Musicboard Berlin: Fá Maria

„Twisted Voices“ untersucht, wie computergestützte Systeme stimmliche Identität wahrnehmen, interpretieren, neu ordnen und mitgestalten. Das Projekt baut auf einem Prototyp auf, der im Juli 2026 am Augmented Instruments Laboratory der Queen Mary University of London in Zusammenarbeit mit dem Imperial College London entwickelt wurde. In diesem System hören mehrere Machine-Learning-Agenten auf Live-Stimmaufnahmen, analysieren unterschiedliche Aspekte des Gehörten, speichern Spuren dessen, was sie gehört haben, und erzeugen klangliche bzw. musikalische Reaktionen. Das Projekt untersucht dabei nicht nur, wie unsere stimmlichen Identitäten von Maschinen geprägt werden, sondern auch die Grenzen künstlerischer Urheber*innenschaft. 

Während der Residenz in HELLERAU wird Fá Maria den Prototyp zu einer immersiven Mehrkanal-Umgebung weiterentwickeln. Ausgehend von Sara Ahmeds Beschreibung von Queerness als Frage der Orientierung fragt die Forschung, wie Abweichung, schräge Bewegung, Instabilität und Desorientierung als kompositorische und räumliche Prinzipien wirken könnten. Stimmen und generierte Klänge werden sich entsprechend vielfältiger, manchmal widersprüchlicher Formen des computergestützten Hörens durch den Raum bewegen, anstatt einer einzigen stabilen Perspektive zu folgen. 

Im Rahmen der Residenz werden zwei mögliche Formen des Werks erprobt: eine Live-Performance, in der eine Sängerin auf das System reagiert und mit ihm interagiert, sowie eine Installation, die sich durch angesammeltes Stimmmaterial und computergestütztes Gedächtnis weiterentwickelt. Der Entstehungsprozess wird im Rahmen eines Open Studios präsentiert. 

Biografie

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Fá Maria ist Komponist*in, elektronische*r Musiker*in und interdisziplinäre*r Künstler*in und beschäftigt sich mit den Schnittstellen von Klang, Technologie und Identität. Die Arbeit von Fá Maria umfasst experimentellen Pop, Filmmusik, audiovisuelle Installationen und Forschung. Im Zentrum steht die Frage, wie menschliche, künstliche und hybride Körper in einer Zeit zunehmend durchlässiger Grenzen zwischen dem Organischen und dem Synthetischen gemeinsam Bedeutung hervorbringen. Zu den jüngsten Ausstellungen und Live-Auftritten zählen die Tate Modern (2025), die KCUA Gallery in Kyoto (2024), das Batalha Cinema in Porto (2024), TEA Teneriffa (2023), die Calouste-Gulbenkian-Stiftung (2022) sowie die Musik für „Vampires in Space“ – Biennale von Venedig (2022), Biennale von Liverpool (2021), HAU – Hebbel am Ufer Berlin (2020). Das Stück „ERASURE“ (2025) wurde mit dem Preis „Responsible AI Music“ ausgezeichnet. 

Website

In Kooperation mit Musicboard Berlin.