HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Vorzeitiges Ende

Wolf Dohrn starb im Februar 1914 bei einem Skiunfall in den Alpen. Jaques-Dalcroze kehrte nach Ausbruch des 1. Weltkrieges von Genf nicht mehr zurück. Das Festspielhaus mit seiner internationalen Ausstrahlung wurde zum ersten Mal Opfer der geschichtlichen Ereignisse. Bis die Nationalsozialisten Mitte der 30-er Jahre das Antlitz der Gesamtanlage durch Ein- und Umbauten, Teilabriss und Neubau der Pensionshäuser zerstörten und das Gelände als Polizeischule missbrauchten, gab es zwar zahlreiche Versuche, die musikalisch-rhythmische Ausbildung fortzuführen und den experimentellen Charakter fortzuschreiben - u.a. begannen Carl Theill und Alexander S. Neill im Festspielhaus ihre reformpädagischen Schulversuche - aber Nimbus und Anziehungskraft einer aufregend neuen Bühnenkunst im Verein mit ihren künstlerischen und sozialen Implikationen waren verloren. Als nach dem 2. Weltkrieg die russische Armee in das Festspielhaus einzog und das Emblem des Yin und Yang duch den roten Stern ersetzte, war der „Mythos Hellerau“ fast nur noch im Gedächtnis all jener aufgehoben, die dorthin einstmals aufgebrochen waren, um am Entstehen einer neuen, besseren Gemeinschaft mitzuwirken.

Cyntia Schwab

English Deutsch