Festspielhaus Hellerau

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H3

Vergangene Termine

  • Fr 27.01.12 20:00
  • Sa 28.01.12 20:00

Brasilien

H3

„If there is a heaven for b-boys, it must look something like Bruno Beltrão's H3.“ THE INDEPENDENT

Niemand läuft so schnell und so elegant rückwärts wie diese B-Boys aus Brasilien. Die Bahnen, die Bruno Beltrãos Tänzer in H3 ziehen, schreiben auf unglaublich faszinierende Weise Spiralen in den Raum. Untermalt wird das Ganze von abbremsenden Turnschuhgeräuschen, die man nie mehr vergisst. In H3 attackieren sich zehn Tänzer, rempeln, kicken und kommen in immer neuen Duos zusammen: enorme physische Beherrschung, eingespieltes Miteinander und gegenseitiger Respekt. Der 30jährige Beltrão führt uns auf eindrucksvolle Weise in die Welt des Hip-Hop ein, überführt ihn in die Struktur des zeitgenössischen Tanzes und hinterlässt einen lang anhaltenden Eindruck von körperlicher Präsenz und tänzerischer Virtuosität. Dabei bedient sich Beltrão des reichen Vokabulars jeglicher Bewegungsform. So entsteht sein sehr eigenes Tanzvokabular, in dem es nicht länger nur darum geht zu zeigen, wie stark, agil oder schnell man sein kann, sondern auch darum, wie Fragilität, Ungleichgewicht, Schwäche und Zweifel unseren Geist und unsere Bewegungen beeinflussen. Beltrão benutzt das Repertoire des Breakdance, dekonstruiert und dekontextualisiert es und kombiniert es mit brasilianischem Capoeira. Das Resultat ist hoch athletisch, technisch komplex und atemberaubend virtuos.

Dresdner Neueste Nachrichten / 30.01.2012

Faszinierend ist beispielsweise, wenn die Tänzer - wie aus dem Katapult geschnellt und in den Sog geraten - rückwärts auf der Bühne ihre Bahnen ziehen. Sie sind dabei so behände und geschmeidig wie Panther, stoßen auch nicht aneinander, wenn sie in großen Formationen ausschwärmen. Es ist eine wahrhaft kunstvolle Metapher, erinnernd an die Orientierung von Vögeln, wenn sie deren Richtungswechsel am weiten Himmel assoziieren - ein wunderbares Miteinander und dennoch im freien Flügelschlag.

Musik in Dresden / 30.01.2012

Durch extreme Verlangsamungen gehen die Bewegungen über in Formen und Formate des modernen Tanzes um aber gleich wieder ganz kräftig, ganz feinsinnig, mit kleineren oder größeren Veränderungen jeder möglichen Art, der Ein- oder Zuordnung entgegen zu tanzen. Wir erleben in mehreren Varianten eine Vielzahl von Abbildern nonverbaler Kommunikation, Kämpfe, Konkurrenz und immer wieder große Zärtlichkeit, die sich auf den Partner oder den eigenen Körper beziehen.

Sächsische Zeitung / 30.01.2012

Der Wettbewerb findet innerhalb der Gruppe statt, geschärft durch Elemente der brasilianischen Kampf- und Tanzkunst Capoeira, die rasch auf den Körper des Gegners zielt, ohne ihn zu berühren. Jedoch lässt Beltrão ebenso Defekte offenbaren, verkrümmte Leiber, abwegige Reaktionen. Auch hier entsteht oft eine Doppel-Struktur mit Luft im hohlen Rücken. Zuweilen zeigen die Tänzer die Bewegungen in Zeitlupe. Großartig, diese Körperbeherrschung.

Eine Produktion von Grupo de Rua in Koproduktion mit Kunstenfestivaldesarts Brüssel, Festival Internacional de las Artes de Castlla y Léon, Salamanca, Grand Théâtre de la Ville Luxemburg und Festival d'Automne Paris. Unterstützt von Hebbel am Ufer Berlin und La Ferme du Buisson, Marne-la-Vallée Paris.

Dauer: 60 Minuten

Europäisches Zentrum der Künste Dresden