Anfang der 1990er-Jahre erlebte Sebastian Weber die New Yorker Stepptanz-Szene als einen Ort, der Rassismus hinter sich gelassen hatte. Die Schwarzen Meister des Jazz-Tap praktizierten Stepptanz als solidarische Gemeinschaft, in die sie junge Europäer*innen mit offenen Armen aufnahmen. „If you have a pair of tap shoes on, you are in!“, sagte Gregory Hines und sein Bruder Maurice sekundiert „Dancers don’t see color“ – und meinte das positiv. 30 Jahre später befasst sich Sebastian Weber, einer der wichtigsten zeitgenössischen Stepptänzer Deutschlands, mit den Utopien von damals und dem heutigen Verständnis von Rassismus. „The Long Run“ ist ein Stück über kulturelle Aneignung und Identität, über weiße Verantwortung und Rassismus. Es ist auch ein sehr persönlicher Tanz über Vergänglichkeit und Erinnerung und eine Befragung des Körpers als Speicher von Begegnungen und Geschichten.
Biografie

Foto: Jörg Singer
Sebastian Weber begann seine Karriere in New York unter der Obhut legendärer Stepptanzmeister wie Chuck Green und Buster Brown. Zwischen 1998 und 2017 entwickelte er zahlreiche Produktionen, die Stepptanz mit zeitgenössischer Musik, Tanz, Schauspiel und Performance verbanden. 2017 gründete er die Sebastian Weber Dance Company, die den Sound des Stepptanzes ebenso wie seine visuelle Sprache neu interpretiert. Mit ihr folgten internationale Gastspiele, Förderungen und eine Residenz am Hessischen Staatsballett. 2019 wurde die Produktion „Cowboys“ mit dem Sächsischen Tanzpreis ausgezeichnet.
Cast & Credits
| Tanz & Choreografie | Sebastian Weber |
| Choreografische Assistenz | Vilma Kananen |
| Dramaturgische Begleitung | Lia Haraki |
| Bühnenbild | Michael Hensel |
| Movement Coach | Eddie Bruno Oroyan |
| Produktionsleitung | Tim Rosentreter, Jenny Schmidt |
| Foto | Jürgen Singer |

