Günter "Baby" Sommer: Songs for Kommeno

Günter Baby Sommer ist ein Projekt gelungen, das trotz aller ideologischen Schwere zuvörderst von künstlerischem Anspruch geprägt ist.(...) Der Zuspruch war auch im Festspielhaus gro0. Die Uraufführungsbesetzung - Günter Baby Sommer an den Drums, Sivina Yannatou mit ihrer grandiosen Stimmkraft, Floros Floridis an Klarinetten, Spilios Kastanis am Bass und Evgenios Voulgaris mit der Yayli Tanbur - überzeugte das zahlreiche Publikum mit musikalische Ausdruck, Ensemblegeist und virtuoser Spielkultur.(...) Verdienter Applaus für ein großes Projekt, das endlich auch in Dresden angekommen ist.

Dresdner Neueste Nachrichten, 05.04.2013

Chico Mello: Pills or Serenades

Ein hochspannendes Musiktheater mit viel Sinn für Humor über Töne und Stimmungen.

Der Tagesspiegel, 18.03.2013

She She Pop: Schubladen

Insgesamt zwei kapitale Frage-Antwort-Stunden, die beileibe nicht vordergründige Erwartungshaltungen oder gewohnte Theaterstrukturen bedienen. [...] Diesen Spiel-, Denk- und Sangesfreudigen macht es deutlich Spaß, übliche Theaterformate aufzubrechen, Grenzen zu überschreiten. Und das Publikum – im Festspielhaus Hellerau sind es überwiegend junge Leute – kann damit spürbar etwas anfangen.

Dresdner Neueste Nachrichten, 19.03.2013

carrot dancers // Irene Schröder // Marita Matzk: Körper

„A. top secret“ heißt Nicole Meiers kurzes Solo von den carrot dancers, das sie zu Arvo Pärts „Salve Regina“ in eigener Choreografie tanzt. [...] Eine Momentaufnahme aus Tanz und fernem Klang und geheimnisvollem Bild.

Für Marita Matzk ist es schon ein Markenzeichen, dass sie ihre Soli als „work_in_progress“ vorstellt. Beim nächsten Mal, im nächsten Raum, wird ihr neuestes Stück „FORT“ sicher ganz anders die inneren und die realen Räume ihrer Reise erkunden. [...] Wenn sie so mit dem eigenen Licht und Schatten in der Bewegung Bilder entstehen lässt, die im Moment des Entstehens auch schon wieder vergehen, dann nimmt sie uns mit auf einen Weg, der vom Sehen zur Wahrnehmung führt.

Tanznetz.de, 09.03.2013

ANTON LACHKY : TONOLAND (Mind a gap)

Wo bitte geht's nach Tonoland? Anton Lachky präsentiert in Hellerau mit einem Tänzer-Quartett eine urige Uraufführung. [...] Ohne Geschichten im herkömmlichen Sinne zu erzählen, müssen die begnadeten Tänzer auf dieser Reise nicht nur ans Ziel kommen, hinter Ulk verborgen auch zueinander. Und dann, als hielten sie so viel Intimität gar nicht aus, kommt schon der nächste Kracher. [...] Was ist festgelegt und was entspringt der Tanzlust des Augenblicks, wie lange halten die das durch? [...] Wo Tonoland liegt oder ob es das wirklich gibt, wissen wir nach einer Stunde nicht, aber wir wissen, dass die Reise mit diesen Tänzern unbedingt lohnt.

Dresdner Neueste Nachrichten, 11.03.2013

Ein rasanter Trip durch ein Wunderland mit skurrilen Figuren. Es wirkt, als wolle einer den anderen an Skurrilität übertrumpfen. [...] Glücklich wird allein der Besessene. Sichtbar wird das in dieser Arbeit in einem unabdingbarem Drang zu körperlichem Ausdruck. Desto intensiver fällt die Leere stiller, bewegungsloser Momente aus, wenn jeglicher Ausdruck aus den Körpern verschwunden zu sein scheint. Bis zur nächsten Bewegung.

Musik in Dresden, 08.03.2013

KORE-A-MOVES // Swan Lake / Rose

Diese Choreografie von Sooyoung Ahn ist ein aus Tanz, Licht und Raum geborener Glücksfall, und die einfallsreichen Ideen gehen von der Körpersprache, den Konstellationen auf der Bühne aus. Was daraus entsteht,(...) ist ernst und gewitzt zu gleich, sinnlich und intelligent. Und vor allem - das macht die absolute Qualität des Abends aus - wird es wunderbar getanzt. Wo gibt es schon eine so eigene, umkreiste Odette frei von jeder Pose, eine so raffinierte Mischung diverser Tanztechniken, bei der einfach nichts unmöglich ist?

