HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden

Hellerau leuchtet

Unter der künstlerischen Leitung von Dieter Jaenicke möchte HELLERAU seit Januar 2008 nun an die Glanzzeit der ehemaligen Festspiele anknüpfen und wieder das wichtigste Zentrum zeitgenössischer Künste in Ostdeutschland werden - mit viel Programm und interessanten Künstlern.

Hellerau leuchtet

Dieter Jaenicke, Künstlerischer Leiter bei seinem Start im Januar 2008:

"Hellerau steht in einer Reihe mit den großen Institutionen und Symbolen Dresdens: der Frauenkirche, der Semperoper, dem Zwinger, dem Grünen Gewölbe, dem Blauen Wunder und sicher noch einigem mehr, was diese außergewöhnliche Stadt zu bieten hat. Das Festspielhaus ist weltweit bekannt, der Festspielsaal mit seiner einzigartigen Ästhetik ist einer der schönsten Veranstaltungssäle Europas. In der Kulturwelt hat Hellerau durch seine Geschichte, Tradition und die wegweisenden Ideen, die hier entwickelt und umgesetzt worden sind, einen hohen Stellenwert. Dennoch ist Hellerau keinesfalls ein musealer Ort für mich. Es reizt mich, das, was hier vor 100 Jahren seinen Ursprung genommen hat, die Vision, den sogenannten „Mythos Hellerau“ neu, lebendig und zeitgemäß wiederzubeleben.

Aufgabe in Hellerau waren und sind die Zeitgenössischen Künste. Es geht um folgendes: aus Hellerau ein lebendiges, in allen Facetten modernes, anspruchsvolles und erfolgreiches interdisziplinäres Zentrum der Künste zu machen: provokant, radikal, global, europäisch – an der geopolitischen Schnittstelle zwischen Ost und West, ein Arbeitsplatz Kunst, ein Ort für interkulturellen und interdisziplinären Austausch, ein Ort, an dem Kunst entsteht, Kunst gemacht wird und gezeigt wird, an dem aber auch reflektiert, nachgedacht und vorausgedacht wird.

Kunst kann sich nicht nur auf sich selbst, auf Ästhetik, Schönheit und Form beziehen. Kunst muss und soll sich einmischen. Die großen Themen und Probleme, die es zu bewältigen gilt - Hunger, Armut, Klima, der Globalisierung Regeln zu geben, die sie über Profit hinaus human erträglich und gesellschaftlich sinnvoll machen: Auch das werden Themen in Hellerau sein.

Mit William Forsythe hat Hellerau einen der besten Choreographen der Welt im eigenen Haus. Viele andere, die zu den besten Europas und der Welt gehören, werden in den nächsten Jahren hier gezeigt werden. Die Zeitgenössische Musik – seit Jahren prominent in Dresden angesiedelt, wird eine Verjüngung erfahren und mit der Unterstützung wichtiger nationaler und internationaler Stiftungen zu einer neuen kreativen Kraft werden – ein neues Format und Profil für die Dresdner Tage der Zeitgenössischen Musik ist ebenso Teil dieser Strategie wie die Öffnung zu populären avantgardistischen Musikformen und zeitgenössischen Musiken anderer Kulturen. Theaterexperimente, die neuen Medienkünste und Technologien, die sog. digitalen Künste, aber auch die Bildende Kunst werden einen großen Raum in Hellerau bekommen.

Es würde mich sehr freuen, das Verhältnis der Dresdner zu Hellerau, das seit jeher durch eine komplizierte Mischung aus Sympathie, Distanz und Skepsis geprägt scheint, aufzubrechen und mit Neugierde, Begeisterung und Partizipation anzureichern."

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