Festspielhaus Hellerau

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Fremd - 8. Festival Politik im Freien Theater

Vergangene Termine

  • Do 27.10.11 19:00
  • Fr 28.10.11 19:00

In spanischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Rodrigo García – La Carnicería Teatro

Versus

Die Produktion entstand als Auftragsarbeit im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich der 200-jährigen Unabhängigkeit Argentiniens. Die Form dieser politisch inspirierten Arbeit ist roh und radikal, der Diskurs intelligent und leidenschaftlich. Versus setzt sich im weitesten Sinne mit dem täglichen Kampf jedes Einzelnen um politische Selbstbestimmung auseinander. Rodrigo Garcia und sein Ensemble finden den Ausgangspunkt ihrer Betrachtungen in der alltäglichen Realität und legen den Finger in die Wunde sozialer Ungerechtigkeiten. Anfangs lassen sie das Publikum beispielsweise einen höchst amüsanten Dialog über Pizza und Fußball verfolgen, doch bald wird klar, dass es hier in Wahrheit um ernstere Aspekte des menschlichen Lebens geht. Dabei nutzen sie Videobilder, projizierte Texte, Tanz- und Live-Musik. Es ist ein Weckruf, der gleichermaßen aufschreckt und Hoffnung verleiht, denn García sucht nach nichts weniger als nach einem Modus Vivendi, nach Überlebensstrategien für die Gegenwart, nach Möglichkeiten friedvollen Zusammenlebens. Rodrigo García dazu: Mal sehen, wie wir uns so organisieren können, dass wir in Frieden zusammen leben.

DNN / 29.10.2011

Kochstudio kontra Kulturpessimismus
Der Eröffnungsabend des Festivals "Fremd" im Festspielhaus Hellerau

Der, die und das Fremde stehen im Fokus des Festivals "Politik im Freien Theater", das im Festspielhaus eröffnet wurde. (...) Eine fatale Nivellierung beschwört die Eröffnungs-Performance des Argentiniers Rodrigo Garcia. (...) Politisches Theater, wenn überhaupt, zwischen Abstraktion und lustvollen Verstößen gegen die political correctness. (...) Diametral entgegen gestimmt erwies sich anschließend die zum Rahmenprogramm zählende Aktion "Guten Morgen Vietnam". Dieses an sich simple Kochstudio erreichte den größten Fremdheitseffekt durch die englische Moderation - die beteiligten Vietnamesen, sprechen mehr oder weniger perfekt deutsch. Zwischen der Kultur-Vermittlung, sprich Kocharbeit und Musiktiteln, erzählen sie mit größter Offenheit und Vertrautheit aus ihrem und damit auch unserem Leben. Eine berührende Begegnung, die nicht zuletzt Erfahrungen der vietnamesischen Wiedervereinigung vermittelte und damit auch beispielhaft den Optimismus, dass man aus nahezu allen Umständen etwas Lebenswertes gewinnen kann.

Mit: Patricia Álvarez, Amelia Díaz, Rubén Escamilla, Juan Loriente, Nuria Lloansi, David Pino, Isabel Ojeda, .tape.
Konzept und Regie: Rodrigo García

Produktion: Sociedad Estatal de Conmemoraciones Cultural (SECC).

In Kooperation mit Teatro de la Laboral (Gijón) und der Regierung des Fürstentums Asturien.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden