Hellerau, Dresdner Szenen und die 1990er Jahre. Sammlungen und wilde Archive
Das Festspielhaus Hellerau wurde nach den Jahren der militärischen Nutzungen zu Beginn der 1990er Jahre ein Ort, an dem gemeinsame Aktivitäten – Programme, Performances, Ausstellungen, Festivals aller Sparten – von Künstler*innen, Kurator*innen und Architekt*innen initiiert wurden, um eine erneute kulturelle Perspektive und fundierte Konzeptionen zu finden. Internationale Verbindungen und die Integration von Ost und West in den Programmen zeigten Energien, die sich mit anderen Aufbrüchen in Dresden der 1990er Jahren (und kurz davor) verbinden lassen. Diese Szenen, die für die kulturelle Geschichte der Stadt nach 1989 eine große Bedeutung haben, sind in vielen privaten und unerschlossenen Presse- u.ä. Sammlungen dokumentiert. Was bleibt und wie relevant sind diese Sammlungen für die Gegenwart? Was erzählen sie über Bedingungen der Transformation und die Verschränkungen verschiedener Handlungsfelder in dieser Zeit und die Offenheit der Akteur*innen? Wie können diese Sammlungen zu einem oder mehreren Archiven erschlossen und vernetzt werden?
Die Re-Aktivierung des Wissens und der Erfahrungen aus dieser Zeit fand bereits in zwei Phasen statt: 2015 gab es unter dem Titel „Utopie Existenz Utopie. Rekultivierung des Festspielhauses 1990-2006“ eine erste Ausstellung, kuratiert von Claudia Reichardt (Wanda) (in Kooperation mit u.a. Demuth, Gorgas, Video von Lubich), die Materialien zu künstlerischer und kuratorischer Programmierung versammelte. 2025 setzte HELLERAU einen programmatischen Schwerpunkt zu den 1990er Jahren u.a. mit einer Ausstellung mit Interviews damaliger Protagonist*innen. Wie und wohin wird das in weiteren Schichten der Beschäftigung mit dieser/n Geschichte(n) generierte Material gebracht und wie kann es Teil eines fortlaufenden Archivierungsprozess werden?
Der Salon will diese Bewegungen in Geschichte und Re-aktivierung zum Ausgangspunkt nehmen, um zu einem Mapping der entstandenen privaten oder semi-öffentlichen Sammlungen anzuregen und beizutragen sowie Argumente, Ideen und Vorschläge sammeln, wie dieses Wissen gebündelt und langfristig zugänglich gemacht werden könnte.
Mit Anmeldung unter: franz-anton.cramer@hmt-leipzig.de







