HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

12.05.2010 norton.commander.productions / THE WOLF BOYS

"Intensiv geduldig, minutiös, in vielen Varianten arbeitet man sich an die gültige Form einer einzigen Szene heran. Mit Hilfe von Berührungsschaltern entsteht sie aus körperlichem Spiel und vorgefertigten Sounds beziehungsweise Sprachpartikeln. Aus der Integration störrischer technischer Elemente soll etwas Lebendiges entstehen, was ironischerweise den Gedanken beflügelt, Organe als Ersatzteile zu sehen... Gemeinsam am Regiepult sitzen Harriet und Peter Meining, mal kritisch, mal besorgt, öfter amüsiert. Es wird wieder einmal geprobt in Hellerau (...) Dabei wird es nicht nur um wohligen Grusel, sondern auch um das tödliche Austesten von Körper-Grenzen, die Angst vor dem Islam, dem Terror und buchstäblich an die Nieren gehen, respektive um deren Preis..."

–Dresdner Neueste Nachrichten

20.03.2010 WILLIAM FORSYTHE ERHÄLT VENEDIGS KARRIERE-LÖWEN

"Zwei herausragende Kulturschaffende können Goldenen Löwen der Biennale in Venedig für ihre Karriere in Empfang nehmen: In diesem Jahr werden der amerikanische Choreograf William Forsythe und der deutsche Komponist Wolfgang Rihm für ihr Lebenswerk geehrt. Das beschloss der Verwaltungsrat der Biennale am Freitag. Forsythe, der mit seiner Compagny auch im Dresdner Festspielhaus Hellerau angesiedelt ist, wird den Löwen beim Festival für zeitgenössischen Tanz Ende Mai/Anfang Juni überreicht bekommen.

–dpa/Sächsische Zeitung

19.03.2010 Angoluscuro / THE FORSYTHE COMPANY

"Man hätte mit den Gedanken-Energien des Publikums, die knisternd durch den Raum schwirren, bei dieser Dresden-Premiere der Forsythe Company im Festspielhaus Hellerau sicher ein kleines Kraftwerk betreiben können. Die Zuschauer denken, denken nach - assoziieren, kombinieren, thematisieren - und nur einigen mangelt es hörbar an der Lust dazu... Wer sich aber zu William Forsythe begibt, ist als Mitdenkender stets gefragt (...) 'Angoluscuro' ist das fantasievolle Gespinst aus einer Vielzahl szenischer Versatzstücke. Forsythe nimmt dabei in einer Art Live-Regie unmittelbar Einfluss auf den Ablauf des Geschehens, gibt wie ein Dirigent den Atem der Aufführung vor, auch die Momente der Dunkelheit und des Lichts. (...)Das lässt sich nicht als die eine Geschichte entschlüsseln - es ist ein Spektrum von dem, was es gibt. Was wir wahrnehmen oder auch nicht. Was in einer dunklen Ecke verborgen ist, mit Schlaglichtern kurz beleuchtet wird und auch wieder verschwindet. Durch unsere Träume geistert, zuweilen ganz nah kommt. Bedrohlich, erheiternd, irritierend, bekannt und unbekannt zugleich. Forsythe erwartet darauf keine Antworten. Nur eben ein Nachdenken. "

–Dresdner Neueste Nachrichten

12.03.2010 I don't believe in outer space / THE FORSYTHE COMPANY

„’I don’t believe in outer space’ ist vielleicht die opulenteste, farbenreichste, sicher die wortreichste Produktion von William Forsythe, die wir bisher in Dresden gesehen haben. Man könnte die im Herbst 2008 in Frankfurt/Main uraufgeführte arbeit auch wegen der hinreißend über die Musik getanzten und gelegentlich sogar gesungenen Episoden kurzschlüssig als Musical bezeichnen, doch das hieße wohl allzu deutlich ausgelegten Spuren auf dem Lein zu gehen und die Parodie mit dem Original zu verwechseln. Das ‚tragische Thema eines Popsongs der Siebziger’ lässt erst einmal auf sich warten, bis es sich durchsetzt nach einer inszenierten Panne, die mehr mit der vom Titel implizierten Fragestellung zu tun hat: mit der Beherrschbarkeit von Realität oder Illusion, mit Kausalität bzw. dem Verknüpfen von Ursache und Wirkung, mit dem Verhältnis von Endlichkeit und Unendlichkeit – für die schon auf ein paar Hundert Quadratmetern genügend Platz ist.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

12.03.2010 I don't believe in outer space / THE FORSYTHE COMPANY

„Als bestärke ein antiker Chor Schrecken wie Scherz, verleiht bald das gesamte Ensemble Caspersens Worten Gesten und Mienenspiel. Einer juckt dem anderen an Kreuzbein, Handrücken und Knie. Ohnehin zeigt sich die Forsythe Company zum Gerüst der Musik von Thom Willems gewohnt schlafwandlerisch sicher. Die Tänzerinnen und Tänzer lassen auch Nummern, deren Substanz sich nicht erschließt, heiter und leicht werden.“

–Sächsische Zeitung

02.03.2010 MEGALOPOLIS / Constanza Macras, Dorky Park

„Wenn man letztlich aber – trotz alledem – das Festspielhaus nicht völlig frustriert verlässt, so ist das besonders auch den Darstellern sowie Musikern zu danken die hier ihre Haut mit vollem Risiko zu Markte tragen. Das machen sie so engagiert, mit Leib und Seele, dass letztlich kraftvoll herüberkommt, was Constanze Macras deutlich am Herzen liegt. Es ist quasi ihr Generalthema, die Migration, und immer wieder greif sie dieses unverhüllt, mit großer Intensität auf, schockiert und erzählt Alltägliches, schafft zuweilen auch absurde Situationen, mit denen allzu viele Deutlichkeiten ein wenig gebrochen, kurios dokumentiert werden. Da zahlt es sich aus, dass sie in ihrer internationalen Ensemblemixtur ein gutes Gespür für Künstler mit diversen Begabungen besitzt und im wahrsten Sinne des Wortes Typen auf die Bühne bringt Wie ebenso musikalische Nuancierungen ins Geschehen. (...) Da kickt ein Tänzer mit einer superleichten Plastiktüte, und er taucht unter ihr ab, fängt sie auf, weiß sie noch im letzten Moment mit dem Körper zu fassen. Eine irre Metapher für ‚Lostills, Verlorene Stillleben’.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

01.03.2010 MEGALOPOLIS / Constanza Macras, Dorky Park

„Macras lässt ihr neunköpfiges Ensemble die doppelte Anzahl Rollen spielen. Rascher als die Kleider wechseln blind Wut und Empfindlichkeit. Das vermeintliche Opfer wird unverhofft gefährlich. Oder es singt ein Lied aus der Heimat. Manchmal wird aus dem Konflikt eine Feier, die in den Streit kippt oder auch in Träume. Die dreiköpfige Band musiziert dazu mit viel Schlagwerk. Nach der Hälfte des knapp zweistündigen Abends erscheint die Choreografie stimmig, weil die Tänzer eilends und ungestüm reagieren. Dafür gibt es kräftig Beifall."

–Sächsische Zeitung

23.02.2010 Akademieprojekt II

„Die ersten, wohl etwas mehr als zehn Minuten der Uraufführung geben den pochenden Puls des Abends vor. Die Besucher werden mit bewussten Irritationen über das seitliche Foyer vom Festspielhaus Hellerau zur Empore geleitet. Und wenn sie schließlich daselbst mit Draufblick angelangt und zur Ruhe gekommen sind, beginnen die 17 Mitwirkenden weit entfernt im Saal auf einer sich ihrem Weg permanent zuordnenden Lichtstrecke Schritt für Schritt im Rückwärtslauf „vorwärts“ zu kommen. In völliger Stille – auch das Publikum verstummt bald. Diese bemerkenswerte Grundstimmung, die jeden hineinzieht in die Koordinaten von Zeit und Raum, in der man wach die historische Stätte wie überhaupt ihre besondere Wirkung wahrnimmt und sich zugleich auf sich selbst besinnen kann, bleibt über die komplette Aufführung hinweg erhalten. (...)Wie bislang nur wenige Produktionen in diesem Hause sowie deutlich frei von Eitelkeiten und vordergründigen Effekten, schafft es das Akademie-Projekt II der Hellerauer Akademie für experimentelles Musiktheater, dass man den Saal bald wie eine Kathedrale empfindet, einen inspirierend-geistigen Ort, der Geschichte und Geschichten atmet, verführerisch ist als Stätte der Begegnung auf verschiedenen Ebenen.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

19.02.2010 Einen Ort herstellen – Ausstellung des Neuen Sächsischen Kunstvereins

„Kuratorin Ilina Koralova vereinte Arbeiten von 15 internationalen Künstlern, die auf die eine oder andere Art die sich überlagernden Schichten der zeit respektive der Geschichte und des Umgangs mit ihnen thematisieren. Das Festspielhaus wiederum ist für ein solches Projekt ein adäquater Ort, ist es doch selbst von teils sichtbar gehaltenen Schichten unterschiedlicher Epochen geprägt. Fast folgerichtig ist es, wenn in das Anliegen, einen Ort her(zu)stellen, der Besucher einbezogen wird. (...)Die Arbeiten thematisieren gleicherma0en positive Utopien der Entstehungszeit des Kunstortes Hellerau und ähnlicher Projekte (wie etwa das Bauhaus) wie deren spätere Überlagerung durch faschistische Diktatur und Realsozialismus, wobei die Auseinandersetzung mit Letzterem das Schwergewicht bildet.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

19.02.2010 Einen Ort herstellen – Ausstellung des Neuen Sächsischen Kunstvereins

„Die Schau Einen Ort herstellen des Neuen Sächsischen Kunstvereins kümmert sich um die Geschichte Helleraus und um die Erinnerungen des europäischen Ostens. Mit den Mitteln des Zimmermannshandwerks, der Klebekunst, des Films und der Fotografie zeigen 15 Künstler, wie sich Bedeutung fabrizieren lässt oder Fundstücke einer vergangenen Zeit zu Symbolen.“

–Sächsische Zeitung

30.01.2010 Bahok / Akram Khan Company

„Welch großes Glück, im derzeitigen Dresdner Veranstaltungsdickicht gerade dieses Gastspiel im Festspielhaus Hellerau nicht verpasst zu haben. Es wäre doch wirklich zu schade gewesen, davon letztlich nur aus den Berichten anderer erfahren zu müssen. (...) Akram Khan entdeckt das Besondere im Alltäglichen, erzählt Geschichten in Bewegung, und das frei von verkünstelter Attitüde. Aus der Besonderheit der Mitglieder seiner Company, ergänzt von Tänzern vom chinesischen Nationalballett, schöpft er auch in dieser Produktion choreografische, szenische Ideen, und überrascht mit wunderbaren Bildern, die bei anderen Choreografen vielleicht nur simpel gewirkt hätten. Zum Beispiel, wenn er die Fotomanie mancher Reisender benutzt, um daraus ein kurioses Pas de deux oder gar Pas de trois zu machen oder die Beschwichtigungsversuche zweier aufgebrachter Kampfhähne in Szene setzt, wo es letztlich dem schlichtend Eingreifenden schlecht ergeht.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

30.01.2010 Bahok / Akram Khan Company

„Akram Khan führt die eigenwilligen Soli und persönlichen Geschichten der acht Tänzerinnen und Tänzer behutsam parallel. Was der lange Chinese, die kleine Spanierin kann! Wie in jeder guten Kunst erscheint aber das Anrührende und das Komische ohne Grund. Zwei Körper werden zum Doppelwesen beim Versuch, die Schlafende aufzuwecken. Nachbarn versuchen, einander ein Lied beizubringen, Die Ensembleszenen entspringen dem Takt der Musik oder unsichtbarer Aufladung. Der schnelle Kreisel des Kathak meint wohl sein Gegenteil: Geschwindigkeit kann vorbildlich den Eindruck von Stillstand erzeugen. Die Tafel rattert am Ende zu fernen Klängen „Heimat“ runter. Die Zuschauer schweigen, ehe sie heftig applaudieren.“

–Sächsische Zeitung

18.01.2010 LE NOIR DE L’ÉTOILE

„Wie ein ritueller Kultplatz ist der gut besuchte Hellerauer Konzertsaal am vergangenen Freitag hergerichtet: Im Zentrum das Publikum, ringsherum sechs Klanginseln, jeweils unterschiedlich ausgestattet mit einer Fülle von Perkussionsinstrumenten (...) Dabei gehen die Musiker mit analytischer Exaktheit vor, machen sich, selbstvergessen jeder für sich und ohne Blickkontakt zum anderen, an den Instrumenten zu schaffen, riskieren keinen noch so kleinen Ausrutscher in halsbrecherischen Takten. Tamtams, Schalengongs und kratzig reibende Effekte mit Bassbögen auf Becken klären beruhigend für die einsetzende Bandeinspielung. Anschließende aggressive Schläge auf die sechs großen Tommeln kündigen den Bau einer monströsen Klankathedrale durch rhythmisch ausgefeilte Percussions an, in der mehrstimmige, Chöre, ja religiöse Gebetsgesänge buddhistischer Machart zu erahnen sind.“

–Sächsische Zeitung

11.01.2010 A JOURNEY HOME / LES SLOVAKS DANCE COLLECTIVE

„Das ist keine hochdramatische, kunstvoll verschlüsselte Aufführung mit Zierrat und ausgeklügelten Formen, vielmehr die Vorstellung einer besonderen Art von Lebensgefühl und Verbundenheit, wo in speziellen, musikalisch bewegten Rhythmen und Räumen miteinander vertraute Menschen aufeinandertreffen, sich anziehen, abstoßen, musikalisch inspiriert ins Rollen geraten oder zum berührenden Gesang vereinen. Das Slowakische, die Wurzeln sind dabei wichtig, doch man begreift auch in schönster Weise den Wert und das Beglückende der kleinen, verschworenen Gruppe, etwa gemeinsam zu besitzen, das sich weder erwerbend noch erjagen lässt, Und jenes Bibel-Zitat von Einer trage des anderen Last ist in dieser Vorstellung wunderbar verschiedenartig aufgenommen worden.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

09.01.2010 A JOURNEY HOME / LES SLOVAKS DANCE COLLECTIVE

„Der Abend heißt Journey Home und im mehr und mehr aufhellenden Licht kommen die sechs Protagonisten immer wieder nach Hause, zu den Wurzeln ihres Tanzes und ihrer Musik. Von da aus unternehmen sie teils recht vergnügliche Ausflüge in die unterschiedlichsten Stile des Tanzes und der Musik. Da kann sich Foklore mit hartem Beat mischen, es kann leicht rockig zugehen, dann wieder brechen melancholische Sehnsuchtstöne durch, als säßen wir alle im Penguin-Café und draußen bringt Tief Daisy den Weltuntergang. So auch der Tanz, allein, in der korrespondierenden Zweisamkeit, in spielerischen Abfolgen, die an Scharaden der Kindheit erinnern. Es gibt ausgesprochen clowneske Passagen, mal grüßen Charlie Chaplin und seine herzlichen Stummfilmgags, dann gibt es nette Rüpeleien, zärtliche Zweisamkeit und kerlige Rivalitäten(..)Das alles, auch gelegentliche Zitate aus der Hip-Hop-Szene, die schwingenden Bewegungen und das Einfangen der Arme aus dem modernen Kanon der Bewegungsbeschränkung, beschert eine abfolge vergnüglicher Momente.“

–tanznetz.de

19.12.2009 Harlekin / Derevo

„So beginnt als Uraufführung im Festspielhaus hellerau die jüngste Produktion Harlekin von Derevo, und es ist zu ahnen, dass die beiden Figuren Harlekin und Columbine (...) schon bald zu Leben erweckt werden. In Gestalt von zwei Erzkomödianten: Elena Yarovaya und Anton Adassinsky. Sie jonglieren freu und abenteuerlich mit den Vorstellungen dieser Gestalten, wie sie aus Frankreich, Italien oder vom Russischen Ballett her bekannt sind, kippen dabei jegliche Erwartung und bringen einen wahren Derevo-Spross hervor (...) Das mit Derevo längst vertraute Fan-Publikum entdeckt natürlich auch in diesem neuen Stück Momente, die so oder ähnlich bereits in früheren Produktionen zu sehen waren. Aber gerade dieses ideenreiche Hangeln entlang der eigenen Fantasie, das Ausbrechen aus Trends und modischen Effekten, Einfangen alter und neuer Ideen ist quasi ihr Markenzeichen – sie fabulieren, erinnern sich, assoziieren, sind signifikant in der speziellen Sprache.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

19.12.2009 Harlekin / Derevo

„Die Inszenierung schöpft ihren Zauber aus der Welt der Verliebten wie aus dem unlauteren Wesen der Dinge. Adassinsky ist für die Angebetete mit Hingabe Tür, Schaukelstuhl und Dusche, als Bett aber ein Schrecken. Die Klimperpuppe Jarowaja kreischt, wenn er ihren Hut berührt (...) Derevos Spiel demonstriert, dem japanischen Butoh verwandt, was jemand nicht leisten kann. In solchen Szenen steckt die Härte des Märchenspiels, eine Wahrheit über die Verfassung des Menschen: Man ist in den wichtigen Angelegenheiten Autodidakt. Auch der Harlekin muss die entscheidenden Lektionen ohne Lehrer lernen. (...) Derevo feiert im Harlekin das Kapital der eigenen Kunst und erntet dafür nach zwei Stunden starken Beifall.“

–Sächsische Zeitung

17.12.2009 Harlekin / Derevo

„Doch letztlich sind es die beiden wunderbaren Darsteller, die in kleinen und doch sehr poetischen Geschichten den Harlekin und seine Komik auf der Bühne erstehen lassen. Zu Recht brandete den Künstlern mit dem Vorhang frenetischer Applaus entgegen.“

–kultiversum.de

14.12.2009 CAHIERS DE DANSE #1

„Cahiers de Danse heißt diese Reihe, und der Auftakt ist gelungen. Zunächst die optische Provokation. Die geschlossene Bühne im großen Saal des Hellerauer Festspielhauses (...)Immer haben die Tänze etwas von einer Zeremonie. Der Tänzer mit dem zartgliedrigen Körper vermittelt den Eindruck eines Mannes, der sich jener Kindheitsepisoden erinnert, bei denen er allein und eingeschlossen in längst vergessenen Kleidern und Kostümen die Gesten einer verschollenen Tante nur für sich und einen Spiegel zelebriert. (...) Wenn wir frei genug sind von allem Deutungs- und Verstehenszwang, können wir uns diesem seltenen Zauber seiner Stunde mit neun Tänzen aus Stille und Konzentration öffnen. Da lässt uns nach der Pause Ivana Müller aus den Niederlanden mit ihren drei Frauen und drei Männern in dem Stück Playing Again and Again gar keine Wahl. Drei mächtige Akkorde vom Finale einer Sinfonie, donnernder Applaus vom Band und dazu das Ensemble in einer verblüffenden Slow-motion-Choreografie in Applausordnungen und Unordnungen, Abgängen und Auftritten, fünf Minuten in einer Stunde. In dieser Stunde erfahren wir so gut wie alles, was wir eigentlich schon wissen was aber immer wieder gerne gehört wird.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

28.11.2009 CYNETART 2009

„Die digitale Kultur gibt den Ton an, computergestützte Kunst ist hier zum Greifen, Fühlen und Mitmachen erlebbar. Im Zeichen des Kreuzes – eines Lichtkreuzes , das mit bayrischem Schulinventar von vorgestern nichts mehr zu tun hat – liegt Harmony Universe als virtuelles Musikinstrument den Gästen zu Füßen. Jacob Korn gelang damit eine Raumkomposition, die Licht und Farbe interaktiv und spielerisch vereint, indem die Akteure auf sieben bunten Flächen mittels ihrer Körperbewegungen für unterschiedliche Klänge und Rhythmen sorgen (...) Dort gibt es eine Wiederbegegnung mit dem italienischen Tänzer und Choreografen Roberto Zappalà, der gemeinsam mit Poon Wie Ming den Abend einläutete. In atemraubenden Bewegungsabläufen vitalisierten sie die Tanzfläche, sorgten mit akustischen Einlagen – natürlich computerverstärkt – für Klangkaskaden, die ihre Energieorgie untermalte(...) Ein bewegter, ein bewegender Auftakt.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

21.11.2009 ÖDIPUS REX / Constanza Macras, Dorky Park

„Der erste Einsatz des bei der Haussanierung 2005 eingebauten Orchestergrabens! Letzterer erfüllt seine Funktion wunderbar. Die Dresdner Philharmonie unter Max Renne war dort nuanciert unterwegs, die Bläsersoli purzelten glasklar, monumentale Tutti ließen den Tessenow-Saal beben. Die Männerstimmen des Dresdner Kammerchors wiederum waren an den Seiten des Grabens platziert und akustisch am präsentesten. (...) Visuelle Ausrufezeichen am laufenden Band lieferte jedenfalls das Tanzensemble Dorky Park der bereits mehrfach in Dresden aktiven Chroeografin Constanza Macras. Unter einem verstrickten Bühnenbild von Chiharu Shiota, aus dem im Lauf der Zeit einzelne Möbel an Schnüren abgesenkt wurden, spielte sich das Stück mit Blutschande, Verrat, Weissagung und Kampf ab.“

–Sächsische Zeitung

21.11.2009 ÖDIPUS REX / Constanza Macras, Dorky Park

„Nehmen wir an, Sophokles hätte der radikalen Kürzung des Dramas in dem Opernoratorium Strawinskys, das 1927 konzertant in Paris und ein knappes Jahr später szenisch in Wien uraufgeführt wurde, zugestimmt und diese Version als authentische Interpretation des Zentralgedankens akzeptiert. Dann müsste er an der Wiedergabe der Musik durch die Philharmonie und die Männerstimmen des Dresdner Kammerchors seine helle Freude gehabt haben. Der Dirigent Max Renne, 1974 in Berlin geboren, war Student bei Leopold Hager, einem der bedeutendsten europäischen Operndirigenten. Von ihm wird auch Renne die Sicherheit im Aufspüren dramatischer Höhepunkte gelernt haben. Er ließ Chor und Orchester mit oft erbarmungslose Wucht musizieren und transportierte so den barbarischen Charakter des antiken Stoffs. Die fünf Gesangssolisten – Fritz Feilhaber, Sabine Neumann, Tomasz Wija, Dionisos Tsantinis, Timothy Oliver – wurden weniger Repräsentanten stimmlicher Prachtentfaltung, machten aber die existenzielle Brüchigkeit der Hauptpersonen deutlich. Hier geht es nicht zuerst um Schönheit sondern um Wahrhaftigkeit in Ausnahmesituationen. (...) Brecht hat einmal gefordert, auch die Zuschaukunst müsste neu entwickelt werden. Er hat noch immer Recht, denn diese Produktion verlangt von uns, von Vertrautem Abschied zu nehmen.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

20.11.2009 ÖDIPUS REX / Constanza Macras, Dorky Park

„Nun hat die Choreographin und Regisseurin Contanza Macras, in Berlin lebende Argentinierin, mit ihrer Compagnie Dorky Park diese Geschichte nach der Fassung des Opern-Oratoriums Oedipus Rex von Igor Strawinsky und Jean Cocteau auf die Bühne gebracht. Nach der Uraufführung am Donnerstag im nahe Dresden gelegene Festspielhaus Hellerau gab es langen, starken Applaus und Bravorufe dafür. Der galt, ganz zu Recht, dem Konzept und einer geschlossenen Ensembleleistung, an der neben den Tänzern und Gesangssolisten auch die Dresdner Philharmonie unter Max Renne und der Dresdner Kammerchor ebenso großen Anteil hatten wie das grandiose, schwebende Bühnenbild von Chilharu Shota.“

–Mitteldeutsche Zeitung

20.11.2009 ÖDIPUS REX / Constanza Macras, Dorky Park

„Dass man das Hellerauer Team zu dieser Pilotproduktion aber dennoch nur beglückwünschen kann, liegt daran, dass die Tänzerinnen und Tänzer von großartiger Präsenz sind, kräftig und zart, berührend auch, wenn sie in einem Augenblick hellster Visionen so wunderbar einander tragen und ertragen. Das liegt daran, dass mit den Herren des Dresdner Kammerchores in der Einstudierung von Jörg Genslein ein ausgezeichnetes Ensemble für diesen Part des kommentierenden Chores zur Verfügung steht. Die Mitglieder der Dresdner Philharmonie unter der Leitung von Max Renne spielen sicher exakt im Graben, bleiben aber in der Wahrnehmung stark beeinträchtigt durch die akustischen Verhältnisse, deren Auslotung einer längeren Erkundungsphase bedarf(...)“

–tanznetz.de

02.11.2009 DAS KALTE HERZ

„Als Vorlage haben Harriet Maria und Peter Meining diesmal Das kalte Herz von Wilhelm Hauff gewählt, daraus eine eigene Textfassung gestrickt, diese bebildert und in der Summe ein anderthalbstündiges Gesamtereignis geschaffen, das wie eine Brücke aus dem romantisch-deutschen Märchenwald ins spiegelglas-fassadige Wunderwirtschaftszeitalter von heute schlägt.(...) Die szenischen Brüche machen das Programm kurzweilig, nah am Absurden lauern Pointe und Witz, dicht dran auch Erschrecken. Im Wechsel von elektronischem Gitarrenglast, Schreiorgien und der geradezu selbstzerstörerisch anmutenden Grenzerfahrung einer Nummer aus Fressen und Saufen spricht Wilhelm Hauff aus dem Blondschopf, scheint alle Sattheit ganz schön ausgehungert zu sein. Bis zur Erlösung des Peter Munk und all seiner Opfer gelingt Das kalte Herz von norton.commander zu einer atemberaubend dichten Performance, über der schließlich sinnbildnerisch sechs rote Herzen schweben.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

19.10.2009 TonLagen

„ (...) Eine opulente bewegliche Klangmaschinerie, bestehend aus mehreren Klavieren und Elektronikbauteilen sowie Wasserbecken und Sandstrahlen. Damit schaffte es Heiner Goebbels, die Zuschauer anderthalb Stunden lang zu fesseln. Den langen Applaus am Schluss dürfte ,Tonlagen’-Intendant Dieter Jaenicke als Bestätigung seines neuen Konzepts gewertet haben. Neben der Tatsache, dass im Vergleich zum Vorjahr der Kartenverkauf um 30 Prozent gestiegen ist.“

–Deutschlandfunk, Studiozeit Musikjournal

16.10.2009 TonLagen

„ (...) Das ,TonLagen’-Festival für zeitgenössische Musik in Dresden freut sich über wachsenden Zuspruch. (...) Einen Tag vor dem Finale zog das Europäische Zentrum der Künste Hellerau am Freitag ein gutes Fazit. (...) Hellerau-Chef Dieter Jaenicke war mit dem Ziel angetreten, neues Publikum anzulocken. Nach dem ersten Jahrgang unter seiner Regie sieht er seinen Kurs bestätigt. Beziehungen zwischen Musik und anderen Genres sollen ausgebaut werden.“

–dpa, Deutsche Presseagentur

15.10.2009 TonLagen

„ Soeben ging deren erster Jahrgang unter dem neuen Künstlerischen Leiter über die Bühne(n) und ziemlich publikumswirksam zu Ende. „ (...) Dort, vor den Toren von Dresden, sitzt jetzt mit Dieter Jaenicke ein neuer Mann auf dem Chefsessel. Er hat in kürzester Zeit – erst seit Jahresbeginn ist der welterfahrene Macher im Amt – sowohl das Europäische Zentrum der Künste Hellerau als auch das dort ausgerichtete Musikfest gründlich umgestaltet. Und ist doch diplomatisch klug genug, sich auf die vorhanden Wurzeln offensiv zu besinnen. (...) Jaenicke und sein Team taten gut daran, nicht auf das Herausschürfen der letzten Klangpotenziale zu setzen, die aus Elfenbeintürmchen hochkomplizierte mathematische Rythmuskonstrukte, Tonarten und deren Auflösung an eine Kleinstgemeinde und deren Hörerschaft senden. Hellerau ist eine von Steuergeld bezahlte Einrichtung, um deren Erhalt lange gekämpft worden ist, und muss den Spagat von Minderheitenschutz und öffentlicher Wirkung bewältigen. Ein Anbiedern an Massenkompatibilität muss darunter noch lange nicht (miss-)verstanden werden – und dazu kam es denn im ersten ,TonLagen’ – Jahr tatsächlich nicht. Spektakulär freilich ging es mitunter schon zu, was der Publikumsakzeptanz nur gut tat. In die Breite gegangen ist man diesmal auch mit Namen, Stilistik und Präsentationsformen. (...) Es war ein Fest für Alt und Jung – zeitgenössische Musik sollte ohnehin nicht generationsbezogen sein – , dass auch von der für alle offenen Abschlussparty kaum mehr überboten werden konnte und künftig fest zu den ,TonLagen’ gehören soll. (...) Der Anspruch, das Neue zu wagen und es mit seiner Herkunft sichtbar zu verbinden, um damit Menschen von heute anzusprechen, sie sinnlich zu erreichen, der ist in Hellerau 2009 jedenfalls weitgehend aufgegangen.“

–nmz, Neue Musikzeitung, Regensburg, Ausgabe November 2009

15.10.2009 TonLagen

„ (...) Nach gut zwei Wochen vermeldeten die Veranstalter ein positives Fazit des ersten Jahrgangs: Begeisterung rief Heiner Goebbels verzaubernde Musik-Installation ,Stifters Dinge’ ebenso hervor wie das achtstündige griechische Wein-Musik-Symposion des Klangforum Wien. Neue Musik, edle Weinsorten und Konversation an der Tafel gingen hier eine genussvolle Verbindung ein, die ein besonderes Gemeinschaftserlebnis der Zuhörer formte. Die entspannt-konzentrierte Atmosphäre übertrug sich auch auf die Musiker – selten hat man etwa eine so sensible Darbietung des ,Gran Torso’ von Helmut Lachenmann erlebt.“

–Positionen, Texte zur aktuellen Musik, Ausgabe November 2009

15.10.2009 TonLagen

„ (...) Das TonLagen Festival in Dresden lotet seine Grenzen neu aus – um sie zu überwinden. Mit einem neuen musikalischen Leiter kam zu Beginn des Jahres frischer Wind in das ehrwürdige Festspielhaus in Dresden Hellerau. Normal, unnormal – diese Maßstäbe gelten nicht bei den diesjährigen Tagen der Zeitgenössischen Musik in Dresden. Im 22. Jahr seines Bestehens hat das Festival das Repertoire erweitert und die Bühne für alle Spielarten neuer Musik geöffnet – vom experimentellem Jazz bis zu Zappa. Moderne Klassiker wie Mauricio Kagel werden ebenso gespielt wie eine Elektro-Oper (...).“

–www.dw-world.de

12.10.2009 TonLagen

„ (...) Als Veranstaltungsort wurde das Dresdner Festspielhaus Hellerau gewählt, das sich als perfekte Austragungsstätte entpuppt. Seit Anfang Januar, unter neuen Leitung des Kulturmanagers Dieter Jaenicke, versucht das historische Haus weiter an frühere Zeiten anzuknüpfen, als es die Kulturelite bis 1914 nach Dresden lockte. Mit dem Tonlagen Festival 2009 finden in Hellerau einige spezielle Momente des Dresdner Kulturjahres unter diesem Dach statt.

(...) Der frenetische Applaus zum Ende und eine ebenfalls ausverkaufte Aftershow Party zeigten, dass Dresden das Format hat, sich nicht hinter Berlin und Leipzig verstecken zu müssen. Es braucht nur einfach die richtigen Ideen und die passende Mischung.“

–www.crazewire.de

08.10.2009 TonLagen

„ (...) Das Klangforum Wien, sicherlich eine der renommiertesten Ensembles für zeitgenössische Musik in Europa, hat ein wunderschönes Projekt entwickelt, das Symposium orientiert sich an dem griechischen Symposium, indem es um Kunstgenuss, aber gleichzeitig auch um andere Genussformen geht. Das heißt, dieser Rausch in acht Abteilungen werden Klassiker, herausragende Werke zeitgenössischen Musik von einem der besten Ensembles in Europa gespielt, auf ganz, ganz hohem Niveau präsentiert. (...) Die Klanginstallation von Lucas Marcier ist ein Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Jahren unter der Intendanz des neuen Festivalchefs Dieter Jaenicke zu erwarten ist. Das Erbe seines Vorgängers Udo Zimmermann will er durch Öffnung in verschiedene Richtungen pflegen. (...) ,Tonlagen’, finde ich sehr gut den Namen. Es gibt vieles, was ,Festival für zeitgenössische Musik heißt’. ,Zeitgenössische Musik’, das ist immer noch ein sperriger Begriff. (...) das Programm, sehr interessant.“

–MDR-Figaro am Abend

05.10.2009 TonLagen

„ (...) Das TonLagen-Festival passt perfekt zum frischen Wind über dem Hellerauer Hügel.“

(...) Der ,Neue’ in Hellerau, Dieter Jaenicke, blickt da in eine andere Richtung. Die Speerspitze der Avantgarde, die nur noch ins Leere stößt, ist seine Sache nicht. Lieber lädt er Neugierige ein, es miteinander zu versuchen, streut knusprige Brotkrumen: unter Jaenicke darf zeitgenössische Musik auch mal locker nur Vergnügen bereiten.“

–Sächsische Zeitung, Dresden

05.10.2009 musikFabrik/Hommage an Mauricio Kagel

„ (...) Unter dem stets genauen, motivierenden Dirigat von Emilio Pomaricio ging es zunächst recht lässig und swingend auf den ,Stücken der Windrose’ in einen eher virtuellen Osten, bevor ,In der Matrazengruft’ ein gewaltig poetisches Bild des Dichters Heinrich Heine am Ende eines Lebens zeichnete: Kagel über Heine, Heine in Kagel, Kagel an Heine: Die Durchdringung von Wort und Ton, Geste und Instrument, Emotion und Form war meisterlich und erbauend.
(...) Roland Hermann sparte nicht mit offener Theatralik und sorgte dafür, dass Kagels feingründiger Humor auf niveauvolle Weise zu Tage trat.
Am Ende: großes Glockengeläut. Kagel lebt in dieser Musik und wird uns auch weiterhin lebendig bleiben.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

05.10.2009 Hommage an Mauricio Kargel

„ (...) In diesem Sinn war das Eröffnungskonzert der diesjährigen ,TonLagen’, das noch unter Zimmermann geplant worden war, vor allem Ausdruck eines Zeitenwechsels.“

–Sächsische Zeitung, Dresden

04.10.2009 TonLagen

„ Seit Jahren tut man sich in der Landeshauptstadt schwer mit zeitgenössischer Musik, die dort, wie fast überall, streng in zwei Teile geteilt wird: So lange es Pop oder Jazz ist, darf es gern modern sein und kann, fast immer abseits öffentlich geförderter Kultur stattfinden. Sind sie dagegen ,Klassisch’, wird modernen Kompositionen hier und da unter der inoffiziellen Rubrik ,Katzenmusik’ ein Nischen-Podium eingeräumt, damit die Hauptbühne frei bleibt für Mozart, Wagner, Bach und Chopin. Unter dieser Situation hatten auch die Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik am Festspielhaus Hellerau zu leiden. Doch in diesem Jahr will das Festival aus dieser Nische ausbrechen. Nach den Plänen des neue künstlerischen Leiters Dieter Jaenicke, der Anfang des Jahres die Nachfolge des langjährigen Intendanten Udo Zimmermann antrat, soll das Festival ordentlich Breitenwirkung erzielen.
(...) Im Klartext heißt das: Die Trennung der Sparten, von ,U’ und ,E’ wird aufgehoben.
(...) Wichtigste Neuerung in Sachen Publikumsbindung dürfte jedoch der ,Melt-Klub’ sein, bei dem die ‚TonLagen’ mit dem gleichnamigen, wohl erfolgreichsten deutschen Independent-Festival zusammenarbeiten.“

–Freie Presse, Chemnitz

04.10.2009 TonLagen

„ (...) Im Festspielhaus Hellerau beginnt heute unter dem Namen ,Tonlagen’ einen neue Ära beim Festival für Zeitgenössische Musik. Mit einem breit gefächertem Programm von Independent-Rock im ,Melt! Klub’ über die Darwin-Elektro-Oper ,Hotel Pro Forma’, bis hin zu einem jazzigen Meredith Monk Porträt, Kinderkompositionen, oder der Heiner Goebbels Installation ,Stifters Dinge’ gibt es bis zum 17. Oktober eine frische, spannende Vielfalt moderner Musik- und Darstellungsformen zu erleben.“

–Freie Presse, Chemnitz

02.10.2009 TonLagen

„ (...) Das Dresdner Tonlagenfestival bietet eine veränderte Klangkulisse. Die Dresdner Symphoniker gehören dazu. Mit dem neuen Festivalleiter Dieter Jaenicke begann zu Anfang des Jahres eine neue Ära in Dresden. Jaenicke will die zeitgenössische Musik aus ihrem elitären Winkel herausholen, will Veränderung.
(...) Im Blick hat er dabei vor allem jene Grenzgänger, die jetzt schon selbstverständlich zwischen E und U, also ernster und unterhaltender Kost hin und her pendeln, aber doch Berührungsängste mit zeitgenössischen Arbeiten haben. Um diese Ängste abzubauen, setzt Jaenicke auch auf große Namen.“

–Deutschlandfunk, Corso

02.10.2009 Raus aus der Nische! ,TonLagen’ – das neukonzipierte Festival für zeitgenössische Musik in Hellerau

„ Die einstigen Avantgardisten der zeitgenössischen Musik wie Karl-Heinz Stockhausen oder Mauricio Kagel, im letzten Jahr verstorben, treten ab. Eine junge Generation von Komponisten und Klangschöpfern drängt nach vorn, die am Computer Sounds generieren und dabei locker die Genregrenzen überschreiten. Aus den zu ,TonLagen’ gewandelten Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik möchte Dieter Jaenicke, der neue künstlerische Leiter der Europäischen Zentrums der Künste Hellerau, gleich in seinem ersten Jahrgang ein Festival machen, das ,Randbereiche’ erschließen, die Hermetik der zeitgenössischen Musik durchbrechen, eine breite Plattform aufbauen und mit anderen Künstlern verbinden will. Für ihn ist populäre Musik längst kein Tabu mehr im zeitgenössischem Universum, das sich nicht nur in Dresden allzu oft aus Quellen speist, die in Parallelwelten jenseits des Publikumsinteresses nur für einen kleinen Kreis von Eingeweihten sprudeln.
(...) Nach der Neuausrichtung der Dresdner Musikfestspiele unter Jan Vogler, ist in Hellerau unter Dieter Jaenicke eine programmatische Offenheit und Frische zu bemerken, die der zeitgenössischen Tonkunst neue Perspektiven eröffnet und neue Zielgruppen erschließt. Ganz am Anfang aber steht mit der ,musikFabrik’ eine Verbeugung vor einem der ganz großen Zeitgenossen: Die Hommage an Mauricio Kagel ist zugleich auch ein Abschiedsgruß an Udo Zimmermann, dessen Ära in Hellerau 2008 zu Ende ging.“

–Dresdner, Kulturmagazin, Ausgabe Oktober 09

02.10.2009 TonLagen

„ (...) In Hellerau hat sich in den letzten Monaten seit dem Intendantenwechsel einiges getan. Es weht ein frischer Wind. Die großen internationalen Companys geben sich die Klinke in die Hand. Die Zusammenarbeit mit Dresdner Häusern, wie der Paluccaschule oder der Semperoper zeigt sich lebendig wie nie. Und auch das Publikum ist sichtbar jünger geworden. Nun bekommt auch der 23. Jahrgang des Dresdner Festivals für zeitgenössische Musik mit Sitz in Hellerau einen neuen Namen: ,Tonlagen’.“

–MDR-Figaro am Mittag

02.10.2009 TonLagen

„Im Rahmen der TonLagen geht das Europäische Zentrum außerdem einen weiteren Schritt aus der Anonymität, indem man mit dem Melt! Klub langsam aus der totalen experimentellen Einsamkeit in eine Vorstufe des Mainstreams eintaucht, was für alle Beteiligten nur gut sein kann.“

–www.banq.de

01.10.2009 TonLagen

„ (...) Aus den Tagen der zeitgenössischen Musik wurde das Festival ,TonLagen’, das nicht nur die Fußstapfen seines Vorgängers in Sachen Neue Musik aufnimmt, sondern auch einen erweiterten Publikumskreis ansprechen will, ohne sich dabei konzeptionell anzubiedern.“

–Das Dresdener Stadtmagazin SAX, Ausgabe Oktober 09

01.10.2009 ,Flafferadaffeldiplockschff’

„ (...) ,Flafferadaffeldiplockschff’ machte das auf der Bühne werkgetreu einstürzende Bücherregal - und die Ära Zimmermann war endgültig zu Ende. Wir dürfen es ruhig als positives Symbol einer neuen Hellerauer Zeitrechnung nehmen. Einer entspannten, gelösten, in der hoffentlich wieder mehr Zuhörer es wagen, die elysischen Hallen zu betreten. Auf seiner ,TonLagen’-Reise, die die nächsten vierzehn Tage dauert, macht es Dieter Jaenicke uns leicht. Nutzen wir die Chance! “

–www.musik-in-dresden.de

01.10.2009 TonLagen

„ (...) Die ,TonLagen’ in Dresden werden Zukunft haben, wenn sie aus der Breite des Angebots auch die Qualität im Auge behalten und sich mit Entdeckerlust weiterhin unverkrampft dem Neuen widmen.“

–Schott Music, Neue Zeitschrift für Musik, Ausgabe 06/2009

01.10.2009 Hommage an Mauricio Kagel

„ (...) Tatsächlich erschnupperten wir in den drei Werken Mauricio Kagels noch einmal die Luft der humorvollen Avantgarde, oder eigentlich: ihres vergnüglichsten, nahbarsten, immer etwas quer-gebürsteten Vertreters.
(...) Über wie viele der zeitgenössischen Musikwerke können wir heute noch so befreit kichern wie das Publikum am Donnerstagabend in Hellerau?“

–www.musik-in-dresden.de

30.09.2009 TonLagen

„ (...) Mit der Umbenennung des Festivals der zeitgenössischen Musik fand in Hellerau zugleich eine Öffnung statt. Das Festival »Tonlagen« versprach, neben durchdachten Avantgarde-Experimenten, auch Elemente populärer Technokultur einzubinden. Und das Versprechen wurde gehalten.“

–Dresdner, Kulturmagazin, Reviews online, Oktober 09

19.09.2009 Klang- und Lichtinstallation von Lucas Marcier/Sergio Pessanha

„ (...) Die Klanginstallation von Lucas Marcier ist ein Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Jahren unter der Intendanz des neuen Festivalchefs Dieter Jaenicke zu erwarten ist. Das Erbe seines Vorgängers Udo Zimmermann will er durch Öffnung in verschiedene Richtungen pflegen.“

–Deutschlandfunk, Studiozeit Musikjournal

03.09.2009 TonLagen

„ (...) Regie führt das Europäische Zenrum der Künste Hellerau. Dessen Chef Dieter Jaenicke sucht mehr als sein Vorgänger Udo Zimmermann die Verbindung zu Neuen Medien, Installation, Tanz und Videokunst. Auf diese Weise soll ein weiteres Publikum für die Neue Musik erschlossen werden.“

–dpa, Deutsche Presseagentur

03.09.2009 TonLagen

„ (...) Dass mit dieser Ausrichtung auf junges Publikum gezielt wir, liegt auf der Hand. (...) Neuartig an Jaenickes Konzept ist auch, dass Helleraus Tage, nun: ,Festival der zeitgenössischen Musik, mehr in die Stadt Dresden hineinstrahlen. Zwar bleibt das Festspielhaus Hauptaustragungsort, doch mit Dreikönigskirche und Gläsernen Manufaktur kommen Orte hinzu, an denen Nachwuchsförderung (das ensemble courage interpretiert Werke komponierender Kinder und Jugendlicher) sowie Jazzpflege praktiziert werden.
(...) Regelmäßig soll in Zukunft auch mit dem Melt! Festival zusammengearbeitet werden, dem Erfolgsprojekt einer innovativen Partyszene, die seit einigen Jahren das Beste an Electro, HipHop, Indie, Techno und Pop serviert.
(...) Da sind die „TonLagen“ ganz dicht dran an der aktuellen Szeneetwicklung. Freunde wird man sich auch bei den Fans von Frank Zappa machen, von dem das Ensemble Ascolta rare Ausgrabungen aufführt.
(...) Alles in allem scheinen Dieter Jaenicke und sein Team auf konzentrierte Sinnesschärfung zu setzten, um die zeitgenössischen Musik aus ihrer Isoliertheit herauszulösen. Der Spagat könnte gelingen mit und ohne Alkohol soll eine Festivalsituation belebt werden, deren Novitäten vor allem neugierig machen.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

04.06.2009 Clouds after Cranach

„Die Geschichten, zunächst irritierend und mit geheimnisvollen Metaphern, erschließen sich im Rückbesinnen in Mehrfacher Hinsicht. Als bewegte Bilder einer subjektiv erinnerten Realität, die sich wiederholen und verändern, die stillstehen im Erzählfluss, zuweilen auch abrupt unterbrochen werden. Es ist die Komposition eines Ereignisses – von verschiedenen Seiten aus gesehen und erfahren – mit einer deutlich musikalischen, rhythmischen Struktur. Die wir mit allen Sinnen wahrnehmen, und wir spüren geradezu leiblich die Momente des Hinhörens, Hinsehens, Hinzeigens, erahnen Verrat, List, Gewalt, Verlust.“

–Dresdener Neueste Nachrichten

04.06.2009 Clouds after Cranach

„Die Forsythe Company feiert im Festspielhaus Hellerau Dresden-Premiere mit ,Clouds after Cranach’. Ein Werk über Krieg und Leid.
(...) Sie ducken sich. Rennen auseinander oder zueinander, wenn eine Hand auf dem Boden knallt. Sie fürchten sich und staunen. Halten Abstand, bleiben wie Bilder stehen. Man schaut bang zu, wie bei den Tänzern der Herzschlag runtergeht.
(...) Die halbstündige Choreografie stellt eine Bedrohung in den Raum. Die Körper sind, wie oft bei Forsythe, grandiose Gemeinschaft in Resonanz.“

–Sächsische Zeitung, Dresden

01.06.2009 Im Tanzpalast

„An Hellerau kommt keiner vorbei. ,Stop’ signalisiert das neue Logo, die Silhouette des Festspielhauses in ein großes H eingebettet. H wie Hellerau eben, wie Haltestelle, wie Hoffnung. Glaubt Dieter Jaenicke – und wünscht sich, dass man in zwei Jahren beim H nicht mehr an Straßenbahn, sondern unwillkürlich ans Europäische Zentrum der Künste Dresden denkt, das dort seit fünf Jahren beheimatet ist.“

–ballettanz

25.05.2009 Le Sacre du Printemps

„Die Choreografin Marie Chouinard begeisterte im Festspielhaus mit einem Lust-Ritual zum Strawinsky-Ballett ,Le Sacre’.
(...) Dieser Tanzabend der Marie Chouinard erzählt ohne notwendiges Gegenüber mit dem ganzen Einsatz von Lust und Fruchtbarkeit.
(...) Am Freitag und Sonnabend wurden beide Stücke beim ersten Sachsen-Gastspiel der Compagnie im ausverkauften Festspielhaus Dresden-Hellerau aufgeführt.
(...) Das Publikum ist nach 65 Minuten begeistert, applaudiert, trampelt. Einige erheben sich von den Plätzen.“

–Sächsische Zeitung

25.05.2009 Le Sacre du Printemps

„Das Gastspiel der Compagnie Marie Chouinard aus Montreal im Festspielhaus Hellerau hat auch gute Kenner der kanadischen Tanzszene überraschen können, zumindest scheint in Deutschland die Präsenz der 1990 gegründeten Compagnie mehr punktuell, keinesfalls überstrapaziert zu sein.
(...) Auf dem zunächst mit ,Hörnern’ bepflanzten Bühnen- ,Feld’ bekommt jeder der elf so unterschiedlichen, hervorragenden Tänzern in raffiniert platzierten Scheinwerferkegeln seinen Spielraum. Der sich ständig verwandelt wie in einer eigenen Choreografie, überraschende Raumbilder hervorzaubert.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

19.05.2009 Hell on Earth

„Wirklich interessant ist die Produktion, wenn die Klischees gekippt werden: Ein Mädchen mit Kopftuch vermittelt rotzfrech seine Ansichten. Jungs aus den muslimischen Kulturen schlüpfen in Frauenkleider und äußern ,intime’ Gedanken junger Frauen.
Die jungen Tänzer der Compagnie Dorky Park mischen sich geschickt unter die Laien
(...) Zu einer der besten Szenen gehört der gemeinsame Kleidertausch, der wundervoll lässig und vielseitig choreografiert ist.
Insgesamt erfreut ,Hell on earth’ mit viel Bewegungsdrang. Hier wird mit Knieschonern Party gefeiert statt mit der ,Pädagogischen Keule’ herumzufuchteln und ,Probleme, Probleme’ zu schreien.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

11.05.2009 pitié!

