Festspielhaus Hellerau

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TonLagen 2010

Vergangene Termine

  • Sa 09.10.10 19:00

Auftragswerk von HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste

Marc Sinan & Dresdner Sinfoniker

Hasretim – Eine anatolische Reise

Die Lieder und Musiken aus den Bergen um Erzurum und Kars am äußersten östlichen Rand der Türkei sind musikalische Dokumente einer anderen Gegenwart: In archaischen Melodien erzählen sie seit jeher in unendlichen Variationen von Liebe, Hass, Gott und den Bergen. Getrieben von einer unbestimmten Sehnsucht – türkisch: Hasret – haben sich der deutsch-türkische Musiker Marc Sinan und Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker, mit zwei Kameraleuten auf die Suche gemacht nach musikalischen Begegnungen in der weiten, ungestümen Landschaft an der Grenze Armeniens. Die Melodien der Volksinstrumente und die Lieder der Aʂiks, der türkischen Troubadoure, bilden das Ausgangsmaterial für eine Konzertinstallation, in der die Videodokumente dieser Reisebegegnungen mit einem zeitgenössischen Werk von Marc Sinan für 22 Instrumentalisten, teils auskomponiert, teils improvisierend, verwoben werden.

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Süddeutsche Zeitung / 14.10.2010

...Das vermittelte an diesem Abend vor allem eines: heimatliche Wärme, wohin man sah und wohin man hörte. Egal, welches Instrument sich gerade in den Vordergrund schob, ob Saz, Kemence, Davul, Duduk, Ud oder Zurna - alles klang so wunderbar bauchig und erdig, als wär´s von einem selber. Es war, wenn man die ethnologische Neugier einmal ausblendete, als könne überall Heimat sein, wo solche Musik ist... Marc Sinan wollte das so, er suchte eine Symbiose von Anatolien und Deutschland, von Klassik und Volksmusik, von historischen Klängen und Zukunftsmusik. Was er vor allem erreichte, war die Transformation der Volksmusik in den sinfonischen Orchestergraben, die Übernahme von Trommeln und Hirtenflöten, Schalmein und Langhalslaute in Verbindung mit der westlichen Gitarre..

Die Zeit / 14.10.2010

...In der musikalischen Reise durch Anatolien sind neben Kontrabass, Fagott und Cello auch anwesend: Darbuka und Kaval, eine orientalische Trommel und eine Flöte. Auf einer Reise durch seine Heimat hat der Musiker Marc Sinan anatolische Sänger in Kneipen, in Dörfern und zu hause mit der Videokamera gefilmt und spielt sie jetzt in Dresden zum Auftritt des Orchesters ein. Man sieht dann Herren im Sakko, oft mit Krawatte vor der heimschen Schrankwand Liebeslieder singen, zu deren reiz es gehört, dass man in eine surreale Welt eintaucht und trotzdem weiß - das Herz schlägt direkt darunter. „Liebste, glühende Spieße stachst du mir in die Brust / Ließest verfallen mit purpurroten Hyazinthen bedeckte Weinberge.“ Ruhe und Weite liegt nur in der Landschaft eines ja nun wirklich mal untergegangenen osmanischen Reiches...

Sächsische Zeitung / 13.10.2010

(...) Was die Dresdner Sinfoniker mit türkischen und armenischen Gästen vor begeistertem Publikum zuwege brachten, war musikalisch hochklassisch und atmete dabei eine ungeschliffene Authentizität. „Hasretim“ resultiert aus der Suche nach dem Spezifischen, und tatsächlich ließ sich bei Konzert im Festspielhaus mehr über türkische Musik erfahren, als es Otto-Normal-Tourist vor Ort serviert bekommt (...)

Dresdner Neueste Nachrichten / 11.10.2010

... Es zählte nicht unbedingt der musikethnologische Anspruch, dafür ist die musikalische Landkarte zu vielschichtig. Was entstand, ist eine Art tönendes Skizzenbuch der Reise, das in Konzertform mit Video und großem Kammerensemble wieder neu zusammengesetzt wurde.(...) Marc Sinan schuf eine Partitur, die zwischen den Originalaufnahmen und der Live-Musik des Ensembles changierte, sich aber nur selten wesentlich vom Charakter der Volksmusik entfernte(...) Sinans Musik zeichnet behutsam nach und hat damit die Wirkung eines Spiegels oder Kommentars, zudem funktionierte die „Integrations“ im Orchester einwandfrei: Türkische und armenische Gastmusiker saßen mit im Ensemble; die Kollegen der Sinfoniker indes hatten die respektable Aufgabe, sich fernab einer wohltemperierten Stimmung auf Skalen und Strophenlieder einzulassen(...) Das Videozuspiel wirkte manchmal zu verspielt, dadurch wurde die intensive Wirkung des Authentischen leicht verwischt. Das tat aber der hervorragenden Aufführung keinen Abbruch, dankbar nahm das Hellerauer Publikum diesen Brückenschlag entgegen und feierte anschließend ausgelassen mit den Sinfonikern und den Gastmusikern, die sich für eine Zugabe nicht lange bitten ließen.

Morgenpost / 08.10.2010

... Wie unglaublich es groovt, wenn Orient und Okzident aufeinandertreffen, zeigt die Uraufführung ihrer musikalischen Installation "Hasretim-Eine anatolische Reise...
... Musikalisch verschmelzen hier zwei Welten miteinander ...
... Das hat man so noch nicht gehört ...

Marc Sinan Komposition Andrea Molino Musikalische Einrichtung und musikalische Leitung Marc Sinan & Markus Rindt Idee, Konzept und Produktion Hans-Peter Eckhardt, Markus Rindt, Filip Zorzor Kamera Filip Zorzor, Fabian Knecht, Lonni Wong Video

Eine Produktion von HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste und den Dresdner Sinfonikern.

Europäisches Zentrum der Künste Dresden