Foto: Stephan Floss
10.09.2021

Gesichter in HELLERAU – Elisabeth Krefta, Künstlerische Mitarbeiterin der Programmleitung, #2 – 2021

Seit wann arbeitest du in HELLERAU und was sind deine Aufgaben?

Ich arbeite seit der Spielzeit 2018/19 in HELLERAU und bin Teil des Programmteams. Ich bin eine der ersten Ansprechpartner:innen für Companys und Künstler:innen. Wir verfolgen ihre Arbeiten, sehen ihre Stücke oder sie haben Anfragen oder schicken uns Konzepte, die wir dann im Team besprechen und schauen, ob und wie die Stücke in den Gesamtkontext einer Spielzeit passen. Ich kommuniziere mit Künstler:innen, gehe in Vertragsverhandlungen, konzipiere Festivals und Schwerpunkte gemeinsam mit dem gesamten Programmteam. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist auch der Kontakt zur freien Szene in Dresden. Da bin ich mit vielen Künstler:innen verbunden und unterstütze sie bei ihren Produktionen bei uns am Haus.

Wie sieht ein typischer Tag in HELLERAU aus?

Als erstes bearbeite ich die vielen E-Mails, die auf wundersame Weise über Nacht in meinem Postfach gelandet sind. Außerdem habe ich viele Meetings. Mein Job ist sehr kommunikativ, ich bin immer im Gespräch, sei es mit dem HELLERAU-Team oder mit Künstler:innen. Wir sprechen dabei zum Beispiel über inhaltliche Themen, künstlerische Formate, Planungen oder Verträge.

Wie kommt ein Stück ins Programm und was ist deine Aufgabe dabei?

Es gibt da zwei Möglichkeiten: Bei Uraufführungen schicken uns Künstler:innen ihre Konzepte, die wir gewissenhaft lesen. Dann treffen wir uns mit ihnen, beispielsweise auf einen Kaffee, und sprechen darüber, wo sie mit dem Stück hinwollen, wie der Produktionszeitraum ist usw. Wenn wir uns für das Konzept entscheiden, begleiten wir die Künstler:innen und koproduzieren das Stück gemeinsam. Wir legen oft einen Premierenzeitpunkt fest, geben Feedback während der Proben und bleiben während des gesamten Prozesses in Kontakt. Darüber hinaus fahren wir als Programmverantwortliche auch auf Festivals oder zu einzelnen Vorstellungen und sehen uns Produktionen an. Wenn uns da etwas begeistert oder wir denken, das könnte gut in die Spielzeit oder einen unserer nächsten Schwerpunkte passen, das sollte das Dresdner Publikum sehen, dann fragen wir nach einer Aufnahme, sprechen mit dem Produktionsbüro und den Künstler:innen und bahnen die Kooperation an. Wir bekommen sehr viele Anfragen und können leider nicht alles realisieren. Da gehört das Absagen auch dazu. Und wir stellen viele Drittmittelanträge zur Finanzierung des Programms.

Kannst du dich an ein besonders beeindruckendes Erlebnis erinnern?

Ich finde es schwer, ein einziges Ereignis herauszugreifen. Für mich ist die Zusammenarbeit mit allen besonders beeindruckend. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob ich das Stück, das am Ende herauskommt, nur toll oder supertoll finde. Es ist einfach schön, wenn man in guter Zusammenarbeit etwas entstehen lässt und zur Premiere bringt.

Was magst du besonders an HELLERAU?

Ich mag die Stücke, die wir spielen, die verschiedenen Genres, Ansätze und Themen und die Offenheit der Kunst gegenüber. Hier wird sowohl zeitgenössische Kunst produziert als auch Diskurse geführt. Das macht mir Spaß und deshalb bin ich in HELLERAU.