25.02.2022

Statement of Solidarity with the Ukrainian people

Das Bündnis internationaler Produktionshäuser verurteilt aufs Schärfste den Einmarsch und Kriegsbeginn durch russische Truppen in der Ukraine und den damit verbundenen eklatanten Bruch des Völkerrechts. Wir sind schockiert über dieses Ausmaß an Verletzung von Menschenrechten, über die Gewaltausübung an der ukrainischen Bevölkerung und über die außerordentliche Gefährdung des Friedens in Europa.

Wir erklären uns solidarisch mit allen friedliebenden Menschen und wir stehen ein für den Schutz demokratischer, offener Gesellschaften. Als international arbeitende Produktionshäuser nutzen wir unsere Kontakte und Netzwerke, um mit unseren Möglichkeiten und Arbeitsprogrammen den bedrohten Künstler:innen und Kolleg:innen eine Stimme zu geben und ihnen zur Seite zu stehen.

 Альянс міжнародних виробників рішуче засуджує початок війни і вторгнення російських військ в Україну та пов’язане з цим різке порушення міжнародного права. Ми шоковані рівнем порушень прав людини, насильством проти українського населення та надзвичайною загрозою миру в Європі.

Ми заявляємо про нашу солідарність з усіма миролюбними людьми і стаємо на захист демократичних, відкритих суспільств. Як міжнародні виробникі, ми використовуємо наші контакти та мережі, щоб надати голос митцям і колегам, яким загрожує небезпека, і підтримати їх у наших можливостях та робочих програмах.

Für 2,00€ erhalten geflüchtete Personen aus der Ukraine gegen Vorlage eines entsprechenden Nachweises Eintritt zu unseren Vorstellungen.

 

Біженці з України можуть потрапити на наші вистави за €2,00 за наявності відповідних документів.

Unterstützungsmöglichkeiten

https://produktionshaeuser.de/aktuelles/

07.02.2022

Bandstand Musikvideos 2022, #1 – 2022

07.02.2022

Watch Out!, #1 – 2022

07.02.2022

Transverse Orientation, #1 – 2022

07.02.2022

Lieder ohne Worte, #1 – 2022

07.02.2022

5 Tage Belarus, #1 – 2022

07.02.2022

Lia Rodrigues, #1 – 2022

07.02.2022

Ohne Masse keine Macht, #1 – 2022

07.02.2022

On Kinships and Twins, #1 – 2022

07.02.2022

Young Stage, #1 – 2022

07.02.2022

CLAIMING COMMON SPACES IV: Cool Down, #1 – 2022

06.02.2022

Pflanzen-Meditation: Eine praktische Anleitung, #1 – 2022

06.02.2022

Gesichter in HELLERAU – Friedemann Heinrich, Finanzmanagement & Controlling, #1 – 2022

06.02.2022

Für Claudia „Wanda“ Reichardt, #1 -2022

06.02.2022

Der europäische Kunstsachse, #1 – 2022

06.02.2022

Schwur der Steine, #1 – 2022

12.01.2022

Kulturland Sachsen geschlossen?

Offener Brief zur Situation von Kultureinrichtungen unter Corona

10.09.2021

1984: Back to No Future, #2 – 2021

10.09.2021

I Dream Therefore I am, #2 – 2021

Virtuelle Realität des menschlichen Bewusstseins  

„Die reichhaltigste, maximal robuste und nahezu perfekte VR-Erfahrung, die wir derzeit kennen, ist unsere ureigene, gewöhnliche, biologisch entwickelte Form des Wachbewusstseins selbst. VR ist die beste technologische Metapher für bewusste Erfahrung, die wir derzeit haben.“ Thomas Metzinger

In der Virtual-Reality-Installation „I AM (VR)“ erkunden Susanne Kennedy und Markus Selg in Zusammenarbeit mit Rodrik Biersteker neue immersive Theaterdimensionen. Die Zuschauer:innen tauchen mit Hilfe eines VR-Headsets in eine virtuelle Welt ein: Erst nachdem das Bewusstsein für diese neue Realität über mehrere Stufen geschärft wurde, ist die Zeit reif für eine Begegnung der Zuschauer:innen mit dem Orakel. Die Zukunft erscheint in den Algorithmen der Fraktale. Welche Frage wollen wir dem Orakel stellen? Vor dem Hintergrund der Analogie zwischen der Struktur des menschlichen Bewusstseins und VR-Erfahrungen erscheinen alte Fragen unter neuen Vorzeichen. Die Geschichte der Philosophie besch ftigt sich seit ihren Anfängen – von Platons Höhlengleichnis über die Fragen des Buddhismus bis weit über das cartesianische cogito hinaus – mit dem erkenntnistheoretischen Problem, die Wahrheit der Dinge von der Art und Weise zu unterscheiden, wie sie in unserer Wahrnehmung erscheinen. Wer würde sich für die rote, wer für die blaue Pille entscheiden? In einer Gegenwart, in der die Grenzen zwischen virtueller und vermeintlich realer Realität immer mehr verschwimmen, erscheint das menschliche Leben wie eine groß angelegte Simulation, die zunehmend in der Lage ist, Bilder zu erzeugen, neue Realitäten zu schaffen und Emotionen zu modulieren. Ist das, was in unserer Wahrnehmung abgebildet wird, Realität oder eine von vielen Realitäten? Schauen wir nicht immer noch fasziniert einem Schattenspiel an einer Höhlenwand zu? Oder sind wir längst Teil eines Computerspiels geworden, in dessen Pannen sich die Wahrheit über uns selbst offenbart? „Gnothi seauton“ („Erkenne dich selbst!“) – als Inschrift des Apollon-Tempels in Delphi akzentuiert der Imperativ die Begrenztheit des menschlichen Seins und weist zugleich als philosophischer und spiritueller Bildungsauftrag darüber hinaus. So wie sich der wahrheitssuchende Ödipus auf den Weg zum delphischen Orakel machte, manifestiert sich die Hoffnung auf Wissen und Erleuchtung in einem digitalen Orakel im Kontext von „I AM (VR)“. „I AM (VR)“ wurde mit VR-Technologie entwickelt und ist ausschließlich im virtuellen Raum zu erleben. Das Publikum bereist den virtuellen Raum auf der Suche nach einem Orakel, so wie einst die Griechen in der Antike den Tempel von Delphi aufsuchten, um sich ihr Schicksal weissagen zu lassen. Was begegnet uns im virtuellen Raum? Die Geschichte der Menschheit, künstliche Intelligenzen oder ein Avatar des eigenen Selbst? Oder doch etwas gänzlich Unerwartetes? „,I AM (VR)‘ ist eine Reise, die dich an einen Ort führt, der in dir verborgen ist“, erklärte Kennedy. „Eine Art Online-Träumen, bei dem du ein wandernder Geist ohne Körper bist. Es ist eine dynamische innerliche Simulation, bei der du gleichzeitig Beobachter:in und Beobachtete:r bist.“ Für die in Berlin arbeitende Theater-Regisseurin ermöglicht die Technologie der virtuellen Realität den Menschen, sich ihres realen Lebens neu bewusst zu werden. „Es ist eine Technologie, die uns zeigt, wie wir mit der Realität, unserem normalen Leben interagieren“, sagte sie in einem Online-Künstler:innengespräch anlässlich der digitalen Weltpremiere von „I AM (VR)“ im Theater Commons in Tokio. „Es ist ein Werkzeug, das uns erkennen lässt, was Realität überhaupt ist“.

Susanne Kennedy studierte Theaterregie in Amsterdam, ab 2011 arbeitete sie an den Münchner Kammerspielen, erhielt Einladungen u.a. zum Theatertreffen, zur Ruhrtriennale oder zu den Wiener Festwochen. Nach „Coming Society“ (2019) und „Ultraworld“ (2020) an der Berliner Volksbühne ist Kennedys aktuelle Arbeit „I AM (VR)“ eine weitere dystopisch rätselhafte Untersuchung von Identität und Subjektivität, Traum und Wirklichkeit, die sie zusammen mit Markus Selg konzipiert hat. Markus Selg ist ein Multimedia-Künstler, der die Dynamik zwischen archaischem Mythos und Computertechnologie in Form von digitaler Malerei, Skulptur, immersiven Installationen, Theater und VR erforscht. Zusammen mit Rodrik Biersteker wurde er 2020 für „Bestes Bühnen-/Videodesign“ mit dem Faust-Preis ausgezeichnet.

Rodrik Biersteker studierte Design für virtuelles Theater und Spiele in Utrecht und konzipiert, erforscht und entwickelt als interdisziplinärer Künstler vor allem Video- und interaktive Technologien im theatralen Kontext.

10.09.2021

HYBRID PLAY #RealityCheck, 22. – 31. Oktober 2021, #2 – 2021

Spielen bedeutet, nach und nach die Regeln zu reaktualisieren. Oder Regeln zu schaffen, die ständig neue Aktualisierung erfordern. Es gibt ein Kontinuum zwischen Gaming und Spiel. Beides braucht Regeln. Am einen Ende des Spektrums steht die Schleife. Am anderen Ende eine offene Form. (Hito Steyerl, in: Ein Panzer auf einem Podest, 2018) Im Mittelpunkt des 10-tägigen Festivals HYBRID PLAY stehen interaktive Installationen, interdisziplinäre und partizipative Theater- und Musikperformances sowie GameFormate, die sich neugierig, risikofreudig und vor allem spekulativ mit digitalen Formen des Erzählens beschäftigen, mit digitalen Ästhetiken experimentieren und neue Interaktionsräume eröffnen. In Mischformen von digitalen und analogen Räumen treffen Publikum und Künstler:innen aufeinander und können in verschiedenen Settings wechselnde Rollen einnehmen: Zuschauer:in, Spieler:in, Beobachter:in … Programmatisch unterzieht HYBRID PLAY das Theater einem #RealityCheck, (unter)sucht die Kunst im Zeitalter digitaler Transformationsprozesse, inmitten rasender Entwicklungen von virtuellen Welten, Avataren, Epic-Games, Metahumans oder AI-Storytelling. In ausgewählten Arbeiten und Konzepten können Zuschauer:innen unbekannte Perspektiven erkunden, können agieren und entscheiden, spielerisch und ohne Angst vor Konsequenzen: Wie lassen sich komplexe Herausforderungen wie der Klimawandel meistern? Welche Skills benötigen Politiker:innen der Zukunft? Im hybriden Utopie-Game „New Radicare“ von weltuebergang spielen geladene Gäste miteinander und gegeneinander, in einem Situation Room für gemeinsames öffentliches Denken und Austesten gesellschaftlicher Strategien. Im interaktiven Kartenspiel „I want to believe“ setzen sich K TV mit dem Themenkomplex von Meinungsbildung und Öffentlichkeit auseinander. Im Mittelpunkt stehen die Besucher:innen, die im Talkshow-Setting als Expert:innen auf dem Podium oder als Follower:innen auftreten. Die Music-Show „Songs of Cyborgeoisie“ von BBB_ ist aus der Sicht verschiedener künstlicher Intelligenzen geschrieben, die über eine Welt der nahen Zukunft berichten – erlebbar als Single-Player-Game oder als interaktive Installation mit Live-Musik. Chez Company schicken aus einer Schaltzentrale Avatare ins Draußen–Welches Stadtbild entsteht aus den subjektiven Geschichten, die sie uns übermitteln? Was sind Übersetzungsfehler und was Entdeckungen? Das Smartphone- Game “Loulu” von onlinetheater macht Manipulationstaktiken und Diskursverschiebungen „neurechter“ Netzwerke erfahrbar und zeigt, dass soziale Internetplattformen perfekte Keimzellen zur gezielten Radikalisierung sein können. Robert Henkes und Anna Tskhovrebovs aktuelles Projekt „CBM 8032 AV“ für fünf Commodore-Computer aus dem Jahr 1980 verbindet eine besondere Neugierde auf aktuelle wie historische Techniken der elektronischen Musik und digitalen Kunst, auf die ästhetischen Besonderheiten faszinierender „Blackboxes“ und „Spielzeuge“ wie Synthesizer oder Computer. Für die gesamte Dauer des Festivals wird der Große Saal des Festspielhauses Immersionsraum und Bühnensetting zugleich: Die performative Installation „Niemandsland” des Schweizer Künstlers Dimitri de Perrot verwandelt die Bühne mit einem hybriden Spiel zwischen Theater, Konzert, Installation und Party in einen Ort der Reflexion und Inspiration. In seiner „Disco des Alltags“ kann sich das Publikum frei bewegen–und gleichzeitig das Spiel zwischen DJ und Publikum als ein Bühnenstück ohne Worte erleben. Ebenfalls für die gesamte Dauer des Festivals wird das Kollektiv ArtesMobiles in einem Try-Out-Showing das Projekt „System Failed“ präsentieren, erproben und weiterentwickeln. In Kooperation u.a. mit ZKM | Karlsruhe, CCC, CTM, Akademie für Theater und Digitalität Dortmund und NEXT LEVEL – Festival for Games wird in den folgenden Monaten eine partizipative Performance entstehen, die sich mit Herrschaftsstrukturen im sogenannten smarten Zeitalter auseinandersetzt und algorithmische Regierungstechniken spielerisch erfahrbar macht.