Shejust_Left, Foto: PR

She Just_Left

 „ I guess I‘m just done with being pointed at and told how to act right“
(„ Ich schätze, ich habe es einfach satt, dass man auf mich zeigt und mir sagt, wie ich mich richtig verhalten soll”) 

Diese Zeile, die aus einem der frühesten Lieder der Band Shejust_Left stammt, beschreibt zweifellos eines der Grundprinzipien und Hauptverbindungsideen der neu gegründeten, in Leipzig ansässigen Band “Shejust_Left”. 

Myrsini Bekakou (Violine/Loopstation/Fx), Pauline Tschirschwitz (Gesang/Elektronik) und Leonie Sobek (Schlagzeug/Percussion) lernten sich im Herbst 2019 während ihres Studiums in der Jazzabteilung der HMT Leipzig kennen und fingen schnell an, enge Freundschaften aufzubauen. Durch ihre Sozialisation als Frauen in der Jazzszene, teilten sie ähnliche Erfahrungen und Schwierigkeiten, die diese Identitäten mit sich bringen können (männlich dominierte Musikszenen, anders als ihre männlichen Kollegen angesehen oder behandelt zu werden). Der erst Schritt bestand also darin, einen Raum zu schaffen, in dem die drei ihre eigenen musikalischen Ideen und Konzepte ausdrücken und entwickeln konnten.

Im Oktober 2019 formierten sie sich als Trio. In dieser besonderen Besetzung begannen sie ihre musikalische Reise, um zu dem zu finden, was heute ihren unverwechselbaren Sound ausmacht. Ein Sound, der von einem Hörer vor kurzem wie folgt beschrieben wurde: 

„Plaintive moments are expressed throughout this performance interspersed by playful invention. Chaos and contraction. Many moments of coming together kindling quietude of resolve and wonder and reflection.“
(“In dieser Aufführung kommen klagende Momente zum Ausdruck, die von spielerischer Erfindung durchsetzt sind. Chaos und Kontraktion. Viele Momente des Zusammentreffens entfachen eine Stille der Entschlossenheit und des Staunens und Nachdenkens.“) 

Da sie es schwierig, aber auch unnötig finden, ihre Musik mit nur einem Genre zu definieren, ziehen sie es vor, sich zum kreativ-improvisierenden musikalischen Spektrum zu zählen. Mit der wichtigen Komponente der Improvisation gelingt es ihnen, fragile Atmosphären zu schaffen, die von minimalistischen Melodien durchdrungen sind, ebenso wie pumpende, fast techno-ähnliche Beats und verzerrte, raue Klanglandschaften. 

Ihre Kompositionen verwenden unübliche Formen und sind vielmehr als lineare Abfolge verschiedener Klangereignisse zu verstehen, die durch wiederkehrende Loops gerahmt und verbunden werden. Die Klänge von Stimme, Geige, Bass und Percussion werden auf überraschende Weise gemischt, wobei von Hiphop über Freejazz bis hin zu Freebeat gesprungen wird. 

Schon kurz nach ihrem ersten Konzert im Februar 2020 standen sie vor der Aufgabe, ihre künstlerische Arbeit unter den schwierigen Bedingungen der Covid-Pandemie fortzusetzen. Sie griffen zu ungewöhnlichen Konzertformaten und spielten neben einigen Wohnzimmer- und Balkonkonzerten auch bei einer Reihe von Open-Airs, im Leipziger Jazzclub “Horns Erben” und in der Black Box der HMT Leipzig. In dieser Zeit realisierten sie auch Aufnahmen für ihr erstes Album. 

Im Oktober 2020 stieß mit Paula Wünsch (Bass/Fx) ein neues Mitglied zur Band, um den Klanghorizont und die musikalischen Perspektiven zu erweitern. 

Instagram @ she just_left