Second Nature Lupinus CC Missouri Botanical Garden, St. Louis, U.S.A.

Second Nature

Agata Siniarska, Karolina Grzywnowicz (PL)

Ausgangspunkt für diese Uraufführung ist das Leben von Pola Nireńska, einer polnischen Jüdin, Tänzerin und Choreografin (1910 – 1992). Sie wurde in den USA, in die sie nach einer langen Odyssee immigrierte, zu einer der prägenden Figuren des Modernen Tanzes.

Und obwohl sie es immer schaffte, sich dem Zugriff von antijüdischen Gruppen zu entziehen, prägte der Holocaust dennoch ihr ganzes Leben, bis hin zu ihrem Selbstmord 1992.

Die polnischen Künstlerinnen Agata Siniarska und Karolina Grzywnowicz entwickeln als Vertreterinnen einer jüngeren Generation vor diesem Hintergrund eine sehr persönliche Performance. In der Auseinandersetzung mit der Natur, ihren Heilkräften, ihren Symbolen und Gefährdungen zeigen sie eine radikale, zeitgenössische Meditation über das Genozid-Trauma, das Pola Nireńska Zeit ihres Lebens verfolgt hat.

„Second Nature“ ist neben den drei Vorstellungen auch als Installation während des gesamten Festivals präsent.

Als Inspiration für die Künstlerinnen, sich mit Pola Nireńska zu beschäftigen, diente ein vom Adam Mickiewicz Institut in Zusammenarbeit mit dem Institut für Musik und Tanz ausgeschriebener Wettbewerb für ein Tanzspektakel zu dieser Person. Zum 100. Jubiläum der Wiedererlangung der Unabhängigkeit führt Polen das Projekt „Territorien der Choreografie – neue Wege der Avantgarde“ durch. Zur Teilnahme werden Tänzer und Choreografen der jungen Generation eingeladen, die zu weltbekannten Ikonen der Choreografie polnischer Herkunft hinaufschauen.
Die Aufführung „Second Nature“ ist nach dem „Projekt Yanka Rudzka: Polyfonie“ bereits das zweite im Rahmen der geplanten Veranstaltungsreihe entstandene Werk. In den kommenden Jahren sollen ausgewählte Künstler choreografische Werke zu Bronisława Niżyńska und Marie Rambert schaffen.
Ziel des Projekts ist die Neubelebung und Festigung des zeitgenössischen Tanzes in Mittelosteuropa. Deshalb wird jedes neuentstandene Tanzspektakel in ausgewählten Ländern dieser Region aufgeführt.
Second Nature ist eine Vorstellung, die in Koproduktion zwischen dem Adam Mickiewicz Institut, dem Instituts für Musik und Tanz sowie HELLERAU als Uraufführung für das Festival „Erbstücke“ entstand. Neben drei Aufführungen ist Second Nature als Installation während des gesamten Festivals präsent.
Anschließend wird die Vorstellung samt Installation im Juni, Juli, September und Oktober u. a. in Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien und Bulgarien zu sehen sein. Mehr Informationen finden Sie auf der Seite culture.pl.

Uraufführung

Dauer: ca. 40 Min.

Konzept: Agata Siniarska, Karolina Grzywnowicz

Installation: Karolina Grzywnowicz

Choreographie: Agata Siniarska, Katarzyna Wolińska inspired by „Tetralogy of Holocaust“ by Pola Nirenska, „Bacchanal“ by Isadora Duncan, „Extinct   Animals“ by Marcus Coates

Performance: Katarzyna Wolińska

Dramaturgische Beratung: Mateusz Szymanówka

Beratung: Aleksandra Jach, Aleksandra Janus, Franziska Dieterich, Jacek Małczyński, Magdalena Zamorska, Michal Guzik, Weronika Kostyrko

Produktion: Künstlervereinigung Four Dimensions Are Not Enough for Us, Agata Siniarska, Karolina Grzywnowicz. Koproduktion: HELLERAU Europäisches Zentrum der Künste, Dresden

Die Produktion wurde im Rahmen des Projekts „Choreographic Territories – new paths of the avantgarde“ in Zusammenarbeit mit dem Institute of Music and Dance, HELLERAU, der East European Performing Arts Platform, der Art Stations Foundation von Grażyna Kulczyk und dem Tanztheater Lublin realisiert. Die Installation wurde in Zusammenarbeit mit dem Pilecki-Institut erstellt.

Das Projekt wird vom Adam-Mickiewicz-Institut im Rahmen von POLSKA 100, dem internationalen Kulturprogramm zum hundertjährigen Bestehen Polens, durchgeführt. Kofinanziert vom Ministerium für Kultur und Nationales Erbe der Republik Polen im Rahmen des Mehrjahresprogramms NIEPODLEGŁA 2017-2022 und der Stiftung für Deutsch-Polnische-Zusammenarbeit.