Open Your Mind, Foto: Sjored Derine
28.01.2019

Open Your Mind – Grenzenlose Improvisation, #1 – 2019

Der Tanz-Battle OYM Dresden wird am 06.04.2019 in HELLERAU als Deutschland-Premiere in Kooperation mit The Saxonz stattfinden.

Interview mit Alexander „Kelox“ Miller, Tänzer, Choreograf, Mitglied der Dresdner Breakdance-Crew „The Saxonz“ und Initiator des internationalen Experimental-Battles OYM Dresden. Die Fragen stellte André Schallenberg, Programmleitung Theater und Tanz in HELLERAU.

Was bedeutet OYM?

OYM bedeutet „Open Your Mind“. Es ist ein experimentelles Tanz-Battle-Format. Ziel ist es, unterschiedlichste Tanzstile zusammenzubringen und individuellen Formen, die nicht einmal klassifiziert sind, eine Plattform zu geben. Ob zu fünft, auf einer mit Würfeln vollgestellten Bühne, im Due mit einem Cellisten – OYM ist ein Battle, der von Improvisation und der Spontanität der Tänzer *innen lebt. Er testet die Fähigkeiten der Imagination und Abstraktion der Tänzer*innen in dem Moment, in dem sie die Bühne betreten. OYM entstand 2013 in St. Petersburg und entwickelte sich in den letzten fünf Jahren zu einem der angesagtesten Tanz-Battles im Bereich des Urbanen Tanzes. Mittlerweile findet OYM nicht nur in St. Petersburg (Russland), sondern auch in Eindhoven (Niederlande) sowie in Osaka (Japan) statt. 2019 wird OYM erstmals in Deutschland bei uns in Dresden veranstaltet. Zusätzlich gibt es auch erstmals eine UK-Edition in London. Die Gewinner*innen der jeweiligen Events werden als Jury oder Workshopleiter*innen zum nächsten Event eingeladen.

Was unterscheidet OYM von anderen Battles?

OYM lebt von einer magischen und intimen Atmosphäre. Diese entsteht nur, wenn man den Tänzer*innen die Möglichkeit gibt, in ihre Fantasie abzutauchen, ohne von Zeitbegrenzungen limitiert zu sein. Das Battle-Prinzip des Gegeneinander-Tanzens wird nach der ersten Runde dekonstruiert, alle weiteren Runden werden zu Kurz-Performances. Ein weiteres Merkmal ist die Interaktion mit Objekten und besonderen Bühnenelementen. Dazu will ich aber nicht zu viel verraten.

Wie seht Ihr das Verhältnis von urbaner Szene und der sogenannten „Hochkultur“? Braucht es diese Unterscheidung heute überhaupt noch?

HipHop und die drumherum entstandene „Urbane Szene“ in all ihren Facetten hat schon immer die Mode, die Popkultur, die Kunst und vielleicht auch die Hochkultur inspiriert oder sogar beeinflusst. Werke von StreetartKünstler*innen wie Banksy findet man schon lange in Museen, Tänzer*innen wie Rubberlegz, der seine Wurzeln im Breaking hat, tanzt mittlerweile für William Forsythe. Philip Chbeeb, lange in der Szene als Pacman bekannt, ist Gastchoreograf beim Nederlands Dans Theater NDT Amsterdam. Das sind nur einige Beispiele. Die Urbane Szene ist für mich schon längst in der Hochkultur angekommen, auch wenn das vielleicht nicht immer auf den ersten Blick sichtbar ist.

Auch in Dresden und in HELLERAU gibt es viele Kooperationen. Wie ist euer Verhältnis zur freien zeitgenössischen Tanzszene in Dresden?

Wir kennen uns alle hauptsächlich durch das Format „Floor on Fire“. Das hat die Tanzszene gut durchgemischt. Mit der go plastic Company entstand ein freundschaftliches Verhältnis. Hin und wieder unterstützen wir uns bei Projekten. Die Choreografin Cindy Hammer haben wir im letzten Jahr als Dozentin für Zeitgenössischen Tanz zu unserer HipHop-Woche eingeladen. Lehmi wiederum vertritt hin und wieder ihre Kurse, wenn sie gerade um die Welt fliegt, und ich durfte als Tänzer Teil der „Go West young men“-Produktion sein. Alles in allem ziemlich cool, ich hoffe da geht noch was.