Festspielhaus Hellerau

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revolver besorgen //

Vergangene Termine

  • Fr 29.04.11 20:00
  • Sa 30.04.11 20:00

Helena Waldmann

revolver besorgen //

„So nüchtern und ergreifend zugleich hat man Demenz auf der Bühne noch kaum gesehen....ein wunderbares starkes Stück“
(Abendzeitung München)

In Helena Waldmanns Stück revolver besorgen erinnert sich eine Tänzerin an die Rollen, die sie als Primaballerina getanzt hat, an die Melodien, an die Schrittfolgen. Bis ihr Melodien, Schrittfolgen, Rollen entfallen und sie ins Infantile, ins Kindliche abrutscht - doch was heißt hier abrutschen? - Helena Waldmann beschreibt in ihrem Stück die Demenz als die Fähigkeit zu vergessen - und das mögliche Glück, das in dieser Fähigkeit liegen könnte. Das Bühnengeschehen wird durch Stimmen aus dem Off kommentiert - die wiederum gehören zu Demenzkranken, einem Arzt der ein Gehirn seziert, einer Sexualtherapeutin, die einen dementen Mann behandelt. Diese Offstimmen könnten schon in sich als ein Hörspiel bestehen, zusammen mit dem Tanz der großartigen Brit Rodemund ist Helena Waldmann mit revolver besorgen ein groteskes, auch heiter-humorvolles, nachdenklich machendes Tanzstück gelungen, das auch Spaß macht; man muss weder Tanzkenner sein noch Grundwissen im Umgang mit Demenz haben. Vielleicht aber die Fähigkeit, vergessen verzeihen zu können...

Die Berliner Tänzerin Brit Rodemund erhielt ihre Ausbildung an der Staatlichen Ballettschule Berlin. Bis 1995 war sie Solistin des Ensembles der Deutschen Staatsoper Berlin, danach tanzte sie beim Aalto Ballett Theater Essen und beim Ballett Nürnberg. Seit 2000 ist Rodemund freischaffende Tänzerin. Sie tanzte u. a. in Choreografien von Rudolf Nurejew, John Cranco, William Forsythe, George Bananchine.

Zur Homepage von Helena Waldmann

Rheinische Post / 30.05.2011

„Revolver besorgen“, wie auf einem Einkaufszettel, nennt die Berliner Tanzregisseurin Helena Waldmann ihr neues Stück. Ein Höhepunkt der Saison! Nicht nur die abrupten Lichtwechsel, die knittrigen Plastiktüten, der zum Hut erklärte Schuh und Tonaufnahmen von Wissenschaftlern und einer Sexualassistentin sprechen von Demenz oder signalisieren Verlust von Gewohnheiten. Vor allem die großartige Brit Rodemund verkörpert ihn, bis zum Leerwerden der Augen. Ihre Ballettsequenzen strahlen klassische Schönheit aus, dann bröseln sie, sie erstarrt in Pose oder senkt den Oberkörper, als müsse der Kopf nicht mehr oben sein.

Stuttgarter Nachrichten / 09.05.2011

Brit Rodemund wird im Verlauf der 60 Minuten zu ihrem eigenen Zwilling – klassische Ballerina mit umwerfender Präsenz, klarer Linie und schöner Geschmeidigkeit, dann Suchende, der alles, sogar der eigene Körper oder eine Plastiktüte, ein Wunder ist. Selbst in erschütternden Momenten wahrt sie ihrer Figur die Würde, die ein Mensch zum Menschsein braucht.

Dresdner Neueste Nachrichten / 03.05.2011

Es entstehen bedrückende, berührende, kuriose und auch solche Bilder, die ausgeklinkt sind aus üblichen Verhaltensmustern, die verstören und polarisieren. Brit Rodemund ist glaubwürdig in jedem Moment des Abends, zeigt Zerrbilder, Ausgelassenheit, aufflackernde Erinnerungen, und dann wieder ein Gesicht, das wie leergewaschen scheint von allen Spuren. Mit einem Anflug von Fragen, die keiner so recht beantworten kann.

Eine Produktion von Helena Waldmann und ecotopia in Koproduktion mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Festspiele Ludwigshafen im Theater im Pfalzbau, Forum Freies Theater Düsseldorf, Grand Théâtre Luxembourg, o espaço do tempo Montemor-o-Novo und Tafelhalle im KunstKulturQuartier Nürnberg. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Theater aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Dauer: 60 min ohne Pause

Europäisches Zentrum der Künste Dresden