Trotz – oder wegen – seiner immensen Beschädigung hatte der Ort doch so viel Magie bewahrt, dass Ende der 80-er Jahre Theaterleute, Choreografen und Kunstwissenschaftler aus Dresden und Ostberlin seine Wiederbelebung ins Auge fassten.

Die Entwicklung seit der Wende

Schon bald nach der Wende und dem Auszug der russischen Soldaten aus dem ehemaligen Festspielhaus begannen die ersten Initiativen mit der „kulturellen Wiederbelebung“ und „Wiederaneignung" des traditionsreichen Ortes. Das Festival „Theater der Welt“ unter der Leitung von Hannah Hurtzig spielte großes Welttheater im Festspielhaus. Mehr und mehr Institutionen siedelten sich auf dem Gelände des Festspielhauses an, Pläne für die Restaurierung entstanden, ein Architekten-Wettbewerb wurde ausgeschrieben. 2002 zog das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik auf das Festspielhausgelände und wurde zum 1. Januar 2004 in das Europäische Zentrum der Künste Hellerau umgewandelt. Gründungsintendant war bis Ende 2007 der Dresdner Komponist Professor Udo Zimmermann. Mit Mitteln des Freistaates Sachsen wurde das Festspielhaus Hellerau nach Plänen des Münchner Architekten Josef Meier-Scupin entsprechend den Ideen Tessenows zunächst inwendig wiederhergestellt und nach zweijähriger Bauzeit am 7. September 2006 wiedereröffnet. Seit 2003 finden auf dem Vorplatz, in den Nebengebäuden und später im Festspielhaus selbst regelmäßig Veranstaltungen statt. 2004 wurde der weltberühmten Forsythe Company eine feste Residenz in Hellerau gegeben.