fachbetrieb rita grechen (DE/CH/AT/NO) Musiktheater/Installation 2019/20, Foto: Nicole Wytyczak

fachbetrieb rita grechen (DE/CH/AT/NO) Musiktheater/Installation 2019/20

Disziplin/Genre: Musiktheater, Installation

Projekt in HELLERAU: Was ist mehr zu viel als alles

“Was ist mehr zu viel als alles” handelt vom Leben gegen den Tod. Der große Saal des Festspielhaus‘ Hellerau ist vollständig weiß. In ihm rieselt Sand von der Decke, der von kleinen leuchtenden Staubsaugerrobotern weggesaugt wird. Licht fällt durch ein Dachfenster. Dann Techno und ein Catwalk mit gesichtslosen Models. Ein weiterer, kleinerer Raum öffnet sich: Eine barocke Kammermusikszene mit Zeitungen und Champagner für alle kommt zum Vorschein. Der Barockraum wird von drei Arbeitenden langsam und stetig ausgeräumt, die einzelnen Gegenstände werden einvakuumiert und archiviert, in einem gigantischen Plastikwürfel, der zuvor aus der Decke fiel. Die Archivist*innen machen vor nichts Halt und archivieren irgendwann sogar sich selbst. Ein Unwetter bricht herein, erste Vorboten des Weltuntergangs. Ein letzter langer verzweifelter Monolog redet, um den Tod wegzuschieben. Dann öffnen sich die Türen zum verregneten Garten, wo die Performer*innen heißes Gemüse für das Publikum aus der Erde graben. Die Henkersmahlzeit.

Was inspiriert dich?

Alles mögliche.

Geschichte, Philosophie, Klima, aktuelles Zeitgeschehen, Mode, Material, Zeitung, Architektur, Essen, Bücher, Wissenschaft, Kunst, Licht, Video und Fotografie, Musik.

Deine ersten drei Gedanken zu HELLERAU?

HELLERAU hat uns von Anfang an ein immenses Vertrauen entgegen gebracht. Das ist sehr toll. Und durch die geschützte Arbeitsatmosphäre konnten wir ungestört unseren Größenwahn ausleben.

In HELLERAU wird man immer so herzlich empfangen, egal ob man zum Meeting kommt oder sich eine Vorstellung anguckt.

Außerdem ist das Programm richtig gut.

Wie würdest du deine Arbeitsweise beschreiben?

Wir arbeiten für jedes Projekt meist mit einer anderen Personenkonstellation. Deswegen sind wir immer wieder auf der Suche danach, wie wir als Gruppe hierarchielos und jede*n respektierend gemeinsam arbeiten können. Wir experimentieren mit allen Disziplinen, die uns interessieren und die wir für wichtig erachten. Außerdem ist das Publikum und dessen Einfluss ein zentraler Bestandteil unserer Abende.