Geschichte und Erinnerung in Russland und Deutschland heute

Termine

Podiumsdiskussion | Deutsch
(Boris Belenkin wird
aus dem Russischen
übersetzt)

„Memorial“ wurde 1988 als erste Nichtregierungsorganisation der Sowjetunion gegründet und setzt sich für die Aufklärung der sowjetischen Repression und den Schutz der Menschenrechte im heutigen Russland ein. Dazu gehören Oral History-Projekte sowie ein alljährlichen, seit 1999, landesweiter Schülerwettbewerb „Der Mensch in der Geschichte. Russland im 20. Jahrhundert“, gemeinsam mit der deutschen Körber-Stiftung. Die zahlreichen Einreichungen der 15-17-jährigen wählten keine Helden zum Thema, sondern einfache Menschen, Familienangehörigen. Sie machen sich selbst ein Bild ihrer Vergangenheit, suchen nach Spuren, führen Gespräche mit Zeitzeugen. Dadurch setzen sie sich mit der unbekannten und verdrängten Seite der russischen Geschichte auseinander.

Im Oktober 2016 wurde Memorial durch das russische Justizministerium auf die Liste „ausländischer Agenten“ gesetzt – die Spitze des Eisberges bei allen Behinderungen und Schikanen, die seit Jahren auf die Menschenrechtsorganisation ausgeübt werden. Im Oktober 2019 wurden erneut Geldstrafen auferlegt.

Wie sind die Erinnerungsstrategien und öffentliche Räume für diese Graswurzel-Arbeit in Russland heute? Welche Räume und Themen sind in Deutschland aktuell, wie wird weiterhin mit russischen Organisationen zusammen gearbeitet?

Boris Belenkin, 1953 in Moskau geboren. 1990 Gründungsmitglied von Memorial, Historiker und Bibliothekar bei Memorial bis heute. Ist Mitglied im International Memorial Board, das über die Ausrichtung der Organisation entscheidet.

Corinna Jentzsch, langjährige Mitarbeiterin der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), seit 2018 Projektkoordination für den Bereich “kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte”, zuvor Programmleiterin den Jugendaustauschprogramms “Europeans for Peace”, Kulturwissenschaftlerin.

Gabriele Woidelko (angefragt), Leitung Bereich Geschichte und Politik, Leitung Fokusthema “Russland in Europa” in der Körber-Stiftung

Moderation:
Cornelia Reichel studierte Sprachen-, Wirtschafts- und Kulturraumstudien an der Universität Passau sowie Osteuropastudien an der Ludwig-Maximilians-Universität München, mit Schwerpunkt Politik und Geschichte. Nach Stationen als Kommunikationsreferentin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und Pressesprecherin beim FilmFestival Cottbus sowie dem Filmfestival goEast war sie 2013 bis 2015 als Robert Bosch Kulturmanagerin in Uljanowsk tätig und führte u.a. das deutsch-polnisch-russische Forum „Wandel in Erinnerung“ durch. Nach ihrer Rückkehr engagierte sie sich als Senior Projektmanagerin und Themenverantwortliche „Global Media“ in der Robert Bosch Stiftung für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Journalist*innen. 2018 kehrte sie in ihre Heimatstadt Dresden zurück, um hier verschiedene Dialogformate wie z.B. die Deutschlandpremiere des deutsch-russischen demoSlam umzusetzen. Mit der demoSlam-Initiatorin Evgeniya Sayko gründet sie derzeit die „Magnet – Werkstatt für Verständigung“ gUG.

 

Dauer: 2 Std.

+ 17:00 Uhr, Treppenauge West, Die Journalistin und Historikerin Jane Jannke spricht über das Festspielhaus als sowjetische Kaserne.

Festival
Sa 11.01.2020 Sa 11.01.
2020
15:00
Dalcroze-Saal
Diskurs
Eintritt frei

Geschichte und Erinnerung in Russland und Deutschland heute

Podiumsdiskussion | Deutsch (Boris Belenkin wird aus dem Russischen übersetzt)
15:00
Dalcroze-Saal
Diskurs
Eintritt frei
Festival