GOOSEBUMPS

missingdots

Premiere

Lecture-Performance 2021/22

Was bedeutet es, sich freiwillig in einen Theaterraum zu begeben? Teil einer Performance zu sein, ob als Performer:in auf der Bühne oder als Zuschauende im Publikumssaal? Sich bewusst dem Spannungsverhältnis auszusetzen auf dieser einen Skala von geglückt bis gescheitert? Sich der verrückten Mischung aus Adrenalin und Erwartungshaltung hinzugeben, Authentizität zu produzieren und Fake zu konsumieren? 

Drei Performerinnen sind bereit. Sie haben Lust. Sie setzen alles in Bewegung: körperlich, stimmlich und emotional, um das Publikum zu erreichen mit ihren künstlerischen Mitteln. Sie wollen ran an den musculus arrector pili – sie gehen also unter die Haut. Nicht mit dem einen großen Drama, sondern mit unterschiedlichen performativen Übungseinheiten. Sie springen in ihre Trainingsanzüge und legen los als Berührungsmaschinen. Sie verausgaben sich bis zur emotionalen und physischen Erschöpfung. Wofür das alles? Um Sie zu berühren. 

missingdots arbeitet in dieser Konstellation erstmalig miteinander. Das künstlerische Team gelangt vom Tastsinn über die Auseinandersetzung mit Berührung hin zu Inszenierungsstrategien, die den sogenannten Gänsehautmoment provozieren. 

Publikumsgespräch im Anschluss am Fr 04.03.

Sa 05.03. Live-Audiodeskription, 17:00 Uhr kostenfreie Tastführung nach Anmeldung an barrierefrei@hellerau.org oder +49 351 264 62 46

Audiodeskription von Gravity Access Services Berlin

Unterstützt durch DIEHL+RITTER/TANZPAKT RECONNECT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz

‘Missing Dots‘ ist ein Begriff aus der Druckersprache und bedeutet ‘fehlende Rasterpunkte’, fehlende Stellen im Druck. Sie entstehen vorwiegend auf rauen oder unebenen Oberflächen des Bedruckstoffes oder auf schnell laufenden Tiefdruckmaschinen. Das Künstler:innen-Netzwerk missingdots untersucht die fehlenden Punkte auf den rauen oder unebenen Flächen von Realität und Gesellschaft. missingdots setzt sich zusammen aus professionellen Künstler:innen verschiedener Sparten, die ein oder mehrmalig als Produktionskollektiv zusammenarbeiten. Die Kollektive finden ihre Themen in und über Dresden hinaus, auf der Straße, in Schulen, Kleingartensiedlungen, Stadtteilen und Asylunterkünften. In der künstlerischen Umsetzung werden Bühnen neu angeordnet, Plätze im öffentlichen Raum besetzt, Gebäude bespielt und interaktive Zuschaueranordnungen entwickelt. Recherchiertes Material aus gesellschaftlichen Kontexten, Interviews, literarische Texte, Film- und Bildmaterial bilden dabei die Grundlage der interdisziplinären und genreübergreifenden performativen Arbeiten. missingdots ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit Sitz in Dresden und ist Mitglied im Landesverband Freie Theater Sachsen e.V. und im Villa Wigman für Tanz e.V. mit dem Ziel die kulturpolitischen Interessen der professionell freischaffenden Künstler:innen in Sachsen zu stärken.

Sprache: Deutsch

Dauer: ca. 1 Std.

Künstlerisches Team
Konzept: Julia Amme und Nora Otte
Stückentwicklung, Regie: Nora Otte in Zusammenarbeit mit den Performerinnen:
Julia Amme
Helena Fernandino
Magdalena Weniger
Kostüm und Bühne: Steffi Rehberg
Lichtdesign: Martin Mulik
Video: Katharina Groß
Mitarbeit Recherche: Katharina Bill 
Produktionsassistenz: Freya Gemeiner

Eine Produktion von missingdots in Koproduktion mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste