Musik
Thorsten Lensing & Jan Hein Lauf Zum Meer. Ein Idyll
Von William Carlos Williams
19 / 10 €
Ihre Inszenierungen sind wie ein Rausch, bei dem die Darsteller zeigen, wie viel Kraft das Medium Theater haben kann. Für ihre neuste Arbeit «Lauf zum Meer. Ein Idyll», 2008 uraufgeführt, haben sich der Regisseur Thorsten Lensing und sein Dramaturg und Co-Regisseur Jan Hein in das Werk des amerikanischen Dichters William Carlos Williams vertieft. Williams gilt neben Ezra Pound und T.S. Eliot als bedeutendster amerikanischer Lyriker der Moderne. Von 1946-1956 arbeitete er an seinem Langgedicht „Paterson“. Den Beginn des vierten Buches bildet das dramatische Gedicht „Der Lauf zum Meer. Ein Idyll“, ein Drei-Personen-Stück, komponiert aus Dialogen, Briefen und lyrischen Passagen. Es erzählt die Geschichte von Corydon, einer gebildeten älteren Dame, und Phyllis, einem jungen Mädchen, das als Masseurin vom Land in die Stadt New York gekommen ist. Die dritte Stimme gehört Phyllis verheiratetem Liebhaber Paterson. Das Regieduo arbeitet mit einem hochkarätigen Ensemble aus drei Schauspielern und Schauspielerinnen sowie drei Musikern. Viviane De Muynck gilt als Grande Dame des belgischen und flämischen Theaters und Films. Katharina Schüttler wurde 2006 zur Schauspielerin des Jahres gewählt und wurde mit dem deutschen Theaterpreis „Der Faust“ bedacht. Charly Hübner ist regelmäßiger Gast in deutschen Film- und Fernsehproduktionen (u.a. „Das Leben der Anderen“) sowie am Theater. Den drei Schauspielern ist ein ebenso illustres Musiker-Trio beiseite gestellt. Der Gitarrist, Komponist und Sänger Jean Paul Bourelly spielte u.a. mit Jazz Grössen wie Miles Davis und Cassandra Wilson. Der Senegalese Abdourahmane Gilbert Diop ist an zahlreichen Theater- und Filmproduktionen sowie in unterschiedlichsten Bandprojekten als Perkussionist, Vokalist, Komponist und Schauspieler tätig. Der deutsche Schlagzeuger Willi Kellers gilt als einer der versiertesten Jazz-Perkussionisten Europas und spielt seit Jahren im Duo mit Peter Brötzmann. In «Lauf zum Meer. Ein Idyll» vereinen sich die Stimmen dreier Figuren zu einem poetischen Gesang und entwerfen einen kaleidoskopartigen Blick auf den modernen Menschen und die Großstadt. Ein sinnliches Bühnenereignis aus Sprache, Klang und Rhythmus von eigentümlich rauer Schönheit.
„Je mehr wir uns auf den Sound, den Rhythmus einlassen, desto näher sind wir an der Seele dieses Abends: Jazz heißt das Erlösungswort. Thorsten Lensing und Jan Hein haben eine Inszenierung von seltener Schönheit geschaffen – es ist die herbe, spröde Schönheit des Unergründlichen.“
(Dirk Pilz)
Eine Produktion von Theater T1 in Koproduktion mit spielzeit´europa/Berliner Festspiele, Theater im Pumpenhaus Münster, FFT Düsseldorf und Theater Chur. Gefördert mit Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin (Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten), Kulturamt der Stadt Münster und Kunststiftung NRW.







