Fang Yun Lo / Polymer DMT (DE) Performance/Dokumentartheater/Choreografische Installation 2018/19, Foto: PR Fang Yun Lo

Fang Yun Lo/Polymer DMT (DE) Performance/ Dokumentartheater/ Choreografische Installation 2018/19

Genre: Performance/Dokumentartheater/Choreografische Installation

Projekt: Brides & Cooks

Weltweit wandern Millionen von Menschen in andere Länder aus, um dort zu arbeiten, wobei sie oft ihre Identität, ihre Wurzeln und ihre Freiheit aufgeben. Diese globale Arbeitsmigration scheint uns eines der großen und zugleich unsichtbarsten Probleme unserer Zeit zu sein. Wir untersuchen dieses Thema am Beispiel vietnamesischer Emigrant*innen in Taiwan und Deutschland. Die Zeiten und Erfahrungen pralle aufeinander – junge, hoffnungsvolle Menschen von heute, aber auch illegale Einwander*innen oder ehemalige DDR-Vertragsarbeiter*innen kommen zu Wort. Welche Mechanismen und Konstruktionen der Arbeit als globale „Ressource“ finden sich in diesen Prozessen? Was sagt diese Migration über jede Gesellschaft, ihre Brüche und Probleme und über die globale Gemeinschaft aus?

Die Inszenierung soll als choreografische Installation realisiert werden, die dem Publikum die Möglichkeit gibt, in seiner eigenen Bewegung zu entdecken. „Brides & Cooks“ ist Teil 2 einer choreografischen Reihe über Identität und Pluralität und wird Anfang 2020 mit deutschen, taiwanesischen und vietnamesischen Partner*innen realisiert.

Was inspiriert dich?

Seit 2017 beschäftige ich mich künstlerisch mit (kultureller) Identität und deren Bildung. Ein erstes Bühnenstück „Unsolved“ wurde im September 2018 bei PACT uraufgeführt.

Derzeit ist die Flüchtlingskrise in Europa und weltweit die bestimmende gesellschaftliche Debatte. Für mich und uns als Team ist diese Debatte Teil einer umfassenderen Herausforderung für unsere Gesellschaft, die sich aus einer immer stärkeren Globalisierung und einer wachsenden Ungleichheit zwischen Arm und Reich ergibt.

Für mich resultiert dieses Engagement aus meiner eigenen Biografie als Taiwanerin, einem Land mit einem hochkomplexen kolonialen Erbe und einer instabilen politischen Identität, aber auch aus meiner Arbeit als taiwanesische Künstlerin in Deutschland, als Migrantin.

Deine ersten drei Gedanken über HELLERAU?

Historisches und kulturelles Erbe

Weit entfernt vom Stadtzentrum, ruhiges Wohngebiet

Riesige Bühne mit sehr hoher Decke und großartigen Gästeappartmentzimmern

Wie würdest du deine Arbeitsweise beschreiben?

Ich selbst bin vor über 15 Jahren – aus der Faszination für das Tanztheater von Pina Bausch – nach Deutschland gekommen, um diese Kunst direkt zu erleben und zu lernen und selbst Künstlerin zu werden.

Inzwischen lebe ich dauerhaft in Deutschland und arbeite an internationalen Kooperationsprojekten zwischen Taiwan und Deutschland. Die Arbeit an und zwischen den Kulturen und Techniken ist zum bestimmenden Element meines künstlerischen Interesses geworden. Dabei bin ich nicht nur von Ost nach West (und wieder zurück) gezogen, sondern auch vom Tanz zu anderen Kunstformen, Theater, Film, Installation.