Boglarka Börcsök (HU) Performance/ Video-Installation 2018/19, Foto: Boglárka Börcsök

Boglarka Börcsök (HU) Performance/ Video-Installation 2019/20

Genre: Performance, Video-Installation

Partnerprogramm: Workspacebrussels

MMpraxis – Die Plattform hinter Montag Modus
DIE IRRITIERTE STADT – Festival of the arts, Within Tanzpakt Stuttgart | TANZPAKT Stadt-Land-Bund
TANZFONDS ERBE – an initiative by German Federal Cultural Foundation
La Musée de la Danse / Centre choréographique de Rennes et de Bretagne,
Senatsverwaltung für Culture und Europa, Berlin

Projekt in HELLERAU: FIGURING AGE

FIGURING AGE ist eine Performance und eine Videoinstallation, die in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Andreas Bohm entstand.
In der Performance werden die persönlichen Geschichten und Erinnerungen von drei älteren Tänzerinnen aus Budapest erzählt und erweckt, die zwischen 90, 96 und 101 Jahre alt sind. Diese Damen waren Teil der frühen Entwicklung des modernen Tanzes in Ungarn.
Indem sie Details ihrer Gesten, Haltungen und Bewegungen akzentuiert und vergrößert, schafft Boglárka eine unheimliche Präsenz, die zwischen lebendigem Archiv, physischer Nähe und einer Geisterséance oszilliert
Parallel dazu zeigt eine zweikanalige Videoinstallation die gleichen älteren Tänzerinnen in ihren Privatwohnungen. Die Stille ihrer mit persönlichen Gegenständen und Erinnerungen gefüllten Räume wird zum szenografischen Hintergrund für ihre dynamischen Performances auf der Leinwand.

Was inspiriert dich?
„Die Gegenwart ist kein verschwindender Augenblick, sie ist eine reiche Zeitlichkeit des Lebens und Sterbens, die Vergangenes erbt und Zukünftiges ermöglicht, aber nicht futuristisch und nicht auf eine verschwundene Vergangenheit fixiert. Eine dichte Gegenwart, ein dickes Jetzt ist die mächtige Zeit, die auf dem Spiel steht.“ Donna Haraway

Deine ersten drei Gedanken zu HELLERAU?
Was genau hat die SS in den Gästehäusern gemacht?
Wie sah das Festspielhaus aus, als es als Militärkrankenhaus genutzt wurde?
Gibt es davon irgendwelche Bilder?

Wie würdest du deine Arbeitsweise beschreiben?
Für mich stehen Lebenserfahrungen und Aufführungspraxis in einem ständigen Dialog. Meine Arbeitsprozesse entstehen aus persönlichen Begegnungen, Beobachtungen, emotionalen Verbindungen und der Praxis des Zuhörens und Schauens. Auf der Grundlage umfangreicher Recherchen setze ich mich in langfristigen künstlerischen Projekten mit verborgenen Geschichten, vergessenen Künstler*innen, verlassenen Orten, unsichtbaren Machterzählungen auseinander, hinterfrage ästhetische Hierarchien und erforsche dabei Methoden der Verkörperung, Choreografie, Dokumentation und Fiktion.
In den letzten zehn Jahren habe ich eine performative Intensität entwickelt, die sich über verschiedene Bewegungsquellen und stimmliche Ausdrucksformen erstreckt. Dabei arbeite ich an der Schnittstelle zwischen Tanz, Choreografie, Film, Video und Spracharbeit, die sowohl im Theater als auch im Museumskontext präsentiert werden.