„Invisible Square“ (Yi Yun HSUEH & Kai Wen WU)
Das choreografische Forschungsprojekt untersucht, wie sich Körper und Bewusstsein angesichts gesellschaftlicher und politischer Unsicherheit verändern. Nach bisheriger Arbeit zu Körper-Geist-Trennung, urbaner Existenz und körperlicher Erinnerung erweitern die Künstler*innen ihren Fokus nun um eine kollektive, gesellschaftliche Perspektive. Die Residenz in Deutschland dient dem internationalen Austausch und der ortsspezifischen Weiterentwicklung des Materials; eine öffentliche Präsentation ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
CHEN Pin-Ni
CHEN Pin-Ni erforscht Grenzen und Übergänge in der Street-Dance-Kultur – zwischen Tanzstilen, Geschlechtern und Orten. In der südtaiwanischen Szene begegnet ihr oft die Vorstellung von „Tanzreinheit“, während sie ihren eigenen hybriden Körper erlebt, dessen Bewegungssprache dort als „europäisch“ gelesen wird. Die Reise nach Dresden nutzt sie, um durch Begegnungen mit Tänzer*innen verschiedener Hintergründe zu erforschen, wie hybride Körper wahrgenommen werden und ob tänzerische Vielfalt jenseits von Kategorisierung als Möglichkeit statt Abweichung verstanden werden kann.
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Biografie

Chen Pin-Ni (*1998, Chiayi, Taiwan) ist Tänzerin und Choreografin. Seit 2015 ist sie in der Street-Dance-Szene aktiv, geprägt von Hip-Hop und Locking sowie einer stark musikalischen Improvisationspraxis. Seit 2020 verbindet sie Street Dance mit zeitgenössischem Tanz und arbeitet mit verschiedenen Choreograf:innen. In ihrer choreografischen Praxis erforscht sie den Körper aus weiblicher Perspektive und hinterfragt Vorstellungen von Stärke, Geschlecht und Zugehörigkeit. Dabei untersucht sie das Konzept der „soft strength“ und wie sich Körper innerhalb bestehender Strukturen bewegen, anpassen und behaupten.

Yi Yun HSUEH begann ihre künstlerische Laufbahn in der Street-Dance-Kultur und bewegt sich heute zwischen Hip-Hop-Communitys und zeitgenössischer Kunst. Als Battle-Tänzerin und MC verbindet sie Elemente des Popping mit einer präzisen, kontrollierten Bewegungssprache. Ihre Arbeit versteht den Körper als Träger von Bewusstsein und erforscht Themen wie Entfremdung, Körperlosigkeit und veränderte Bewusstseinszustände. Inspiriert von Literatur, Film, Musik und daoistischen Ritualen arbeitet sie interdisziplinär – von Butoh und ortsspezifischen Performances bis zu VR und Motion Capture.

Als Tänzer und Performer ist die künstlerische Praxis von Kai Wen WU tief in der Street-Dance-Kultur verwurzelt. Durch langjährige Battle-Erfahrung und einen Hintergrund in Breaking und zeitgenössischem Tanz verbindet er Street Culture mit zeitgenössischer Performance. Sein Fokus liegt auf Floorwork und Improvisation. Dabei erforscht er die Beziehungen zwischen Körper, Stadt, psychischen Zuständen und kollektiven Emotionen. Er untersucht, wie sich der Körper unter Druck und extremen Bedingungen verändert und wie sich individuelle und kollektive Spannungen körperlich ausdrücken.
Förderung
„Taiwan Moves“ wird präsentiert in Kooperation mit ESMC sowie mit freundlicher Unterstützung durch die TSMC Education & Culture Foundation und das Kulturministerium, Taiwan.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Mit freundlicher Unterstützung von „So geht sächsisch.“






