Krieg und Terpentin

Needcompany (BE)

Mit der belgischen Needcompany kommt eine der legendärsten Tanz- und Theatercompanys Europas erstmals nach HELLERAU. Die von Jan Lauwers und Grace Ellen Barkey begründete belgische Gruppe arbeitet seit über 30 Jahren an der Schnittstelle zwischen Tanz, Theater, Musik und Performance. Die neue Produktion „Krieg und Terpentin“ verwebt auf einzigartige und beeindruckende Weise das Nachdenken über menschliche Schicksale im katastrophenreichen 20. Jahrhundert mit der großen Frage, wie Kunst und Gesellschaft zusammenhängen. Sie zeigt damit eine beeindruckende Vision über die Kraft der Kunst und des Theaters an sich.

Kurz vor seinem Tod in den 1980er Jahren schenkte Stefan Hertmans‘ Großvater seinem Enkel ein paar alte Schreibhefte, in denen er sein Leben dokumentiert hatte. Es war geprägt von einer verarmten Kindheit vor 1900 in Gent, schrecklichen Erfahrungen als Soldat an der Front im Ersten Weltkrieg und einer großen Liebe, die jung starb. Jan Lauwers präsentiert mit der belgischen Needcompany eine persönliche Vision des Buches und greift die Geschichte von Stefan Hertmans auf, um eine intensive Fabel über den Fortschritt der Industrialisierung, die Gewalt des Großen Krieges, Liebe, Glück, Trauer und die Geheimnisse eines menschlichen Lebens zu schaffen.

Hauptdarstellerin ist die belgische Schauspielerin Viviane De Muynck, die im März 2018 für ihre kulturellen Verdienste den flämischen „Ultima Award“ erhalten hat. Freund*innen der erfolgreichen NDR-Serie „Tatortreiniger“ ist sie als Kneipenwirtin in der Folge „Tauschgeschäfte“ bekannt. Neben De Myunck und den Tänzer*innen der Needcompany stehen die Musiker Alain Franco, Simon Lenski und George van Dam als klassisches Streichtrio mit einer neukomponierten Musik von Rombout Willems auf der Bühne.

„Die Bühnenbilder – die Organisation von Raum, Bewegung, Kostümen – waren bis ins letzte Detail durchdacht. Manchmal illustrieren sie die Dinge wörtlich, manchmal verwenden sie Metaphern“ Anna Solak, kultura.poznan.pl

„Die Stücke des diesjährigen Malta Idioms zeigten die Instabilität der modernen Welt, ihre Zerbrechlichkeit, die schwierigen Erfahrungen, die die Geschichte über die menschliche Existenz gebracht hat, und die damit verbundene Hilflosigkeit. Gleichzeitig sprach sie von der (Un-)Möglichkeit der Anpassung und Akzeptanz des Unvermeidlichen“, Agata Wittchen-Barełkowska, kulturaupodstaw.pl

Die Needcompany ist mit ihren Produktionen weltweit auf Tour. Der Regisseur und Gründer der Needcompany Jan Lauwers wurde bei der Biennale Venedig 2014 mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Außerdem wurde Jan Lauwers in diesem Jahr unter anderem als Ko-Kurator zum Malta Festival in Poznań/Polen eingeladen, wo er neben einer Werkschau aktueller Produktionen auch die Reihe „Idiom“ mit verschiedenen internationalen Künstler*innen unter dem Titel „Leap of Faith“ zusammengestellt hat.

Deutschland-Premiere | Englisch mit deutschen Übertiteln | Party im Anschluss am 14.09. | Publikumsgespräch im Anschluss am 15.09. gemeinsam mit Paul Plamper

Dauer: ca. 2 Std., ohne Pause

Regie: Jan Lauwers , nach dem Roman „Vorlog en terpentijn“ von Stefan Hertmans
Musik: Rombout Willems
Darsteller*innen: Viviane De Muynck, Benoit Gob, Grace Ellen Barkey, Sarah Lutz, Romy Louise Lauwers, Elik Niv, Maarten Seghers, Mohamed Toukabri, Alain Franco, Simon Lenski, George von Dam
Licht: Ken Hioco
Dramaturgie: Elke Janssens
Kostüm: Lot Lemm
Ton: Dries D´Hondt
Produktionsleitung: Marjolein Demey
Gemälde/Zeichnungen: Benoît Gob
Deutsche Übertitel: Pascal Bovée

Die Originalausgabe „Oorlog en terpentijn“ von Stefan Hertmans erschien 2013 bei De Bezige Bij. Deutsche Übertitelfassung auf Basis der deutschen Übertragung von Ira Wilhelm mit freundlicher Genehmigung des Hanser Verlages.

Eine Produktion der Needcompany.
Koproduktion: Toneelhuis (Antwerpen), Festival de Marseille und der Province of West Flanders.
Produziert mit der Unterstützung der belgischen Steuerverwaltung und der flämischen Behörden.

Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.