Dresdner Neueste Nachrichten, 26.02.2013

Louise Lecavalier/ Fou Glorieux : So Blue

Die kanadische Tänzerin und Choreografin erkundet Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Körpers. Das Publikum, das heftig applaudiert, glaubt offenkundig nicht daran. Wer sich augenscheinlich so scharf am Limit hält, der traut man nicht zu, dass für sie Unmögliches existiert. Eine überzeugende Leistung.

Sächsische Zeitung, 18.02.2013

Welch großartige Tänzerin! Louise Lecavalier demonstriert an diesem denkwürdigen Abend, der dem Festspielhaus in schönster Weise zur Ehre gereicht, nicht vordergründig pure Energie oder höchste Geschwindigkeit. Sie reißt in ihrer auf existenzielle Codierungen konzentrierten Bewegungssprache einen erzählerischen Kosmos auf, der das Leben in all seinen Dimensionen zu fassen scheint.

Dresdner Neueste Nachrichten , 18.02.2013

Dave St-Pierre Company : Creation 2012

Die ersten beiden Teile wurden bereits 2011 in Hellerau mit Begeisterung aufgenommen. Auch diese Arbeit ist schlichtweg grandios und bildet einen weiteren der ohnehin nicht wenigen Höhepunkte für Hellerau in diesem Jahr. (...) Dave St-Pierre muten dem Publikum wieder eine ganze Menge zu. Dabei bleibt alles frei von Effekthascherei. Eine simple Lichtgasse, ein paar Tische und der menschliche Körper als Text in Reinform. Und die Verzahnung von Tragik und Humor ist berückend. Wer meint, man könne nicht gleichzeitig weinen und lachen, wird hier eines besseren belehrt.

DRESDNER - das Kulturmagazin, 09.02.2013

Die Nacktheit der Tänzer, beim ersten Auftritt der Company in Hellerau im März 2011 noch ein durchaus provozierend auf das Publikum erichtetes Element, ist jetzt allein Kostüm. Im Versteck dieser Maske wendet Dave St-Pierre einen ungeheuren Vorrat an Gesten und Symbolen auf, die von antiken Statuen, Gemälden des Barock, Schauwettkämpfen und Selbsterfahrungsgruppen herstammen. (...) Verblüffend und großartig, wie der Choreograf mit Mitteln der Kultur zeibt, was möglicherweise vor aller Kultur liegt: ein Fühlen ohne Vorbedingung.

Sächsische Zeitung, 11.02.2013

Zur Besonderheit der Dave St-Pierre Company gehört, dass da nichts so ist wie bei anderen, und voller Lust und Drang überschreiten die Tänzer alle Grenzen, aber man wird ihnen das (mit Ausnahmen) nicht übelnehmen. Schon gar nicht diese unbedingte Nacktheit, die sich, wie die Engländer sagen, einmal mehr als "der Wahrheit bester Schmuck" erweist. (...) Mit seinen Darstellern lebt er eine kompromisslose, einfallsreiche Bühnensprache aus, wechselt zwischen Wucht und Stille, derbem Spaß und sensibler Empfindsamkeit.

Dresdner Neueste Nachrichten, 11.02.2013

Ultima Vez/Wim Vandekeybus: Monkey Sandwich

Was für ein Ereignis! (...)

Damien Chapelle ist in Hellerau wunderbar authentisch in der Gestalt der verlorenen Seele zu erleben, die in der Einöde herumirrt, sich waghalsig erhöht, im Wasserbecken versenkt, die im Flugversuch scheitert und längst Verlorenes immer wieder aufs Neue verliert.

(...) Überhaupt schafft es Wim Vandekeybus, uns mit seinem offenbar eingeschworenen Team und einer Gradwanderung im Maßlosen in einen Strudel zu ziehen, der uns nicht versenken, eher als Nachdenkende wieder ausspucken soll.

Dresdner Neuste Nachrichten, 28.01.2013

Ultima Vez/Wim Vandekeybus: Oedipus/bêt noir

Was für ein Ereignis! Am Wochenende hatte es gleich zwei Aufführungen von Ultima Vez/Wim Vadekeybus im Festspielhaus Hellerau gegeben, und das Publikum kam, sah und war gebannt. (...)

Dresdner Neuste Nachrichten, 28.01.2013

Derevo: Fünfte Sonne (Uraufführung)

Ende gut, alles gut: Wenn es nach dem russischen Tanztheater Derevo geht, wird die Welt auch künftig von der Sonne beschienen. Die neueste Produktion des international gefeierten Ensembles endete am Donnerstag im Dresdner Festspielhaus Hellerau mit einem Happy End. (...) In dem Stück von Ensemblechef Anton Adassinsky, Pavel Semchenko und Elena Yarovaya wird die Clownsnase zum Sonnensymbol. Die Zuschauer wurden ausdrücklich ermuntert, die roten Knuppelnasen selbst aufzusetzen - ein Verkaufsstand im Foyer deckte den Bedarf ab, viele machten Gebrauch davon. Wie üblich blätterte das Ensemble seine Inszenierung wie ein Märchenbuch auf.

dpa, 21.12.2013