Die 90er Jahre in Hellerau. Nach Jahrzehnten militärischer Nutzung in zwei Diktaturen steht das einst weithin strahlende Festspielhaus ziemlich kaputt in der Gegend. Hinter den lange verschlossenen Mauern, im Gestank von altem Diesel, in verwohnten Räumen und unter einem kaputten Dach entsteht jedoch ein freier Ort des künstlerischen Experiments.  

Und heute? Was erzählen uns die 90er Jahre über gesellschaftlichen Wandel und Ermächtigung? Über Möglichkeitsräume in der Kunst? An was erinnern sich die Menschen, welche Erzählungen sind auf Band und was ist schon Utopie? 

Mit Walkman und Kopfhörern begibt sich das Publikum auf einen einstündigen Hörspaziergang über das Gelände des Festspielhauses - zu architektonischen Schichten, persönlichen Erlebnissen und geheimen Spuren in Mauerritzen. Dabei verbinden sich O-Töne mit dokumentarischem Material und akustischen Visionen zu einem Mixtape über heute und morgen. Wo rauscht die Kassette? Wo leiert das Band? Was überspielen wir und nehmen neu auf? Solange, bis die Kassette klickt. 

Die Abspielgeräte können zu den Öffnungszeiten im Besucherzentrum ausgeliehen werden.  

Biografie

STUDIO URBANISTAN ist ein Label für performative Zwischenfälle im urbanen Raum von Clara Minckwitz und Julia Lehmann. Seit 2014 entwickeln sie an der Schnittstelle von gebauten Realitäten und verborgenen Themen neue Erfahrungsräume. Projekte entstehen mit lokalen Stimmen, Performenden und Künstler:innen und basieren auf Recherche und Beobachtung. Die Formate bewegen sich zwischen Audiotour, Site-Specific Performance und Recherchetheater.

Website

Cast & Credits

Konzept & UmsetzungJulia Lehmann, Nicolas Schneider, Clara Minckwitz

Förderung

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen