuzana Žabková
VIDEO, SOUND DESIGN: Monica Duncan
LIVE SOUND PERFORMANCE, TONTECHNIK: Antonia Beeskow
TECHNISCHE LEITUNG, LICHT: Patrick Faurot
TECHNISCHE MITARBEIT: Felix Schwarzrock
KOSTÜM: Maldoror
PRODUKTIONSLEITUNG: Sven Rausch
MITARBEIT PRODUKTION: Joshua Geißler

Eine Produktion von René Alejandro Huari Mateus und Romuald Krężel, in Koproduktion mit dem Festival Treibstoff Theatertage in Basel (Schweiz), mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden und dem Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main. Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Koproduktionsförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, sowie durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt, das Frankfurt LAB – Residenzprogramm, die Biennale Warszawa (Polen), das Kulturzentrum ZAMEK in Poznań (Polen) sowie die Berliner Senatsveraltung für Kultur und Europa und die Stiftung Edith Maryon.