Amy Bryce (GB) Komposition 2018/19
30.08.2019

Interview mit Komponistin und Residenzkünstlerin Amy Bryce (GB) 2018/19, #2 – 2019

In ihrer Arbeit beschäftigt sich die Komponistin Amy Bryce mit zeitgenössischer Musik und Theater. Die preisgekrönte Absolventin des Royal College of Music London war bisher vor allem mit der Tête-à-Tête-Oper am Darmstädter Musikinstitut, Musiikin Aika (Finnland) und bei den Musikfestivals Leeds Lieder, Bloomsbury und Cheltenham anzutreffen.

Amy, du wurdest von der Stiftung Kunst und Musik für Dresden als Composer-in-Residence für drei Monate ausgewählt. Woran hast du während dieser Zeit in HELLERAU gearbeitet?

Die meiste Zeit habe ich damit verbracht, die immersive Oper „A Kinder Society“ zu konzipieren. Ich habe auch an eigenen Performances gearbeitet, die ich unter anderem beim Festival TONLAGEN und bei der Tanzwoche Dresden realisieren konnte.

Was hat die Zeit für dich ausgemacht?

Ich habe vor allem den Freiraum geschätzt, Ideen zu entwickeln und es war wunderbar, hier in die Community einzutauchen und jede Woche verschiedene Künstler*innen im Programm zu erleben. Es war eine schöne Mischung aus Alt und Neu. Julia Mihály war zum Beispiel beim TONLAGEN-Festival hier, deren fantastische Arbeit ich schon seit den Darmstädter Festkursen im vergangenen Sommer verfolge. Mein absoluter Favorit war Meg Stuart mit „Until our Hearts Stop“.

Wirst du in HELLERAU wieder zu sehen sein?

Ja! Ich kann es kaum erwarten, nächstes Jahr das Stück „A Kinder Society“ aufzuführen. Ich habe auch spannende Pläne mit einigen Künstler*innen der Dresdner Szene für zeitgenössischen Tanz.

Künstler*innen aus den Bereichen Tanz, Theater, Performance, Neue Musik und Medien können im Rahmen des Residenzprogramms Arbeitsmethoden vertiefen, künstlerisch forschen sowie konzentriert Projekte entwickeln und sich mit anderen Künstler*innen austauschen. HELLERAU bietet Künstler*innen einen Wohn- und Arbeitsort vor Ort. Die Residenzen werden direkt an Künstler*innen aus der Region und dem In- und Ausland vergeben, deren künstlerische Arbeit von HELLERAU unterstützt und zu denen eine längerfristige Arbeitsverbindung aufgebaut wird. Darüber hinaus ist das Residenzprogramm mit verschiedenen Partnerinstitutionen wie den Goethe-Instituten in Istanbul und Québec, dem Conseil des arts et des lettres du Québec, der Stiftung Kunst und Musik für Dresden und weiteren Kulturpartner*innen international verknüpft. HELLERAU engagiert sich im Arbeitskreis deutscher internationaler Residenzprogramme. Neben der Arbeit an den eigenen künstlerischen Projekten wird auch der Kontakt zur regionalen Szene ermöglicht und damit ein Austausch künstlerischer Perspektiven und Arbeitsweisen befördert. Dresdner Kulturpartner wie zum Beispiel das Medienfestival CYNETART sowie dgtl fmnsm im Bereich Digitale Kunst und der PORTRAITS – HELLERAU Photography Award im Bereich Fotografie sind Teil des Residenzprogramms. Rosa Müller, in HELLERAU für die Residenzen verantwortlich, sprach mit drei Residenzkünstlerinnen, die bereits in HELLERAU waren oder in dieser Saison hier arbeiten werden.