Das Yanka Rudzka Projekt: Beholding

12. Oktober – 24. Oktober 2026 

Wer war Yanka Rudzka – eine in Łódź geborene Tänzerin und Choreografin, die Polen nach dem Krieg verließ, zu einer Pionierin des modernen Tanzes in Brasilien wurde und aus der polnischen Geschichtsschreibung weitgehend verschwunden ist? 

Yanka Rudzka (1916–2008) war eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des polnischen modernen Tanzes im 20. Jahrhundert. Im Łódź der Vorkriegszeit prägte sie die sich rasch entwickelnde Szene des Ausdruckstanzes mit, der für viele jüdische Künstlerinnen zu einem Instrument der Emanzipation wurde – ein Weg, um Selbstbestimmung zu erlangen und traditionelle gesellschaftliche Rollenbilder zu überschreiten. Nach dem Krieg verließ Rudzka Polen und kehrte nie zurück. In Salvador (Brasilien) hinterließ sie als charismatische Künstlerin und Pädagogin sowie als Gründerin des ersten universitären Tanzinstituts Brasiliens bleibende Spuren. 

Im Jahr 2013 begann Joanna Leśnierowska, Rudzkas Geschichte wiederzuentdecken, und widmete sich mehr als ein Jahrzehnt lang der Erforschung und künstlerischen Auseinandersetzung mit ihr. „Beholding“ ist das jüngste Kapitel dieses Prozesses – eine internationale Zusammenarbeit, die gemeinsam von Künstlerinnen und Künstlern aus Polen, Brasilien und Deutschland realisiert wird. 

„The Yanka Rudzka Project: Beholding“ versucht nicht, ihre Biografie zu rekonstruieren oder ein weiteres Porträt einer großen Künstlerin zu entwerfen. Stattdessen erforscht das Projekt – durch Tanz, Fotografie und Film – das schwer Fassbare in ihrer Geschichte: Abwesenheiten, Auslassungen, unterbrochene Genealogien sowie eine Identität, die sich über verschiedene Orte, Sprachen und Kulturen hinweg entfaltet. 

Biografien

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Foto: Anna Zielinska

Joanna Leśnierowska – visuelle Dramaturgin, Choreografin, Kuratorin und Raumkomponistin – arbeitet an der Schnittstelle von Choreografie und bildender Kunst. Seit 2016 entwickelt sie ein forschungsbasiertes Kunstprojekt, das sich dem Vermächtnis von Yanka Rudzka widmet. Zu den vorangegangenen Etappen des Projekts gehörten „Zaczyn“ (2016) und „Wielogłos“ (2018).

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Foto: Anna Zielinska

Anna Zielińska – Bildende Künstlerin, die in den Bereichen konzeptionelle Fotografie, räumliche Darstellung und materielle Spuren von Emotionen arbeitet. Sie ist Absolventin des Studiengangs Fotografie an der Akademie der Schönen Künste in Posen. 

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Foto: Privat

Katarzyna Sitarz – Stimmkünstlerin, Komponistin, Performerin, Choreografin und Forscherin zu Stimme und Bewegung, tätig an der Schnittstelle von Theater, Tanz und Musik. Sie studierte Slawistik in Breslau, „Experimental Physical Performance“ bei SMASH Berlin, Gesang am Lichtenberger Institut sowie Tanz und Choreografie an der Codarts/Rotterdam Dance Academy. Sie verbindet Traum- und Imaginationsarbeit mit Komposition, Neurobiologie, Linguistik und traditionellem Gesang und lässt dies in Performances, Audiotouren, Podcasts und Installationen einfließen.

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Foto: Anna Zielinska

Neemias Santana – Choreograf, Tänzer und Performer mit Sitz in Salvador im brasilianischen Bundesstaat Bahia. Er absolvierte ein Tanzstudium an der Bundesuniversität von Bahia. Seine künstlerische Praxis entwickelt sich im Dialog zwischen afro-brasilianischen Tanztraditionen, zeitgenössischer Choreografie und somatischen Praktiken. 

Förderung

Die Residenz und das Open Studio findet statt in Kooperation mit dem Adam-Mickiewicz-Institut Warschau im Rahmen des Projektes International Dance Alliances, kofinanziert vom polnischen Ministrium für Kultur und Nationalerbe