Small Narration

Wojtek Ziemilski (PL)

Im Herbst 2006 wurde der Großvater von Wojtek Ziemilski, ein bis dahin angesehener Bürger Breslaus, als früheres Mitglied des kommunistischen Geheimdienstes enttarnt. Ziemilski beschloss, die Bitterkeit dieses Schocks künstlerisch zu verarbeiten. Seine Lecture-Performance verbindet persönliche Geschichte, historische Fakten und zeitgenössische Choreografie – ein Versuch, seine selbstgewählten künstlerischen Entscheidungen der Historie, auf die er keinen Einfluss hatte, gegenüber zu stellen.

In den Arbeiten des 41-jährigen Polen Wojtek Ziemilski, Absolvent des Studiengangs Theaterregie der Gulbenkian Stiftung in Lissabon, verwischen die Grenzen zwischen Theater, bildender Kunst (Videokunst und Fotografie) und Choreografie. Seit 2008 feiert Polen den Zurückgekehrten als „the hot new name of Warsaw theater” (Izabela Wierzbicka, Gazeta Wyborcza) und als „the rising star of Polish culture” (Slawomir Sierakowski, Duzy Format). Ziemilski interessieren zeitgenössische Annährungen an das Theaterschaffen. Er konzipiert Techniken, die den so genannten „non-danse“ in herkömmliche Dramatik einbinden und die sich stark an Fakten ausrichten. Er ist einer der ersten polnischen Künstler, der Regel-basierte Performances entwickelt. Ziemilski ist auch als Fotograf und Video-Künstler sowie als Autor des blogs new-art.blogspot.com tätig.

Englisch

Dauer: ca. 50 Min.

Regie, Text und Performance: Wojtek Ziemilski

Premiere 2008 im Teatr Studio Warschau

Produktion und Realisierung mit freundlicher Unterstützung des polnischen Kulturzentrum München

Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung, das Adam-Mickiewicz-Institut und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.