Fast Forward 2018 Orchiektomie rechts © Philipp Weinrich

ORCHIEKTOMIE RECHTS

Noam Brusilovsky (DE)

Ein junger Mann Ende 20 macht einen Theaterabend über eine Krankheit: Hodenkrebs. Der Titel bezeichnet die operative Entfernung des rechten Hodens. Die Krankheit ist seine eigene. Er fragt sich, was der Krebs, der sein Leben verändert, mit diesem Leben zu tun hat. Hat er selbst Schuld, weil er jung ist, Sex mag, homosexuell ist? Warum stellt sich diese absurde Frage überhaupt? Und wie kämpft man gegen etwas an, das die eigene Existenz so radikal in Frage stellt?

Noam Brusilovsky ist Autor und Darsteller dieser Soloperformance, die auch darum etwas über das Potenzial des Theaters erzählt, weil ihr Protagonist die Kunst ins Spiel bringt, um sich zur Wehr zu setzen. Es gibt Fakten, und es gibt Fiktion. Es gibt Schmerz und absurde Situationen. Es gibt den nüchternen Bericht und die mediale Komposition, die abwechselnd der Vergangenheit, der Diagnose oder den Gedanken der Bühnenfigur Raum gibt. Und dann gibt es One-Ball, den virtuellen Mitspieler, und seine Lust, die mehr und mehr nach Leben begehrt.

Noam Brusilovsky (*1989) schloss mit dieser Arbeit sein Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin ab. Aufgewachsen in Israel, ist er zum Theaterstudium nach Deutschland gekommen. In dieser Zeit entstanden u. a. die Inszenierung „Woran man einen Juden erkennen kann“, die er 2015 beim Körber Studio Junge Regie zeigte und die Hörspiele „Broken German“ (SWR, Deutscher Hörspielpreis 2017) und „We Yisrael“ (SWR 2018).

Deutsch mit englischen Übertiteln

Dauer: ca. 70 Min.

Mit: Noam Brusilovsky
Konzept: Noam Brusilovsky
Bühne/Video: Magdalena Emmerig
Dramaturgie: Lotta Beckers
Sounddesign: Antonia Alessia Virginia Beeskow
Licht: Robert Priebs
Inspizienz: Carsten Bäuerle

Eine Veranstaltung des Staatsschauspiels Dresden in Kooperation mit HELLERAU, Hochschule für Bildende Künste Dresden, Semper Zwei

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