Festspielhaus Hellerau

Fünf WOD-Veranstaltungen im März in HELLERAU

Das Programm starten diesen Donnerstag und beinhaltet einen Stadtrundgang, der das Fortbestehen postkolonialer Strukturen in der Stadt Dresden untersucht, eine Filmvorführung, eine spannende Ausstellung, das erfolgreich angelaufene Format Kitchen Talk (jetzt dann Teil zwei) und gipfelt natürlich im TOLERAVE am 28.03. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, die Einnahmen des TOLERAVE werden an Organisationen gespendet, die sich in Dresden für Flüchtlinge engagieren.


Donnerstag 12.März, 17 Uhr I Samstag 14. März, 14.30 Uhr I Eintritt frei I Treffpunkt: Jorge Gomondai Platz
Dresden postkolonial I Stadtrundgang

Dresdner Studierende gehen in der Dresdner Altstadt und in der Neustadt den Spuren nach, die mit den deutschen Kolonien und dem Fortbestehen postkolonialer Strukturen in Verbindung stehen. Sie erzählen die Geschichte(n) von Orten, Gebäuden und Menschen und zeigen, wie unterschiedlich jeder Fremdes und Vertrautes wahrnimmt. In der Dresdner Neustadt hinterfragen sie das Image des weltoffenen Stadtteils.



Freitag 13.- Sonntag 15.März, 18-22 Uhr I Eintritt frei I Weiß/Schwarz: Neue Perspektiven auf gewohnte Bilder I Fotoausstellung

Stellen wir uns vor, wir leben in einer Welt, in der jedeR die gleichen Rechte und Möglichkeiten hat – unabhängig von der Hautfarbe, dann könnte jedeR jede Rolle einnehmen und wir wären nicht überrascht. Das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen e.V. hat den Test gemacht: Zu einer Reihe von Bildern aus der Entwicklungszusammenarbeit, bei denen Fotopaare mit dem gleichen Motiven aber vertauschten Rollen gegenübergestellt sind, wurden PassantInnen aus Dresden und Berlin nach Untertiteln und Kommentaren für die Fotos gefragt. Durch das Vertauschen der Rollen wird die mediale Wirklichkeit des Betrachters auf den Kopf gestellt und die Möglichkeit bestimmte Stereotype zu reflektieren, eingeräumt.



Sonntag 15.März, 17 Uhr I Eintritt frei I
Concerning Violence I Filmvorführung

Schweden / USA / Dänemark 2014, OmU, deutsche Untertiteln Concerning Violence – Nine Scenes from the Anti-Imperialistic Self-Defence verbindet kunstvoll Textfragmente aus Frantz Fanons Buch Die Verdammten dieser Erde mit wiederentdecktem Archivmaterial über die afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen der 60er und 70er Jahre. Interviews und Aufnahmen der Befreiungsbewegung in Angola, Mozambique und dem Unabhängigkeitskampf in Guinea-Bissau werden durch dokumentarische Bilder von Siedlungen in Rhodesien (Simbabwe), schwedischen Missionaren in Tansania und einem Streik in einer schwedischen Mine in Liberia ergänzt. In kunstvollen Überblendungen beschäftigen sich Fanons Texte dabei mit der Frage des Gesamtkonflikts, dessen Ursprung er in Europas Kolonialbestrebungen sieht. Mit ihrer Stimme erweckt die Musikerin Lauryn Hill (The Fugees) die polarisierenden Textauszüge zum Leben.
Im Anschluss Expertinnengespräch mit Vanessa Thompson, Goethe-Universität Frankfurt, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schwerpunkt Kultur und Migration, Institut für Soziologie. Thompson beschäftigt sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit Frantz Fanon, dessen Buch die Grundlage des Dokumentarfilm ist.

Concerning Violence wurde mit großem Erfolg beim 10. MOVEIT! Menschenrechtsfilmfestival in Dresden gezeigt.



Sonntag 15.März, 19.30 Uhr I Eintritt frei I
Kitchentalk mit YinYing Chen und Chih-Hsuan Chang aus Taiwan

Eine andere Form, um einander kennenzulernen und in Dialog zu treten. Essen als Medium, um mehr über Menschen und ihre Geschichten zu erfahren. Wir werden gemeinsam taiwanesisch kochen und verköstigen.

Diesmal zu Gast beim Kitchentalk: YinYing Chen und Chih-Hsuan Chang aus Taiwan. YinYing Chen hospitiert seit Januar in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden. Sie hat Politikwissenschaft studiert und in Taiwan für das Kulturministerium gearbeitet. Auf dieses Weise ist sie auf HELLERAU gestoßen und wurde von Dieter Jaenicke eingeladen, für einige Monate nach Dresden zu kommen, um die Arbeitsabläufe und die Programmgestaltung in HELLERAU von innen kennenzulernen. Ihre Freundin Chih-Hsuan Chang hat Deutsch als Fremdsprache in Taiwan studiert und ist derzeit als Au-Pair-Mädchen in einer Dresdner Familie tätig. Beim Kochen werden die beiden Taiwanerinnen von ihrer Beziehung zu Deutschland berichten, wie sie hier hergekommen sind und was ihre Perspektive auf Dresden und Deutschland ist.
Wir laden Sie alle herzlich ein, um gemeinsam zu kochen und sich auszutauschen. Wir freuen uns auf Sie.



Samstag 28.März, 21 Uhr I 8 Euro I Nur Abendkasse I TOLERAVE Come Together. For everyone – including all Clubnacht

Dresden ist eine multikulturelle Stadt und soll es auch bleiben! Leider sehen sich Geflüchtete und MigrantInnen hierzulande zunehmend Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt, insbesondere seit den montäglichen PEGIDA-Demonstrationen. Ein loses Bündnis Dresdner Kulturschaffender aus dem Bereich der elektronischen Musik möchte diesem Klima der Fremdenfeindlichkeit und der Ignoranz etwas entgegensetzen, sich klar für eine offene und tolerante Gesellschaft aussprechen und einen Beitrag leisten, MigrantInnen das Gefühl zu geben, willkommen zu sein. Um die Distanz zwischen den Menschen überwinden zu können, bedarf es Möglichkeiten, einander kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Partys und Konzerte bringen Menschen zusammen und schaffen Gelegenheiten, dem Alltag zeitweise in einen Zwischenraum zu entfliehen, in dem Herkunft und Lebensweise keine übergeordnete Rolle spielen. TOLERAVE ist einer dieser Orte und eine Chance für Gelegenheiten. Come together.

Die Einnahmen von TOLERAVE werden an Dresdner Vereine gespendet, die sich für Flüchtlinge engagieren!

LINE UP:
YARAH BRAVO LIVE! (London)
KRINK LIVE! (URSL / O*RS / Stiff Little Spinners / Berlin)
KRTS LIVE! (Project Mooncircle / New York)
MR. RAOUL K (Ivory Coast / Baobab Music / Lübeck)
CUTHEAD (Uncanny Valley / Dresden)
THE HOODZ (Richard Steel & Kenji451)
DJ WERD (Long Lost Relative / San Jose / Berlin)
DNZ (Fat Fenders / Dresden)
CONRAD KADEN (Uncanny Valley / Dresden)
VISUALS by ECTOPLASTIC / MAZE (Halle / Leipzig)

Europäisches Zentrum der Künste Dresden