Vom 24. Juni bis 1. Juli 1971 hatte Achim Freyer seine erste Einzelausstellung in der DDR im Zentralinstitut für Kernforschung Rossendorf bei Dresden. Organisiert hatte diese Ausstellung Eberhard Gäbler unter Mithilfe vieler Kollegen, die präsentierten knapp 30 Bilder und Objekte von Freyer stammten aus den Jahren ab 1967. „Die Begegnung mit Achim Freyer und seinen Bildern war für mich ein prägendes Erlebnis und außerdem führte die schwierige kulturpolitische Situation zu einem starken Solidaritätsgefühl zwischen den Beteiligten. Ich bin noch immer froh, dass diese Ausstellung zustande gekommen ist, nicht vorzeitig geschlossen werden musste und eine große Diskussion auslöste.“ Gäbler bezieht sich hiermit auf einen regen Diskussionsabend zur Ausstellungseröffnung, zu der Freyer Freunde wie Ralf Winkler (A. R. Penck), Hannelore Kischkewitz, Reiner Bredemeyer oder Adolf Dresen eingeladen hatte, aber auch auf die zahlreichen Diskussionen, die Freyer mit der Ausstellung auslöste. Viele der Arbeiten der in Rossendorf ausgestellten Künstler*innen wurden angekauft, so dass Rossendorf mit etwa 240 Werken die zweitgrößte Kunstsammlung aller wissenschaftlichen Institute der DDR besaß.

Achim Freyer studierte zunächst Malerei, bevor er Meisterschüler von Bertolt Brecht am Berliner Ensemble wurde und begann, als Bühnen- und Kostümbildner zu arbeiten. Kurz nach der Ausstellung in Rossendorf emigrierte er 1972 nach West-Berlin und entwickelte dort bald auch eigene Arbeiten als Regisseur. Achim Freyer, der mit dem Musiktheaterprojekt „Ab und An - For Morton Feldman“ 2004 erstmals in HELLERAU präsentiert wurde, hat für „O-Ton-Wagner“ 2026 im Ecksalon Ost im Festspielhaus Hellerau eine Auswahl seiner Werke zusammengestellt, darunter Objekte und Bilder der Ausstellung in Rossendorf 1971, die vor den Veranstaltungen besichtigt werden können.

Biografie

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Foto: Angela Fensch

Achim Freyer studierte zunächst Malerei, bevor er Meisterschüler von Bertolt Brecht am Berliner Ensemble wurde und begann, als Bühnen- und Kostümbildner zu arbeiten. 1972 emigrierte er nach West-Berlin und entwickelte dort bald eigene Arbeiten als Regisseur. Seine künstlerische Karriere führte ihn weltweit an die renommiertesten Theater und Festivals. Er erhielt zahlreiche bedeutende Auszeichnungen und war unter anderem zweifacher documenta-Teilnehmer.  

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