Festspielhaus Hellerau

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TOROBAKA

Vergangene Termine

  • Fr 11.07.14 20:00
  • Sa 12.07.14 20:00

Deutsche Erstaufführung | Koproduktion | mit Live-Musik

AKRAM KHAN/ ISRAEL GALVÁN

TOROBAKA

Torobaka ist ein Wortspiel aus toro, der Stier – Inbegriff spanischer Kultur – und vaca, Kuh – als heilige Kuh Inbegriff indischer Kultur. Zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten zelebrieren Tanz, bevor er zur Kunst wurde: Akram Khan, britisch-bengalischer Kathaktänzer und Choreograf, und Israel Galván, einer der besten Flamencotänzer und -choreografen der Welt, treffen aufeinander. Sie ergründen die Ursprünge des Tanzes, der Stimme, der Geste, bevor ihnen Bedeutung zugeschrieben wurde – ein Duett als ein wilder emphatischer Kampf und fast zärtlich-erotischer Dialog zweier zutiefst verschiedener Tanzkulturen. Dazu lassen die Virtuosen ihre Tanzstile interagieren – ein nie gesehenes Experiment zwischen spanischem Flamenco und indischem Kathak – archaisch, mitreißend, bewegend, aggressiv und melancholisch. Das von HELLERAU 2014 koproduzierte Stück wird anlässlich von RomAmoR wieder aufgenommen.

Süddeutsche Zeitung / 21.07.2014

Dort zelebrieren die Akteure, lose umringt von einem Quartett phantastischer Instrumentalisten und Stimmakrobaten, in fünf Kapiteln die brüderliche Annäherung. Khan und Galván sind nicht nur Meister ihres jeweiligen Faches, sondern antworten auf die Körperartistik des Gegenübers einfühlsam bis zur Mimikry... Zwei Kindheiten werden tänzerisch nebeneinander geschichtet, zwei gänzlich verschiedene Karrieren bebildert, die in eine künsterlische Verwandtschaft münden - in Empathie jenseits aller Crossover-Ambition. Noch einmal kreuzen sich die Wege, verhaken sich die Unterarme, die Blicke. Schwarzblende, Freudengejohle des Publikums - ein wundersam zwiefältiges Tierkreiszeichen.

Dresdner Neueste Nachrichten / 14.07.2014

Was für ein Abend! Spannung vom ersten Augenblick an, ein Sextett großartiger Tänzer, Sänger, Musiker. Und das in der einzigartigen Mixtur von Leidenschaftlichen und Besessenen, von Grenzgängern in jeglicher Hinsicht. [...] Was da im Großen Saal vom Festspielhaus Hellerau in einer intensiv ausgelebten reichlichen Stunde passiert, fasziniert die Zuschauer, und es besitzt ganz besonders den Charme und die Kraft zweier Ebenbürtiger. Die in der internationalen Tanzwelt längst Fixsterne und dafür bekannt sind, ihr Metier auf eine Weise zu beherrschen, die ihnen auch die Freiheit gibt, damit atemberaubend eigenwillig umzugehen [...]

tanznetz.de / 13.07.2014

Diese beiden Persönlichkeiten sind in ihrer Kongenialität derart stark, dass hier zwei gegensätzliche Pole aufeinander treffen, deren Kräfte nichts un dniemanden neben sich gelten lassen können. Explosion wäre möglichwerise eine Vokabel, die hier angemessen ist.

Deutschlandfunk / 13.07.2014

Überraschend leicht und humorvoll, mitunter fast ironisch gehen die beiden Tanzstars Akram Khan und Israel Galván mit sich und ihren Künsten um. Beide gelten als Erneuerer der Traditionen, mit denen sie aufgewachsen sind: Israel Galván modernisiert den ungeheuer reichen und vielfältigen Flamenco-Tanz, konfroniert ihn mit anderen Tanztechniken. Akram Khan aktualisiert den jahrhundertealten traditionellen Kathak-Tanz aus Nordindien und fusioniert ihn mit westlichen Tanzstilen. Dennoch ist TOROBAKA im eigentlichen Sinne kein Duett, sondern ein Sextett. Das Zusammenspiel mit den Musikern und Sängern ist das hervorstechendste Merkmal der Aufführung... Der Rhythmus, ob gespielt, gesungen, geklatscht oder gestampft, ob übersichtlich strukturiert oder polyfon-überbordend, scheit direkt ins Rückenmark der Tänzer zu gehen, ihre Bewegungen zu morivieren und zu manipulieren. Vor allem deshalb gebührt diesem Abend Respekt - einem Abend, an dem sechs große Künstler beteiligt sind.

