Festspielhaus Hellerau

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open for everything

Vergangene Termine

  • Fr 19.10.12 20:00
  • Sa 20.10.12 20:00

open for everything

Tanztheater

Tanz ist eine soziale Bewegung in den Choreografien von Constanza Macras. Dennoch sind ihre Arbeiten keine politischen Pamphlete, sondern sehr persönliche Begegnungen, berührend und poetisch, immer auf der Suche nach einem anderen Blick. Seit 2010 recherchiert Macras in Ungarn, Tschechien und der Slowakei Lebensweisen, Tanzstile und Musik der Roma; im Laufe dieser Arbeit hat sie ein großes Ensemble aus Roma-Musikern und -Performern, Amateuren unterschiedlichen Alters und Tänzern ihrer Kompanie Dorky Park für ihr neues Stück Open for Everything zusammengestellt. Mit viel Selbstbewusstsein erzählen diese sehr unterschiedlichen Menschen von ihrem Leben, ihren Träumen, Verzweiflungen und Leidenschaften. Es ist eine musikalische und tänzerische Reise durch das Leben der heutigen Roma in Europa, die auf humorvolle Weise Vorurteile, Klischees, Missverständnisse, Gemeinsamkeiten, Traditionen, Diskriminierung, Armut und Gewalt aufzeigt, aufgreift und mit diesen spielt. Wer bedient hier wessen Vorurteile?

Open for Everything ist kein anthropologisches Theater, es ist offen für alles.

Dresdner Neueste Nachrichten / 22.10.2012

Mit Open for Everything entsteht eine Nische auf der Bühne, ein Theaterraum, in dem alles darf, nichts muss, aber wir nach der Aufführung einmal mehr wissen, was uns als Mensch ausmacht und auch von anderen menschen unterscheidet - wenn diese Leidenschaften so authentisch und temperamentvoll über die Bühnenrampe kommen, kann man nur von einme gelungenen Abend sprechen.

die Tageszeitung / 24.05.2012

Gegen [...] pauschalisierende Rede setzt das Stück vereinzelte, fast immer bittere Erzählungen von jungen Frauen, die ihre Kinder allein durchbringen müssen und um Ausbildung kämpfen, von jungen Männern, die von Drogen und Gefängnis nicht wegkommen, von Raimund, der Fatima wurde und von der Geschichte eines Jungen, mit leuchtend gefärbten Haaren und mehr Kilos bepackt, als man Tänzern gewöhnlich zutraut.

dradio Kultur / 18.05.2012

Ein disparates, nicht folkloristisches Bild des Lebens entsteht, voller Schwierigkeiten und dennoch lebensbejahend. Macras' Prämisse ist die Augenhöhe – keine Opferkunst, keine Romantisierung, sondern die Gleichwertigkeit aller Darsteller auf der Bühne möchte sie - und das gelingt ihr.

Der Standard / 13.05.2012

Macras weigert sich, Ambivalenzen zugunsten der linearen Botschaft auszuklammern. Ihre Darsteller sind kein braver Durchschnitt, sondern echte Charaktere: ein Rajmund, der sich in eine Fatima geschlechtswandelt, ein Tänzer, der durch Körperfülle besticht, ein paar fröhliche Machos und einige Frauen, die sich dem Machosystem entziehen. Eine Musik, die ihr folkloristisches Klischee zersägt und so Identität zeigt, ebenso wie ein Tanz, in dem sich Zeitgenössisches mit Tradiertem mischt. Und das in einer Selbstverständlichkeit, die nur durch Arbeit und Vertrauen erreichbar ist.

Wiener Zeitung / 12.05.2012

"Ich hasse Mitleidstheater!" meint Macras im Programmheft, und es gelingt ihr, die feine Grenze zwischen berührt sein, aber dennoch nicht in Mitleid zu verfallen, abzutasten und niemals zu überschreiten. Das Ergebnis ihrer zweijährigen Recherche ist ein Abend voller Lebensfreude und Musik, eine Roma-Revue, die dennoch selbstironisch in starken Bildern von Armut und Chancenlosigkeit berichtet.

tanz.at / 12.05.2012

Nur in der Vollendung zu sehen ist die gigantische Vor-Arbeit, die Macras mit ihrem Team geleistet hat. Auf einer Reise durch Ungarn, die Slowakei und die Tschechische Republik suchte sie die 17 Roma-MusikerInnen, TänzerInnen und AmateurInnen aus, die mit fünf Tänzerinnen der Kompanie (aus Israel, Deutschland, den Niederlanden, Kanada und Süd-Korea) dieses wirre, wilde, herrliche Stück zustande gebracht haben.

Eine Produktion von Constanza Macras/Dorky Park und dem Goethe-Institut. In Koproduktion mit den Wiener Festwochen, Nová scéna des Nationaltheaters Prag, Trafó Haus für moderne Kunst Budapest, Internationales Theaterfestival Divadelná Nitra, Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg, HELLERAU-Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Dansens Hus Stockholm und Zürcher Theater Spektakel. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und die Open Society Foundations mit Unterstützung des Kunst-und Kulturprogramms Budapest. In Zusammenarbeit mit Workshop Foundation.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden