Uji Handoko Eko Saputro a.k.a Hahan (ID) Visual Artist 2019/20, Foto: mldspot

Uji Handoko Eko Saputro a.k.a Hahan (ID) Visual Artist 2019/20

Disziplin/Genre: Visual Artist

Residenzprogramm: Im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung 2025

Projekt in HELLERAU: The Curious Deal, Dresden, Raden Saleh dan Blue Mosque (Blaues Häusel)

Mit diesem Projekt versuche ich, verschiedene Möglichkeiten des Umgangs mit Zeit, Geschichte und dem geteilten Besitz eines historischen Narrativ auszuloten. Im Rahmen des Projekts beschäftige ich mich damit insbesondere durch den Einbezug historischer Narrative zu Raden Saleh Sjarif Boestaman (1807 oder 1811 – 23. April 1880), besser bekannt als Raden Saleh. Raden Saleh war ein indonesisch-arabisch-javanesischer Maler und Pionier der modernen indonesischen Kunst, damals bekannt als “Dutch East Indies”. Während seines Aufenthalts in Dresden vermischte er in seinen Gemälden Elemente der Romantik mit Elementen, die seinen javanesischen Hintergrund repräsentieren.

Ich betrachte Dresden heute in diesem historischen Kontext.

Die Informationen und Daten, die ich während meiner Residenz in Dresden und durch Zugriff auf Onlineplattformen generieren konnte, transformiere ich in ein 300 cm mal 900 cm großes Gemälde, das später in Einzelteile aufgeteilt wird. Diese Teile, die ich jeweils als einen “Posten” bezeichne, sind 30 cm mal 30 cm groß.

Die Einzelteile des Gemäldes können bei der Projektpräsentation vom Publikum im Austausch gegen mitgebrachte Gegenstände des täglichen Gebrauchs und die Erzählung einer jeweils damit verbundenen Geschichte ersteigert werden. Den Hintergrund bildet dabei die Frage: “Was brauchen Künstler*innen, um zu überleben?”.

Hier mache ich in Bezug auf die Arbeit von Raden Saleh die Bedeutung alltäglicher Gebrauchsgegenstände als Energieträger fest, die in ihrer Wiederverwendbarkeit die Materialisierung der Kunst ermöglichen. Daran anknüpfend entwickelte ich die Idee, die Energie wiederherzustellen, die Künstler*innen von ihrem Umfeld erhielten, das sie unterstützte. Ich bin überzeugt davon, dass Künstler*innen ihr Umfeld wiederspiegeln.

Überdies macht das Projekt implizite Werte sichtbar, die als Schablone zur Betrachtung von Werken dienen, denen zunächst “unsichtbare” Werte beigemessen werden. Diese Werte werden gegen alltägliche Bedürfnisse aufgewogen, die mit “sichtbaren” Werten einhergehen, jedoch im Anbetracht der verschiedenen Nutzer*innen sehr subjektiv sind.

Dieses Vorgehen erscheint sehr vertraut, wenn man die Funktion von Kunstobjekten betrachtet, denen einerseits ein materieller Wert zugeschrieben wird, die gleichzeitig aber auch innerhalb des Bezugssystems der Kunst einen jeweils eigenen Wert innehaben.

Der Einbezug von Gutachtern, die den Austausch von alltäglichen Gebrauchsgegenständen gegen Teile des Gemäldes beobachten, gestaltet sich Abhängigkeit von den diversen Hintergründen der Beteiligten sehr unterschiedlich. Es wird sichtbar gemacht, dass der Wert der Kunst hinterfragt werden kann, indem das Publikum die Entscheidungsgewalt darüber erhält, wieviel das jeweilige Tauschobjekt und die zugehörige Geschichte wert sind.

Ausgehend von dem Konzept des Lapidariums interessiere ich mich für die künstlerische Manifestation kultureller Produkte. In Form von öffentlich zugänglicher Kunst können sie nicht länger die ideologischen Ansichten oder Bedürfnisse von Städten repräsentieren. Sie werden gesammelt und aufbewahrt, sodass sie nach einer bestimmten Zeitspanne im selben oder aber in anderen Kontexten wiederverwendet werden können.

Ausgehend von dieser Grundlage “sammelte” ich kulturelle Produkte und Kunstobjekte, denen ich während meines Aufenthalts in Dresden begegnete und erweckte sie in denselben und anderen Kontexten wieder zum Leben, indem sie gegen tägliche Gebrauchsgegenstände ausgetauscht werden konnten, die von der Öffentlichkeit entsprechend ihrer Bedürfnisse und der Frage “Wie überleben Künstler*innen heute?” zusammengetragen wurden.

Was inspiriert dich?

Meine Umgebung

Deine ersten drei Gedanken über HELLERAU?

Privatsphäre. Gemeinschaft. Volle Unterstützung.

Wie würdest du deine Arbeitsweise beschreiben?

Kommen, sehen, hören, lernen, denken und mit den Möglichkeiten umgehen.