Diese schrillen Streicherklänge gehen direkt unter die Haut. Und genau deshalb sind sie weltberühmt. Denn was wäre die legendäre Dusch-Szene in Alfred Hitchcocks meisterhaftem Thriller „Psycho“ ohne die nervenzerreißende Filmmusik von Bernard Herrmann? Herrmann wollte den Schwarzweißfilm aus dem Jahr 1960 mit einer kontrastreichen Schwarzweißmusik ergänzen und lotete allein mit Streichinstrumenten – von hohen, nervösen Violinen bis hin zu tiefen, drohenden Kontrabässen – die seelischen Extremzustände der zerrissenen Figuren aus: Sekretärin Marion braucht ein Versteck, denn sie hat Geld von ihrem Boss unterschlagen. Deshalb steigt sie in einem unscheinbaren Motel ab, das von dem schüchternen Norman betrieben wird, der mit seiner Mutter zurückgezogen in einem alten Haus direkt nebenan lebt. In der Nacht hört Marion die herrschsüchtige und strenge Mutter mit ihrem Sohn streiten – nicht ahnend, dass beide ihr bald zum Verhängnis werden.

In einer Kooperation mit HELLERAU zeigt die Staatsoperette Dresden Hitchcocks Meisterwerk als außergewöhnliche Filmvorführung mit Live-Musik. Der Chefdirigent Michael Ellis Ingram sorgt gemeinsam mit dem Orchester der Staatsoperette Dresden für Gänsehaut. Übrigens: Eigentlich wollte Hitchcock keinen einzigen Ton Musik für die Dusch-Szene, Herrmann komponierte trotzdem und konnte den Regisseur am Ende mit seinem heute legendären Psycho-Sound überzeugen.

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