Festspielhaus Hellerau

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RomAmoR

Vergangene Termine

  • Do 17.09.15 20:00

100 Min.

Israel Galván

Lo Real / Le Réel / The Real

Lo Real, das Wahre, die Wahrheit. Was ist wahr, was ist real? Flamenco ist real. Gesang, Rhythmus, Tanz und Gitarrenbegleitung, all das steht für die Explosion südländischer Leidenschaft. Das Bild von Flamenco tanzenden "Zigeunern" ist nicht nur in Deutschland seit Jahrzehnten fest in die Köpfe eingebrannt. Real – und grausam – war die Verfolgung, Deportation und Ermordung der Sinti und Roma in den deutschen Konzentrationslagern. Israel Galváns beklemmend aktuelles Tanzstück ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Holocaust an den Sinti und Roma und unter anderem von Leni Riefenstahls Film Tiefland inspiriert, dessen Dreharbeiten zwischen 1940 und 1944 stattfanden. Für diese wurden 68 Sinti und Roma wegen ihres südländischen Aussehens aus dem Konzentrationslager zur Arbeit als Komparsen verpflichtet und anschließend wieder ins Lager zurückgebracht. Diesen unerträglichen Widerspruch, hier die Faszination der Nationalsozialisten für Zigeunerromantik und den Flamenco, dort die gnadenlose rassische Verfolgung und Ermordung durch dieselben Nationalsozialisten, verdeutlicht Galván mit dem Mittel der Montage und bricht gleichzeitig mit dem Klischee des Flamenco, indem er sein Bewegungsrepertoire seziert. Entstanden ist eine Choreografie, die eindrucksvoll, virtuos und erschreckend ist.

Israel Galván wurde für Lo Real 2013 gleich dreimal mit dem höchsten spanischen Theaterpreis ausgezeichnet: als bester Tänzer, als bester Choreograf und für das beste Tanzstück.

Eine Produktion von Teatro Real de Madrid. In Koproduktion mit Théâtre de la Ville Paris, Mercat de les Flors Barcelona, Stadsschouwburg Amsterdam + Flamenco Biënnale Nederland, Ludwigsburger Schlossfestspiele und Festival Internacional de Música y Danza de Granada. Unterstützt vom Instituto Andaluz del Flamenco und Junta de Andalucía.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden