Festspielhaus Hellerau

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Festival 07.09.2015-30.04.2016

RomAmoR

Eine Hommage an die Sinti und Roma Kulturen 2015/16

Seit über 600 Jahren leben Sinti und Roma in der Mitte Europas. Wo immer sie auftauchten, bereicherten sie die ansässigen Kulturen, verschmolzen mit ihnen und prägten diese nachhaltig. Der spanische Flamenco, die jüdische Klezmer-Musik und die kubanische Rumba sind musikalische Ausdrucksformen der Roma. Sie inspirierten Brahms, Liszt, Bizet, bevölkern Kinderlieder und Abzählreime, geben ebenso hartnäckige Projektionsflächen für jahrhundertealte Vorurteile wie romantisierende Vorstellungen von Freiheit und fahrendem Volk ab. Kaum eine Minderheit wurde und wird mit so großer gesellschaftlicher Verachtung belegt wie die Sinti und Roma.
Wir finden, es ist an der Zeit, ihnen ein eigenes Festival zu widmen. Das Projekt begleitet uns über die gesamte Spielzeit, das Festival im April ist eine weitere Gelegenheit für eine Hommage an die Kulturen und Künste der Roma, es ist ein großes Fest und eine ernsthafte Auseinandersetzung zugleich.

Die Formulierung Sinti und Roma ist als Schirmterminus heute in Deutschland gebräuchlich und wird so vom Zentralrat der deutschen Sinti und Roma verwendet. Auch Sinti und Roma bleibt als Überbegriff unscharf, da nicht alle Gruppierungen wie beispielsweise die Ashkali, Kalé, Manouches, Irish Travellers oder Gypsies in ihrer kulturellen und sprachlichen Unterschiedlichkeit durch eine Formulierung erfasst werden können. Ab September 2015 bis April 2016 veranstaltet HELLERAU das spartenübergreifende Festival RomAmoR als Hommage an die zeitgenössische Kunst und Kultur der Sinti und Roma.


Partner des Festivals sind:

Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma, Heidelberg
Der Zentralrat wurde 1982 gegründet und ist der politische Dachverband von 16 Mitgliedsvereinen, neun Landesverbänden und mehreren regionalen Zusammenschlüssen. Vorsitzender ist Romani Rose. Seit seiner Gründung leistete der Zentralrat eine systematische Aufarbeitung und Dokumentation des Völkermords an den Sinti und Roma verbunden mit der Verfolgung noch lebender SS-Täter. Er setzt sich für den Schutz der deutschen Sinti und Roma vor Diskriminierung und für ihre Förderung als nationale Minderheit ein.

Dokumentations- und Kulturzentrum der Deutschen Sinti und Roma, Heidelberg
Räumlich und organisatorisch eng verbunden mit dem Zentralrat der Sinti und Roma ist das Dokumentations- und Kulturzentrum der Deutschen Sinti und Roma, der Institution in Deutschland, die Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma wissenschaftlich dokumentiert.

Flamenco and Gipsy-Festival Jodhpur, Indien
Das Flamenco and Gipsy Festival Jodhpur/Rajasthan ist das einzige Festival weltweit, das sich mit den musikalischen Traditionen der Roma und Sinti in Indien und in Europa auseinandersetzt. Vielfältige dynamische Fusions von Roma-Musikern aus aller Welt stehen im Zentrum der Programmation. Schirmherr ist der Maharadscha von Jodhpur.


Das Kuratorium des Festivals:

Klaus-Michael Bogdal Literaturwissenschaftler, Autor (Heidelberg) // Hamze Bytiyci Schauspieler Theaterpädagoge, Vorsitzender „Roma Trial e.V.“ (Berlin) // Susanne Gärtner Brücke/Most-Stiftung (Dresden) // Anetta Kahane Vorsitzende „Amadeu Antonio Stiftung“ (Berlin) // Kathrin Krahl Soziologin, Kuratorin bei Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen // Petra Rosenberg Vorsitzende „Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e. V.“ (Berlin) // Wolkly Rosenberg Musiker, Kurator für Musik (Hamburg) // Israel Galván Choreograf und Tänzer (Spanien) // Ian F. Hancock Sprachwissenschaftler, Leiter „Programm Romani Studies“ und „Romani Archives and Documentation Center“ University of Austin (Texas, USA) // Jana Horváthová Direktorin „Museum of Romani Culture Brno“ (Tschechien) // Tímea Junghaus Kunsthistorikerin, Kuratorin für zeitgenössische Kunst, Geschäftsführerin „ERCF – European Roma Cultural Foundation“ (Ungarn) // Renardo Lorier Generalsekretär „ONAT – Office National des Affaires Tsiganes“ (Frankreich) //

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Teile des Rahmenprogrammes werden gefördert im Rahmen des Landesprogrammes "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz".

RomaAmoR steht unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden