interFACE digital pleasure center

dgtl fmnsm

HYBRID Biennale 2022/23
Foto: Teresa Schönherr

Das neue Projekt des dgtl fmnsm Kollektivs “interFACE digital pleasure center” ist ein interaktiver Performanceraum, in dem die vielschichtigen Schnittstellen von Körpern und Technologie im politischen Kontext behandelt werden. Durch verschiedene “Treatments” (Behandlungen) erfahren die Besucher*innen des Centers Digitalität als heilende Strategie für körperliche Selbsterfahrungen – zur Regeneration aller Pixel und Zellen. 

Im “digital pleasure center” kann das Publikum interaktiv angelegte Treatments erleben, die Tech spekulativ einsetzen. Macht das Publikum nichts, passiert auch nichts im Center. Grundlage des “digital pleasure center” ist die Annahme, dass zwischen Mensch und Technologie eine angenehme Schnittstelle besteht bzw. bestehen kann, ein Interface, das gestaltet, bespielt und ausprobiert werden muss. Bei aller Kritik an Digitalisierung, Monopolisierung und Technologisierung des Alltags, plädiert dgtl fmnsm für die Erforschung des emanzipatorischen Potentials von Tech – durch deren Neudenken, Hacking und Queering. Die Digital Pleasure, die durch diesen Umgang des Publikums mit der Technologie erzeugt wird, wird in ein “Pleasure-Meter” eingespeist, das im Raum für alle sichtbar ist. Wenn dieser ein bestimmtes Level erreicht, werden “Pleasure Rituals“ (Performances) getriggert. Das Publikum interagiert vom Login- bis zum Logout-Prozess ausschließlich mit Tech und wird von einem Telegram-Chatbot durch das Center navigiert. Im Zentrum steht die individuelle Erfahrung der einzelnen Besucher*innen, das spielerische Ausprobieren von diversen Technologien und die persönliche Reflektion über Machtdynamiken zwischen Menschen und diesen. 

Beteiligt an der Konzeption des Centers ist ein interdisziplinäres Team aus Multimedia-Künstler*innen, Designer*innen, Performer*innen und Kurator*innen.

Für die Teilnahme an den Treatments im Center werden benötigt:

  1. Ein eigenes, voll-aufgeladenes Smartphone (Android, iOS)
  2. … mit Internetzugang (WiFi)
  3. … Telegram Account (Link)
  4. … und eigenen Kopfhörern

Dauer: 1 Std. 40 Min.

Sprache: Englisch

Konzept: dgtl fmnsm Kollektiv – allapopp, Sarah Ama Duah, Ulla Heinrich, Philisha Kraatz, Echo Can Luo, Teresa Schönherr

Künstlerische Leitung: Ulla Heinrich, Philisha Kraatz

Technische Leitung: allapopp

Produktionsleitung: Ulla Heinrich

Projektassistenz: Alina Homann

 

Treatment Design:

Crotch Weather Station: OASIS/dotwet:  Iyo Bisseck, Petja Ivanova, Rain Rose, Kaya Zakrzewska

Mozilla Hubs Design: Echo Can Luo

Wrinkle Beauty: Sarah Ama Duah

VR “Unstable Matter”: Lisa Kaschubat

Curse Tablet Station: Andara Shastika

Face Filter: allapopp

Videoschnitt Log-In: Mira Rachel Hanak

Schriften: Lion Sauterlaute

Videoschnitt & Konzept Doku: Itohan Emonvomwan

Audio Design Mozilla Hubs & Support: Alexander Sahm

 

Pleasure Rituals:

Sarah Ama Duah, Rain Rose, Andara Shastika, Raras Umaratih, Kaya Zakrzewska

 

Visual Design: Teresa Schönherr

Kostümdesign: Sarah Ama Duah

Dramaturgische Beratung: Anna Fries

Rauminstallation: Ulla Heinrich, allapopp

Sounddesign: allapopp

Programmierung Chat Bot: Esben Holk

Sitzmöbel aus der Ausstellung “Power Banks”: Britta Thie

Credits: 

dgtl fmnsm / HAU Hebbel am Ufer. Koproduktion: Netzwerk Medien Kunst Dresden, HELLERAU- Europäisches Zentrum der Künste Dresden, depart.one

Gefördert durch: Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

dgtl fmnsm erforscht seit 2015 die Schnittstelle von Performance, Technologien und partizipativen Praxen im Theater. Das Netzwerk agiert als Hybrid aus ästhetisch forschendem Labor und diskursiver feministischer Thesenschmiede und verschränkt Körper und Raum über eine lustbetonte und transdisziplinäre Herangehensweise. In den Projekten von dgtl fmnsm arbeiten feministische Künstler*innen, Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen gemeinsam zwischen bildender Kunst, Performance und gesellschaftlichem Diskurs an feministischen, queeren und tech-positiven Perspektiven auf Technologieerzählungen.

Ein Schwerpunkt der kollektiven Arbeit ist die Konzeption und Umsetzung von begehbaren und interaktiven Raum-Installationen. An den interdisziplinären Projekten von dgtl fmnsm sind ästhetisch und theoretisch Agierende beteiligt, die vor allem ihre Körper als Ausdrucksmittel im Kontext einer sich entziehenden Gegenwart zwischen digitaler Technologie, Netzkultur und politischer Notwendigkeit einsetzen.

dgtl fmnsm hat mehrere Festivals in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden kuratiert und organisiert. Am HAU Hebbel am Ufer war und ist das Kollektiv an den Festivalausgaben von “Spy on Me” beteiligt und hat mit der „FACE“-Reihe in sechs Episoden hybride und performative Workshop- und Vermittlungsformate erforscht. Im Jahr 2021 kuratierte das Kollektiv einen Open Call für das Online Residenzprogramm von Schloss Solitude.