„Das 2008 uraufgeführte Stück ,pitié!’ wurde am Donnerstag im ausverkauften Festspielhaus Dresden-Hellerau gezeigt.
(...) Es sind allein die Tänzer, die an Erbamen denken lassen. Und wie! Sie zeigen auf alle möglichen Weisen: Der Mensch allein ist verloren, in der Zweisamkeit unausstehlich.
(...) In ,pitié!’ wird das Wort so vollständig Leib, bis kein Gott mehr darin Platz nehmen kann.
(...) In dieser Choreografie ist der Leib schrecklich sprechend, das Publikum bleibt zwei Stunden gebannt. Dann begeisterter Beifall. Dass es endlich mal eine Produktion des international gefragten Künstlers nach Dresden, dazu noch in Festspielhaus Hellerau geschafft hat, ist äußerst erfreulich. Und reiht sich ein in die bemerkenswert kontrastreiche Auftaktserie, bei der im intensiv aufleuchtenden Festspielhaus in de Regie von Dieter Jaenicke derzeit eine ganze Flotte europäischer Flaggschiffe aufkreuzt.
(...) Das Publikum im Festspielhaus hat während der berührenden Aufführung deutlich spüren können wie da etwas im Ganzen, Neues und Aufregendes entstanden ist.
(...) Eine insgesamt kaum fassbare Bild- und Klangwelt der Gegensätze, ein Weltbild, das zum Erbarmen, aber nicht ohne Hoffnung ist.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

11.05.2009 Exit 89 / ARCHA THEATER PRAG

„Eine tragische Operette nennt das Archa Theater Prag seine Produktion ,Exit 89’, das eine gibt dem anderen schon im Voraus einen ironisch-parodistischen Beiklang. Und tatsächlich geht es um Ironie der Geschichte in mindestens doppeltem Sinn.
(...) Und zwar aus einer überraschenden bis provokanten tschechisch-deutschen Perspektive, die dann ihre Potenzen entfaltet, wenn der ständig zwischen Deutsch und Tschechisch wechselnde Text vor einem zweisprachig gemischten Publikum gespielt wird.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

11.05.2009 Exit 89 / ARCHA THEATER PRAG

„Das Archa Theater fühlt sich der Darstellung der Probleme postmoderner Gesellschaft verpflichtet und kann als eins der renommiertesten Avantgarde- und Experimentaltheater für unterschiedliche Genres in Mitteleuropa gelten.“

–Sächsische Zeitung, Dresden

03.05.2009 Die Performance passt

„Die Performance passt gut zum frischen, unkonventionellen Stil, den der neue Direktor Dieter Jaenicke mit nach Hellerau gebracht hat und mit dem er den Hügel zum angesagten Ort für nahbare zeitgenössische Kunstprojekte machen will.“

–Sächsische Zeitung, Dresden

03.05.2009 Was ist schon modern?

„Was ist schon modern? Die Revue von Zeitgenössischem aus ganz Europa, mit der in diesen Wochen Festspielhauschef Dieter Jaenicke um neue Akzeptanz wirbt, fragt auch nicht verkrampft nach Avantgarde. Immer geht es um Bleibendes, und Harmonie fällt in diese Kategorie.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

03.05.2009 bed & breakfast

„(...) Die gewiss beabsichtige suggestive Wirkung der Performance hat funktioniert. Eine Alternative freilich zu dem, was sonst an gutbürgerlich kleingetrimmten Hexenritualen am Vorabend des Maifeiertages grassiert.
(...) Der Rhythmus des Raumes untersetzt mit der unregelmäßigen, aber auch unzufälligen Anordnung der 60 fast vollständig belegten Betten. Weiß in Weiß.
(...) Intelligente Adaptionen des Bekannten, eine raffinierte Klangwelt, die auf Arpeggien, Doppelgriffen und Flageolett-Effekte aufbaut, eine unerschöpfliche Vielfalt an Spielweisen, ob liegend oder das Instrument wie eine Gitarre vor dem Bauch zupfend.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

02.05.2009 Hellerau leuchtet wieder

„Hellerau leuchtet wieder - und das ist unbedingt zu begrüßen. Mit atemberaubenden Übernahmen von anderen Häusern und demnächst sicherlich auch wieder mit europaweit ausstrahlenden Neuschöpfungen und Auftragsarbeiten. Dass der künstlerische Leiter mit seiner lange überfälligen Re-Popularisierung des schwierigen Genres Zeitkunst den schmalen Weg zwischen sympathischer Publikums-Nahbarkeit und allzu Greifbarem auf unbeirrt hohem künstlerischen Niveau finden möge, wünschen wir uns von ganzem Herzen. Die Avantgarde, das ist schließlich die Vorhut, die auf ständige ,Feindberührung’ gefasst sein muss. Mit weniger sollte sich Dieter Jaenicke nicht zufrieden geben.“

–www.musik-in-dresden.de

02.05.2009 bed & breakfast

„In Dresden-Hellerau gelten eigene Gesetze, nämlich die der Kunst.
(...) Es ist eine Nacht, die keiner der Schläfer im Dienste der Kunst so schnell vergessen wird. Die Sängerin Heike Schmidt und der Komponist Thilo Thomas Krigar ziehen zwischen den lose in Heinrich Tessenows Saal verstreuten Schlafgelegenheiten umher. Rezitieren Rabindranath Tagore und Emily Dickinson, Samuel Beckett und Else Lasker-Schüler, und sie musizieren. Wiegenlieder aus Afghanistan, Schlaflieder aus Slowenien, aus Tschechien und Frankreich. An jedem Bett ein Stückchen, dann wird die Nachttischlampe ausgeknipst, man hört noch ein wenig zu und sinkt dann genüsslich seufzend in den allertiefsten Schlummer seit Wochen.“

–Sächsische Zeitung, Dresden

02.05.2009 bed & breakfast

„Die jüngste Performance ,Bed & Breakfast’ von Heike Schmidt ist ein großer Schritt in diese Richtung und unbedingt geeignet, Sympathie bei allen zu wecken, die sich getraut haben mitzutun. Das Publikum wird bei diesem ,Bed-in’ nämlich Teil des Abends: zieht den Schlafanzug an, schlüpft in die Kissen und darf sich Schlaflieder wünschen.“

–www.musik-in-dresden.de

26.04.2009 Operation: Orfeo / HOTEL PRO FORMA & DER LETTISCHE RUNDFUNKCHOR RIGA

„Es ist immer auch eine Art Heimkehr, wenn Künstler mit ihren den Mythos von Orpheus und Eurydike thematisierenden Produktionen im Festspielhaus Hellerau gastieren. Auftreten an jenem legendären Ort, wo im Juni 1913 beim Schulfest der Bildungsanstalt von Emile Jaques-Dalcroze die szenischen Aufführungen mit Orpheus und Eurydike“ von Willibald Gluck über 5000 Besucher aus aller Welt anlockten, und ganz besonders die Elite der Moderne.
Welcherart Eindrücke auch immer die Besucher von der Aufführung in Erinnerung behalten, es ist wahrhaft unmöglich, dieses fernnahe Bild- und Klanggefüge, vor allem aber den überraschenden Schluss zu vergessen.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

22.04.2009 Hellerau will alten Ruf als Kunstzentrum zurück.

„(...) Wenn Jaenicke von den geplanten Projekten und Aufführungen spricht, so scheint es in der Tat, als würde Hellerau bereits wieder leuchten. Das interdisziplinäre Zentrum will er mit Tanz, Theater, Musik, Performance und bildender Kunst füllen, mit rund 150 Veranstaltungen im Jahr.“

–ddp, Deutscher Depeschendienst

20.04.2009 Sternstunden im Festspielhaus Hellerau

„Es soll sie wieder geben, diese Sternstunden im Festspielhaus Hellerau, wo sich Kunst ereignet, die erneut und erinnernd Maßstäbe setzt für die Moderne der Gegenwart. Wo das Publikum zu wahrhaft bahnbrechenden Bühnenereignissen verlockt ist, die sich Sprengkraft über eine unbegrenzte Zeit bewahrt.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

20.04.2009 Fase

„Jetzt hat uns der Neustart von Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste mit Dieter Jaenicke als künstlerischem Leiter an zwei Abenden das Gastspiel von ROSAS und der Produktion ,Fase’ von Anne Teresa de Keersmaeker beschert, mit deren Uraufführung die Choreographin 1983 in Brüssel Furore machte.
(...) Getanzt von Anne Teresa De Keersmaeker und Tale Dolven beginnt der Abend mit Piano Phase, und es scheint als ob sich Körper und Musik gemeinsam einschwingen auf die Phase eines gekoppelten Pendels. Doch schon bald ist zu spüren, wie sich die Bewegung, die Energien fast unmerklich wie auch deutlich verändern, variieren, Irritationen auftauchen, die es quasi unmöglich machen, unbeteiligt zu sein an dem, was da zu hören, zu sehen und nicht minder auch zu fühlen ist.
(...)Wer allerdings die Aufführung versäumte, dem ist nicht zu helfen. Er sollte künftig aufmerksamer darauf achten, was Dieter Jaenicke als nächste Überraschung nach Hellerau zaubert. Olle Kamellen? Mitnichten!“

–Dresdner Neueste Nachrichten

20.04.2009 Fase

„Am vergangenen Wochenende wurde ,Fase’ im ausverkauften Festspielhaus Dresden-Hellerau aufgeführt. Sie Belgierin De Keersmaeker gehört zu den wichtigsten Choreografinnen der Gegenwart. (...) Die Kunst des frühen Duetts liegt darin, dass es nicht nur Außerordentliches, sondern unmögliches vorzuführen scheint. (...) Am Freitag war das Publikum begeistert. Es sieht tatsächlich so aus, als wären Anne Teresa de Keersmaeker und Tale Dolven in der Lage, die Musik zu verkörpern und in den besten Momenten ungeniert über sie zu verfügen. Man staunt, man bangt, sieht nichts voraus.“

–Sächsische Zeitung, Dresden

05.04.2009

„Im Festspielhaus Hellerau beginnt heute eine neue Ära unter der Leitung von Dieter Jaenicke. (...) Was auf Forsythes ,Clouds after Cranach’ folgt, soll aber tatsächlich ein Vorgeschmack auf ahnbare und ungeahnte Weiterungen des künstlerischen Angebots im Festspielgelände sein. (...) Dabei kommt es sicher auf ein ausgeprägtes Balancegefühl an, um Neues zu etablieren und sich auf dieser Basis immer weiter nach vorn zu wagen.“

–Dresdner Neueste Nachrichten

01.04.2009 Aufbruch in die Moderne

„Das Credo der Reformbewegung, dass Kunst, die sich nach Schönheit sehnt, nur in einem ebensolchen Umfeld stattfinden kann, ist dieser Tage in Hellerau wieder zu erahnen. Die bedrückende Räudigkeit der alten Gemäuer schwindet, und mit jedem Pinselstrich werden auch die Gespenster der beiden Diktaturen ausgetrieben. Langsam vermeint man sie wieder zu spüren, die Magie von Hellerau, das Klare, Lichte, Leichte, Sinnliche, Vorwärtsschreitende, das den Charme vergangener Tage ausmacht. Den lebensbejahenden Geist wieder einziehen zu lassen, dazu scheint das neue Team um den künstlerischen Leiter Dieter Jaenicke seit Anfang des Jahres fest entschlossen.
(...) Jetzt wurde mit einem für Dresdner Verhältnisse atemberaubenden Schwung ein neues Corporate Design auf den Weg gebracht, mitsamt der nur auf den ersten Blick marginalen Namensänderung ,Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste’.
Tatsächlich entsteht der Eindruck, dass der Aufbruch in die Moderne in Dresden ein zweites Mal vollzogen werden soll.
(...) In Dieter Jaenicke scheint man jemanden gefunden zu haben, der das fein gesponnen Netz der Neuen Moderne über die Stadt auswirft.“

–Dresdner, Kulturmagazin

01.04.2009 Zeit-Schau-Fenster

„Seit Anfang des Jahres ist Dieter Jaenicke künstlerischer Leiter des Europäischen Zentrums der Künste. Kürzlich hat er das Programm vorgestellt, das in einer Art Zeit-Schau-Fenster während der noch andauernden Bauarbeiten im Festspielhaus Hellerau über die kommenden acht Wochen einen Vorgeschmack auf den geplanten regelmäßigen Spielbetrieb geben soll. (...)“

–Das Dresdener Stadtmagazin SAX

07.03.2009 Ein Leuchten am Stadtrand

Ein Leuchten am Stadtrand – Das Festspielhaus Hellerau unter neuer Leitung
„(...) Damit verweist Dieter Jaenicke auf seinen Anspruch, hier einen eng mit der sächsischen Landeshauptstadt verknüpften Hort der Gegenwartskunst zu etablieren. Das strahlende Motto dafür: ,Hellerau leuchtet’. Und auch ein neues Logo steht dafür, das von öffentlichen Haltestellen bekannte ,H’ nebst Festspielhaus-Signet im runden Kreis. Nur logisch, dass dieser Haltepunkt künftig für Hellerau zu stehen hat.
(...) Inzwischen möge es leuchten und klingen vor Ort!“

–nmz, Neue Musikzeitung

04.03.2009 Ein Ort der Unruhe

„Einen Startbonus wie weiland Udo Zimmermann hat Jaenicke nicht, einen vergleichbaren immensen Erwartungsdruck indessen schon. Den er mit Produktivität, Ernsthaftigkeit und in Kreativität und ein inhaltlich wie terminlich Kontinuität anstrebendes Programm umzusetzen gewillt ist. (...) Ein Ort der Unruhe, Reflexion, Auseinandersetzung soll es hier werden, die von seinem Vorgänger gerne benutzte so poetisch wie selbstverpflichtende Kennzeichnung als „Grünen Hügel der Moderne“ erwähnt Dieter Jaenicke nicht, setzt über seinen Auftakt das Motto ,Hellerau Leuchtet’ (...) (...) Dieter Jaenicke formuliert auch Visionen; die von manch einem geäußerte Sorge, hier wolle einer nur bewährte Konzepte aus früheren Wirkstätten, erweist sich bislang als unbegründet. (...) Jaenicke u.a. langjähriger künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des Internationalen Sommertheater Festivals Hamburg und – erkennbar aus seiner Biografie und seinen Äußerungen und Plänen – absolut tanzbegeistert, will das Festspielhaus zum „wichtigsten Zentrum zeitgenössischer Künste in Ostdeutschland machen. (...)“

–Dresdner Neueste Nachrichten

04.03.2009 Hellerau Leuchtet

„Als „Testballon“ für das künftig durchgängige Programm soll der Spielplan für April/Mai unter dem Motto „Hellerau Leuchtet“ dienen. Spitzenensembles des internationalen zeitgenössischen Tanzes werden sich dann in Hellerau die Klinke in die Hand geben. (...)“

–Dresdner Morgenpost

04.03.2009

„Dresdens Festspielhaus soll als Ort der künstlerischen Unruhe künftig immer offen und mehr in der Stadt präsent sein, verspricht der neue Chef Dieter Jaenicke.“

–Sächsische Zeitung, Dresden

03.03.2009 Das wichtigste Zentrum zeitgenössischer Künste in Ostdeutschland

„Das Festspielhaus Hellerau will mehr als bisher überregional Akzente setzen. Nach Ansicht seines neuen Leiters Dieter Jaenicke hat der Musentempel im Norden von Dresden das Potenzial, das wichtigste Zentrum zeitgenössischer Künste in Ostdeutschland’ zu werden. Von dieser Basis auch gelte es auf ganz Deutschland und Europa auszustrahlen.“

–dpa, Deutsche Presseagentur

03.03.2009

„(...) Dieter Jaenicke macht keinen Hehl daraus, dass er glücklich ist, sich dieser neuen beruflichen Herausforderung stellen zu dürfen. (...)“

–Top-Magazin Dresden

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