Die Welt / 11.07.2014

Es ist die choreografische Hitzeschlacht dieses Sommers. Der kantige Israel Galván aus Sevilla und Akram Khan, Londoner Ikone der Globalisierung, duellieren sich auf einem glutroten Sonnenball. Martialischer Gestus und hammerhartes Zapateado treffen auf nackte Fußballen, mit Glöckchen geschmückt. Hier steigt der wahre Fuß-Ball.

Dresdner Kulturmagazin / 11.07.2014

Eine Annäherung, ein Lernen der jeweils anderen Sprache ist anstrengend. Galván und Khan nehmen die Herausforderung an. Versuchen zu lernen, voneinander, miteinander und auch jeder für sich. Doch es ist alles andere als leicht, die jeweiligen sozusagen endogenen Bewegungsabläufe dem Körper auszutreiben. Wunderbare komödiantische und pantomimische Aspekte der Choreografie illustrieren die mitunter auch komische Seite einer Sprachaneignung. Das Ergebnis des Experiments ist ein erstaunliches: Aus der Interaktion der Tänzer ergibt sich am Ende nicht eine Kommunikation in zwei Sprachen, sondern vielleicht etwas wie ein Bad in der Ursuppe, auf deren Grund die archaische Essenz des Tanzes vor jeder kulturellen Überformung zu erahnen ist.

tanz - Zeitschrift für Ballet, Tanz und Performance / 01.07.2014

Immer wenn sie sich direkt herausfordern und ihre Gesten an das Gegenüber richten, knistert es. In vielen Bildern triftt Archaisches auf Expressionismus und Kubismus. Galván ist gewissermaßen der Picasso des Flamenco, der Schritte und Gesten auseinanderdividiert und sie, irritierend versetzt, wieder aneinanderreiht. [...] Mag die Torobaka-Begegnung der beiden Tänzer auch manchmal kriegerisch wirken, so gehen sie doch aufeinander zu, nähern sich an. Galváns Bewegungen werden runder, er versucht sich sogar als Derwisch, wo sonst flamencomäßig bei einer Drehung Schluss ist, weil sie nur dazu dient, die nächste frontale oder seitliche Sequenz einzuleiten. Khan nimmt dafür grafische Posen ein, die man ihn gemeinhin nie tanzen sieht.

Libération / 04.06.2014

Diese zwei Solisten bieten mit TOROBAKA ein Gipfeltreffen, auf dem der Rhythmus der Meister ist.

Danser Canal Historique / 04.06.2014

Es ist nicht alle Tage, dass man einer solchen Erschütterung von Zeichen (codes) beiwohnt.

Künstlerische Leitung/Choreografie/Tanz Akram Khan and Israel Galván

Musik David Azurza, Bobote, Christine Leboutte, B C Manjunath
Lichtdesign Michael Hulls
Kostümdesign Kimie Nakano
Produktionsleitung Fabiana Piccioli
Probenleitung Jose Agudo
Produzenten Farooq Chaudhry & Bia Oliveira (Khan Chaudhry Productions) and Chema Blanco & Cisco Casado (A Negro Producciones)

Eine Produktion von Farooq Chaudhry & Bia Oliveira (Khan Chaudhry Productions) und Chema Blanco & Cisco Casado (A Negro Producciones). Eine Koproduktion von MC2: Grenoble, Sadler’s Wells London, Mercat de les Flors Barcelona,Théâtre de la Ville Paris, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Festival Montpellier Danse 2015, Onassis Cultural Centre - Athens, Esplanade - Theatres on the Bay Singapore, Prakriti Foundation, Stadsschouwburg Amsterdam / Flamenco Biënnale, Concertgebouw Brugge, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Festspielhaus St. Pölten, Romaeuropa Festival. Gesponsert durch COLAS. Mit der Unterstützung von Arts Council England. Israel Galván ist Assoziierter Künstler vom Théâtre de la Ville Paris und Mercat de les Flors Barcelona. Akram Khan ist Assoziierter Künstler von MC2: Grenoble und Sadler’s Wells, London.

Dauer: 70 Minuten

www.akramkhancompany.net

Mit freundlicher Unterstützung des

Im Anschluss an die Vorstellung am 12.07. Spielzeitabschlussparty

Europäisches Zentrum der Künste Dresden