Rosalind Masson (GB/DE) & Florence Freitag (DE) TANZPAKT Dresden 2020

Garten als widersprüchlicher utopischer Raum

TANZPAKT Dresden Dresden Recherche-Residenz in Kooperation mit dem Botanischen Garten der TU Dresden

Die Forschungsfrage, die hinter dieser Residenz steht, wurde durch eine Ausstellung im Jahr 2019 inspiriert, die nach Hieronymus Boschs Meisterwerk „Garten der irdischen Freuden” von 1500 im Martin-Gropius-Bau in Berlin benannt war.  Die Ausstellung beschäftigte sich mit dem Anthropozän in Bezug auf Themen wie Saatgutpolitik, Folgen des Kolonialismus und historische Segregation. Die Ausstellung untersuchte den Garten als Ort der Dualität und des Widerspruchs: zwischen Harmonie und Chaos, Ausschluss und Einschluss, Utopie und Dystopie. Weitere Untersuchungen führten zu der Problematik hinter dem Begriff des Anthropozän und zur Entdeckung des Begriffs der Subszendenz des „dunklen Ökologen” Timothy Morton. Subszendenz bedeutet einfach ausgedrückt, dass das Ganze kleiner ist als die Summe seiner Teile. Somatische Praktiken erleichtern u.a. eine Subszendenz des Körpers und ermöglichen dem Erlebenden den Zugang zu einer zellulären, neuronalen und metabolischen Ebene des Zuhörens und Verstehens. Wie ermöglichen es uns somatische Praktiken angesichts der klimatischen Auslöschung, uns wieder als Teil einer symbiotischen Gemeinschaft von Pflanzen zu positionieren, und warum ist das bewusste Atmen ein Akt radikalen Widerstands?

Aufgrund der aktuellen Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 arbeiten Rosalind Masson und die Kollaborateurin, Performerin und Multimediakünstlerin Florence Freitag auf Dis/Tanz. Sie stehen in Mailkontakt mit ihrer Hauptforschungspartnerin, der wissenschaftlichen Leiterin des Botanischen Gartens der TU Dresden, Dr. Barbara Ditsch. Rosalind arbeitet derzeit von der Obermühle Görlitz aus, wo sie lebt und gärtnert. Florence beginnt ihre Residenz in Berlin – begleitet von 21 grünen Begleiterinnen in ihrer Wohnung und einem riesigen Feld – und wird im Mai zu Rosalind stoßen, um ihre Forschungen aus der Nähe fortzusetzen und nach der Wiedereröffnung des Botanischen Gartens in Dresden ihre Forschungen im Botanischen Garten zu präsentieren.

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Rosalind Masson
Florence Freitag 

Rosalind Masson machte 2006 ihren Abschluss an der London Contemporary Dance School und schloss 2008 einen Master-Abschluss an der DJCAD in Media Arts ab. Im Jahr 2009 arbeitete sie bei Movement Research in New York. Von 2008 – 2013 arbeitete sie als Performerin und Choreografin in den Bereichen Rock, Folk und zeitgenössische Musik sowie als Performerin in der Arbeit von bildenden Künstler*innen, Tanzfilmemacher*innen und Choreograf*innen in Deutschland, Großbritannien und den USA. 2010 begann sie mit der Produktion ihrer eigenen choreografischen Arbeit unter dem Titel Anima(l)[us]. Sie leitete und produzierte neun Live-Arbeiten und fünf Leinwandarbeiten, die international gezeigt wurden. Im Jahr 2014 trat sie dem Kollektiv Laborgras in Berlin bei, wo sie vier neue Arbeiten unter dem Titel „The Renaissance Project” schuf und aufführte. Seit 2019 ist sie stellvertretende Vorsitzende des Neiße Centre for Contemporary Art und setzt ihre freiberufliche Arbeit als Choreografin, Kollaborateurin, Lehrerin und Performerin in Görlitz, Sachsen, fort.

www.rosalindmasson.com

Florence Freitag ist eine in Berlin lebende Performerin/Tänzerin, Stimm- und Videokünstlerin, Schriftstellerin, Moderatorin und Kuratorin, die sich von der Stärke kollaborativer Arbeit inspirieren lässt. Sie ist Teil des queer-feministischen Alten Finanzamt e.V., wo sie alle zwei Monate eine Performance-Reihe sowie die Gruppe „gathering voices“ veranstaltet. Sie ist Mitbegründerin von TanzRaumGörlitz und des Kollektivs transatlanticbirdscrew, das verkörpertes Denken praktiziert und über sensorische und sinnliche Arten des Seins in der Welt nachdenkt. Ihre Stimmarbeit lenkt die Aufmerksamkeit auf innere und äußere Landschaften, wobei sie kürzlich mit und für Federica Sosta, Lisa Stewart, Zorka Wollny, Ashley Fure & Lilleth Glimcher u.a. arbeitete. 2020 produzierte Florence zusammen mit Sandhya Daemgen die Serie „What’s That Noise?”, die im Radialsystem und ausland, Berlin, gezeigt wurde.

www.florencefreitag.com